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Calw Klinik-Führung will zweigleisig fahren

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Die Krankenhaus-Struktur soll untersucht werden. Foto: SB

Kreis Calw - In der Frage, wie die Zukunft der Kliniken im Kreis Calw aussieht, haben Klinikverbund und Landrat nun erklärt, zweigleisig fahren zu wollen. Neben einem externen Gutachten, das Aufschluss über die zukünftige Kliniklandschaft geben soll, will man auch selbst nach Wegen suchen, wie man das Betriebsergebnis verbessern kann.

60 Prozent der im Jahr 2012 zu erwartenden Millionenverluste bei den beiden Kliniken in Calw und Nagold sind auf die Investitionen in die Häuser zurückzuführen, also auf die Maßnahmen selbst, die Zinsen und Abschreibungen. Diese 60 Prozent müsste nach der Gesetzeslage eigentlich das Land tragen, so die Aussage von Calws Landrat Helmut Riegger und Klinikverbund-Geschäftsführerin Elke Frank. Doch das Land komme dieser Pflicht nicht nach.

Die verbleibenden 40 Prozent der Verluste kommen laut Elke Frank aus dem laufenden Betrieb, sind zu einem Gutteil den niedrigen Vergütungssätzen der Kassen geschuldet, die trotz deutlich und stetig steigender Fallzahlen die Betriebskosten der Krankenhäuser, darunter auch die Tarifsteigerungen der Beschäftigten, nicht abdecken.

Für Landrat Helmut Riegger ist klar: "Diese Verluste können und wollen wir uns dauerhaft nicht leisten", so der Aufsichtsratschef der beiden Kliniken im Kreis gegenüber unserer Zeitung. Deswegen müsse etwas passieren. Geschäftsführung und Aufsichtsrat seien deshalb übereingekommen, bei den Krankenhäusern künftig zweigleisig zu fahren. Um die Zukunft der Kliniken zu sichern, will man beim Klinikverbund selbst nach Möglichkeiten suchen, wie man das Betriebsergebnis verbessern könnte. Dabei will man nur punktuell Hilfe von außen holen – ein Externer soll den Wirtschaftsplan 2013 unter die Lupe nehmen –, das meiste wolle man selbst schultern. Die Arbeiten dazu haben bereits begonnen.

In diesem Zusammenhang definitiv ausgeschlossen hat Elke Frank, Personal abzubauen. Die Tendenz gehe eher dahin, Personal einzustellen, sagte die Geschäftsführerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch bei den Investitionen könne man nicht ansetzen: "Wir wollen und wir müssen weiter investieren", stellte Frank klar. Im Blick hat die Geschäftsführerin bei dieser Aufgabe etwa Abläufe innerhalb der Kliniken, dazu befinde man sich in Gesprächen mit den Chefärzten. Potenziale sieht Frank zum Beispiel bei der effektiveren Planung der Operationen. Aber auch beim Thema Wäsche gibt es Einsparungsmöglichkeiten: Immerhin haben Calw und Nagold den deutlich höchsten Wäscheverbrauch im Klinikverbund. "Wir können viel bewegen, ohne dass es wehtut", sagt sie. In diesem Zusammenhang hat sich die Geschäftsführerin ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis 2016 will sie bei den Betriebskosten so gut wie keine Verluste mehr einfahren.

Riegger: "Entscheidung kann nur in einembreiten Konsens fallen"

Parallel dazu wollen Landkreis und Klinikverbund – wie schon öffentlich heiß diskutiert – die Struktur der Krankenhäuser im Kreis Calw von einem externen Gutachter untersuchen lassen – und zwar sowohl mit Blick auf die medizinische Versorgung des Kreises als auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit. Vier Varianten soll das Gutachten dabei unter die Lupe nehmen: die Beibehaltung beider Kliniken, den Betrieb in nur einem der Häuser – Calw oder Nagold – oder ein kompletter Neubau.

Diese vier Fälle wolle man auf jeden Fall völlig ergebnisoffen untersuchen, versicherte Landrat Helmut Riegger, der in aller Deutlichkeit Aussagen widersprach, man habe sich schon auf einen Neubau verständigt: "Es ist definitiv keine Entscheidung für die Einhäusigkeit gefallen", sagte Riegger auf Nachfrage unserer Zeitung. "Zumal ja auch gar nicht gesagt ist, dass ein Neubau die schwarze Null bringt", wie Albrecht Reusch, für Finanzen zuständiger Dezernent im Landratsamt, ergänzte.

Noch vor der Weihnachtspause wolle man dem Kreistag eine Entscheidungsvorlage liefern, kündigte Riegger an. Ob der Auftrag für das Gutachten noch 2012 oder erst Anfang 2013 ergeht, sei noch nicht klar. "Bei einer solchen Mega-Entscheidung wollen wir uns nicht unter Zeitdruck setzen", so Riegger, der im Zusammenhang mit diesem Gutachten zwei Dinge klarstellte: Erstens sei man nicht auf einen Gutachter festgelegt. Es sei keinesfalls gesagt, dass das Unternehmen, das das Gutachten zu Sindelfingen und Böblingen angefertigt hat – Teamplan – auch den Auftrag für das Gutachten für den Kreis Calw bekommt. Zweitens werde man seitens des Landkreises bestimmt nicht in die Anfertigung des Gutachtens eingreifen.

Und auch nach einem Gutachten müsse man in der Bevölkerung und in der Politik intensiv, offen und sachlich über das Gutachten und die Zukunft der Kliniken diskutieren. Eines ist für die Spitze des Landratsamtes klar: "Eine solche Entscheidung kann nur in einem breiten Konsens fallen", weiß der Landrat.

 
 

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Ralf Klormann

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