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Calw Klostersommer: Spider Murphy Gang rockt unplugged

Von
Foto: Antje Bösl

Calw - Die "Rock‘n Roll Schuah" pass’n no, nicht nur der Spider Murphy Gang, sondern auf jeden Fall auch ihren Fans.

Zum ersten Mal rockten Günther Sigl und "Barny Murphy" Gerhard Gmell mit ihrer Band den Hirsauer Kreuzgang und bewiesen einmal mehr, dass sie auch nach fast 40 Bühnenjahren eine brillante Live-Band sind. Sie sind "a bayrische Band" und haben auch "in zehn, 20, 30 Jahren" noch nicht genug. Sie sind "halt weltberühmt, in Bayern" und – wie zu sehen – auch im Schwabenland.

Unplugged zurück zu den Wurzeln

Bandgründer, Texter und Leadsänger Günther Sigl moderierte den als ein unplugged gespieltes "Zurück zu den Wurzeln" angekündigten Gig launig entlang der Band-Historie, gespickt mit allerlei ­Anekdoten. Dabei dürften bei einigen im durchaus altersgemischten Publikum Erinnerungen aus mehr als einem halben Leben wach geworden sein bei der Frage: "Wer war 1980 scho dabei?".

1977 im Todesjahr von Elvis gegründet, geht auch der Bandname auf einen Elvis- Song zurück, den "Jailhouse Rock". Und dem King of Rock’n Roll zollten die Spiders denn auch Tribut mit "That’s all right Mama", das fließend übergeht ins vom Publikum vielstimmig begleitete " Schickeria".

Schon nach den ersten Titeln wird klar, warum die Spiders noch immer so erfolgreich sind. Die Musiker aus der bayrischen Landeshauptstadt haben den Rat des Rundfunk-Moderators Georg ­Kostya umgesetzt und die fetzigen Rock-Riffs mit bayerischen Texten unterlegt. Herausgekommen sind viele gute Lieder, wunderbar geeignet zum Mitsingen und für stürmische Partys.

Und dann sind sie halt auch einfach verdammt gute Musiker, allesamt. Barny Murphy legte mit seinen Gitarren einige rasante Soli in Chuck-Berry-Manier hin. Ludwig Seuss am Flügel bewies seine Extraklasse mit einem minutenlangen Boogie Woogie-Intro nach der Pause. Otto Staniloi brillierte am Saxofon, mit der Tuba beim Volksmusik-Part und wurde gefeiert für seine Querflötensoli im Canned ­Heat-Klassiker "Goin‘ up the Country". Willie Duncan, der "weltweit einzige Schotte aus Regnschburg" kann mittlerweile akzentfrei bayerisch singen und steuerte die Percussion bei, und treibend an den Drums hebt seit wenigen ­Wochen Andreas Keller den Altersschnitt der Deutsch-Rock-Urgesteine.

"Wollt’s ihr noch mehr Rock’n’Roll?" Die rhetorische Frage von Günther erübrigt sich, weil "Mir spuin eh nix anderes". Und das scheint auch Teil der ewigen Jugend dieser Band aus München zu sein: Der eigene Spaß am Spiel fürs und mit dem Publikum, die Ironie wie auch die Selbstironie auf der Bühne und in den Texten und dann der Rock’n’Roll. Den sie immer mal wieder mit einer Ballade mischten. "Unterm Kastanienbaum" zum Beispiel oder "Pfüiat di Gott Elisabeth" oder "Sommer in der Stadt".

Am Ende brodelt der Kreuzgang

Im bestuhlten Kreuzgang, wippen, klatschen die Zuschauer und singen text­sicher mit. "Bei so einem Konzert müsste man stehen, tanzen, abrocken, die Musik geht sofort in die Beine", findet eine Besucherin. Das passiert dann nach mehr als zwei Stunden, als nach den Hits aus 40 Jahren Bandgeschichte endlich die "Rosi" kommt. Bei "Rock around the clock" stehen sie fast alle, und als die Band überschwenkt in den "Skandal im Sperrbezirk" gibt’s kein Halten mehr. Der Kreuzgang brodelt.

"Stehende Ovationen, des het net sei ­miasn. Aber es tut soo guat!" Die Spider Murphy Gang hat versprochen: "I ziags net aus, meine Rock’n’Roll-Schuah!" und Günther Sigl setzte noch einen drauf: "Mir kommen jetzt jedes Joahr".

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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