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Calw Kloster in Flammen: Gute Stimmung trotz Regen

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Trotz des Regens ließ sich das Publikum zum Abschluss des Klostersommers von den fünf Tenören begeistern. Foto: Fritsch

Calw-Hirsau - Es war ein schon fast surrealer Anblick zu Beginn. Der Höhepunkt des Klostersommers ist unstrittig jedes Mal die Nacht der Tenöre mit den Frankfurter Sinfonikern und dem abschließenden brillanten Musikfeuerwerk. Nach neun "trockenen" Veranstaltungen bei bestem Hochsommerwetter und lauen Nächten öffnete der Himmel pünktlich zum Beginn der ausverkauften Schlussvorstellung die Schleusen.

Es goss wie aus Kübeln, nicht nur vom Himmel, sondern für die Zuschauer in den ersten Reihen auch in Sturzbächen vom Bühnendach. Das Publikum saß in "Müllbeuteln" (O-Ton Dirigent Steffan Ottersbach) gehüllt im Kreuzgang-Geviert, und auf der Bühne nahmen die in festliche Abendkleider und weiße Jackets gewandeten Musiker Platz. Und das Tollste: Vom ersten Moment an, als die fünf jungen Tenöre auf der Bühne erschienen, herrschte eine unglaubliche, jubelnd-erwartungsfrohe Stimmung im Publikum.

"Sie sind alle dageblieben, das ist fantastisch!", freute sich der Dirigent zur Begrüßung. Und das Orchester machte dann auch gleich klar, dass es gewillt war, das Publikum die widrigen Umstände mit der Musical-Melodie "It‘s no Business like Showbusiness" schnell vergessen zu lassen.

In seiner gewohnt lockeren humorigen Conférence stellte Ottersbach die fünf Tenöre einen nach dem anderen mit einem Einzelvortrag vor. Matthias Stockinger, Lorenzo da Ponte, Christian Lanza und Oscar de la Torre sind zum wiederholten Mal die Stars in Hirsau. "Dieses Mal machen wir es etwas anders, wir haben Klassik und Musical und Pop bunt gemischt", so Ottersbach. Nach "Maria" aus dem Musical "West Side Story" folgte die Arie "Un‘ Aura Amorosa" aus "Cosi fan Tutte".

In Uniformrock und Stiefeln gab Richard Wiedel seinen ersten Auftritt in Hirsau einen begeisternden Tassilo mit "Komm Zigan..." aus der Operette "Gräfin Mariza". Sein feuriger Czardas, fortgesetzt nach einem beherzten Sprung von der Bühne vor den ersten Reihen, sicherte ihm bei seiner Premiere den Platz im Herzen des Publikums.

Besonderen Spaß hatten die fünf Tenöre immer dann, wenn sie gemeinsam sangen, so wie beim "Trinklied" aus "La Traviata", "Granada" oder "Funiculi, Funicola". Und parallel dazu steigerte sich die ohnehin gute Publikumsstimmung zu immer lauteren Jubel- und Bravo-Rufen.

"Alle Tenöre wollen auch Sinatra-Songs singen, obwohl der eine Bariton-Stimme hatte"., verriet Ottersbach. Mit "My Way" und "New York, New York" lieferten das Quintett in Hirsau einen weiteren Beweis ihrer Klasse.

"Sie haben es in der Hand, ob es ein Feuerwerk gibt", lockte Ottersbach keck das Publikum. Wäre aber nicht nötig gewesen, denn viel mehr Applaus, Jubel und Zugabe-Rufe waren kaum vorstellbar. Und so rauschte, krachte, leuchtete und glitzerte das Feuerwerk der Extraklasse in den Hirsauer Nachthimmel synchron zu einem weiteren Feuerwerk des Orchesters und dem "Nessun dorma" aus Giacomo Puccinis Oper "Turandot" aus allen fünf Tenor-Kehlen.

Danach durften Orchester und Sänger noch immer nicht von der Bühne. Ein weiteres "Funiculi, Funicola", begleitet von den rhythmischen Standing Ovations und einem vielhundertfachen Publikumschor, setzte sozusagen den letzten Kracher an diesem in vielfacher Hinsicht unvergesslichen Abschlussabend des Klostersommers.

"Ich bin absolut begeistert von unserem Publikum!", freute sich Veranstalter Jürgen Ott über die tolle Resonanz beim Klostersommer insgesamt, besonders aber an diesem Abend, der für Veranstalter, Akteure und Publikum eine ganz spezielle Herausforderung war.

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