Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Calw Kinderbetreuung: mehr Plätze nötig

Von
In Calw dürften bald mehr Kinderbetreuungsplätze gebraucht werden. Symbolfoto: © nadezhda1906 – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Stets genügend Betreuungsplätze für Kinder anbieten zu können, stellt eine große Herausforderung dar. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Kultur-, Schul- und Sportausschusses in Calw einmal mehr deutlich. Klar ist schon jetzt: Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, könnte es in Zukunft vor allem in der Kernstadt eng werden.

Calw. Eigentlich kann es doch nicht so schwer sein, sollte man meinen: Üblicherweise sind die Zahlen, zu welchem Zeitpunkt wo wie viele Kinder leben, der Stadtverwaltung Calw bekannt – ebenso die Anmeldezahlen der Betreuungseinrichtungen. Entsprechend müsste doch klar sein, wann wo wie viele Betreuungsplätze gebraucht werden.

Das es sich keineswegs so einfach verhält, stellte Thomas Seifert, Leiter der Abteilung Bildung in Calw, in der jüngsten Sitzung des Kultur-, Schul- und Sportausschusses im Rathaus klar. Die Bedarfsplanung, die er – wie jedes Jahr – an diesem Abend vorstellte, sei daher stets eine Herausforderung.

Denn trotz aller Statistiken und Zahlen gebe es bei dieser Rechnung immer viele unbekannte Faktoren – Um- oder Wegzüge von Familien beispielsweise. Manche Eltern würden ihre Kinder gleich bei mehreren Einrichtungen anmelden, manche kurzfristig absagen, andere sich für eine andere Betreuungsform entscheiden. Schwierig werde es auch, wenn andere – nicht-städtische – Einrichtungen schließen würden.

Und es steht fest: Die Auslastung ist hoch. So waren im Kindergartenjahr 2018/2019 zum Stichtag im März dieses Jahres von 926 Kindergartenplätzen insgesamt 823 belegt – und damit rund 90 Prozent. Für Kinder bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres standen 110 Plätze zur Verfügung, die zu rund 86 Prozent ausgelastet waren. Im Juli waren diese Zahlen nochmals auf etwa 95 Prozent angestiegen.

Und die Prognose, so machte Seifert deutlich, zeige eine klare Tendenz: Mancherorts könnten die Plätze knapp werden. Daher müsse man nachlegen – "ich weiß nur noch nicht genau wo und wie", so der Abteilungsleiter. Insofern plädierte er dafür, der Bedarfsplanung für die Kindertageseinrichtungen zuzustimmen und die Verwaltung zu beauftragen, Vorschläge für einen weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen zu entwickeln. Der Kultur-, Schul- und Sportausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dies dem Gemeinderat zu empfehlen.

Wir haben die Prognosen für die einzelnen Stadtteile für die Kindergartenjahre 2019/2020 und 2020/2021 zusammengefasst. Kernstadt "Spätestens im Kindergartenjahr 2020/2021 könnten die Kapazitäten in der Innenstadt aus mehreren Gründen nicht mehr ausreichen", heißt es in der Sitzungsvorlage. Denn: Einerseits sei die Geburtenrate gestiegen, andererseits würden Betreuungseinrichtungen wegfallen.

So fallen durch die Schließung des (nicht-städtischen) katholischen Kindergartens in der Bahnhofstraße 25 Kindergartenplätze in der Kernstadt weg.

30 Betreuungsplätze der Ganztageseinrichtung in der Eduard-Conz-Straße werden darüber hinaus zum Kindergartenjahr 2020/2021 nach Stammheim verlagert. Dies könne zwar mit der Anmietung von Räumen im Sprachheilzentrum gewissermaßen ausgeglichen werden, zugleich gehen aber auch Plätze in der Innenstadt verloren.

Nicht zuletzt müsse auch damit gerechnet werden, dass die Nachfrage insgesamt ansteigen könnte – beispielsweise, wenn die Betreuungsgebühren sinken würden. "Wir werden was für die Innenstadt suchen müssen", prophezeite Seifert. Moderat gerechnet bestehe Bedarf für rund 25 Kindergartenplätze; sollte allerdings die Nachfrage steigen – auch für Kinder unter drei Jahren – werde auch das nicht ausreichen. Altburg/Weltenschwann/Speßhardt In Altburg, Weltenschwann und Speßhardt rechnet die Stadtverwaltung zwar mit einer hohen Auslastung; die bestehenden Plätze müssten im laufenden und kommenden Kindergartenjahr aber genügen, um den Bedarf zu decken.

Alzenberg /Wimberg Insgesamt 26 Kindergartenkinder gibt es in Alzenberg – dennoch werden alle dort zur Verfügung stehenden 44 Kindergartenplätze belegt sein. Der Grund: Auch Kinder aus anderen Stadtteilen und Teilorten (insbesondere vom Wimberg) werden hier betreut. "Alzenberg war in der Regel das Reservoir für den Wimberg", führte Seifert aus. Ab dem Kindergartenjahr 2021/2022 dürfte sich die Lage aber entspannen – dank des Neubaus einer Betreuungseinrichtung auf dem Wimberg. Hirsau Seit April dieses Jahres stehen in der Kindertageseinrichtung Uhlandstraße in Hirsau elf zusätzliche Kindergartenplätze zur Verfügung. Dennoch könnte im Laufe des Kindergartenjahres 2019/2020 die Nachfrage das Platzangebot übersteigen. Dies habe vor allem mit einer vergleichsweise hohen Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen zu tun. Stammheim Im November 2018 wurden im Kinderhaus Stammheim zehn zusätzliche Krippenplätze eingerichtet, so dass nunmehr 30 Krippenplätze zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren zur Verfügung stehen. Da im Zuge des Ausbaus die Schulkindbetreuung in die Grundschule Stammheim umzog, konnten die frei gewordenen Räume im Kinderhaus neu belegt werden. Dennoch sei denkbar, dass im Verlauf des Kindergartenjahres 2019/2020 Plätze nicht mehr ausreichen.

Im Kindergartenjahr 2020/2021 wird das Betreuungsangebotes der Kita in der Eduard-Conz-Straße nach Stammheim verlegt; da jedoch voraussichtlich viele Eltern aus der Innenstadt dieses Angebot wahrnehmen werden, steigt die Anzahl der Plätze in Stammheim allein dadurch, wenn überhaupt, nur gering. Daher soll es zudem eine neu geschaffene Kindergartengruppe mit 22 Plätzen im Sprachheilzentrum geben, um die Nachfrage zu decken. Holzbronn In Holzbronn wurde für das Kindergartenjahr 2019/2020 bereits eine Betriebserlaubnis beantragt und genehmigt, um von derzeit 22 auf künftig 33 Kindergartenplätze erweitern zu dürfen. Sobald absehbar sei, dass die Kapazität nicht mehr ausreiche, werde dieser Ausbau erfolgen. Heumaden Im September 2018 wurden im Kinderhaus Heumaden 42 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen; Kindergartenplätze gibt es daher derzeit genügend.

Allerdings sei auch die Nachfrage nach Krippenplätzen im vergangenen Kindergartenjahr vergleichsweise hoch gewesen, weshalb die Verwaltung in den kommenden Jahren mit einem weiteren Anstieg rechnet. Die Stadt Calw habe sich deshalb mit dem Träger des Katholischen Kindergartens Heumaden darauf verständigt, dass im Zuge des Umbaus und der Erweiterung des zweigruppigen Katholischen Kindergartens Heumaden neben zwei altersgemischten Kindergartengruppen (mit je 22 Plätzen) eine zusätzliche Krippe mit zehn Plätzen eingerichtet werden soll.

Der Bedarf wäre somit vorerst gedeckt; würde die Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren weiter steige, empfiehlt die Verwaltung den Bau eines zweigruppigen Kindergartens in Heumaden (Schafweg III). Ausbau in den vergangenen Jahren Zum Abschluss seiner Ausführungen gab Seifert schließlich noch einen Überblick über die Entwicklungen der vergangenen und kommenden Jahre.

Dabei legte er dar, dass zwischen den Jahren 2016 und 2022 mit einem Anstieg von Betreuungsplätzen aller Art von 951 auf 1105 zu rechnen sei. Das entspreche einer Steigerung um rund 16 Prozent. Einen sogar noch deutlicheren Zuwachs habe es bei den Erziehern gegeben. Seien im Jahr 2011 noch 106 beschäftigt gewesen, liege diese Zahl aktuell bei 160.

Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.