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Calw "Kein alter Gummistrumpfladen"

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Die Vorsitzenden des Gewerbevereins, Jürgen Ott (links) und Nicolai Stotz (rechts), überreichen den Calwer Löwen an Andreas (von links), Julia, Doris und Thomas Gockenbach vom Sanitätshaus Reutter. Fotos: Rousek Foto: Schwarzwälder Bote

Zwölf Calwer Löwen wurden in den vergangenen Jahren an Unternehmen im Stadtgebiet verliehen. Die ersten Glücklichen des neuen Jahrzehnts: die ­Familie Gockenbach vom Sanitätshaus Reutter. Sie erhielten die geschnitzte Auszeichnung im Rahmen des Neujahrsempfangs des Calwer Gewerbevereins.

Calw. Der rote Teppich ist ausgerollt für die gesammelte Lokalprominenz Calws. Das ist keine Metapher – vor dem Brauhaus liegt am Abend des Neujahrsempfangs des Gewerbevereins tatsächlich ein roter Teppich, beleuchtet von Scheinwerfern. Eine Idee des neuen Citymanagers Hansjörg Neumann.

Das neue Jahr gemeinsam mit Lokalpolitikern, Gewerbetreibenden, Vertretern der Verwaltung, Nagolder Kollegen und Bürgern zu begrüßen, sei für den Gewerbeverein immer etwas besonderes, meinte Nicolai Stotz, einer der Vorsitzenden des Gewerbevereins in seiner Ansprache. Vor allem natürlich dann, wenn es auch noch der Anbruch einer neuen Dekade sei, die in Calw mit einem neuen Oberbürgermeister, dem ersten Citymanager und einer neuen Kulturamtsleiterin einhergehe.

In den vergangenen Jahren habe der Gewerbeverein versucht, alles Notwendige zu unternehmen, um für das neue Jahrzehnt gut aufgestellt zu sein. Ob diese Bemühungen schlussendlich von Erfolg gekrönt würden, könne man noch nicht abschließend sagen. "Aber mit dem Citymanager haben wir einen großen und entscheidenden Schritt getan", meinte Stotz. "Jetzt soll keiner mehr sagen, ›wir Calwer kriegen das nicht hin‹." Lauter Applaus.

Der Co-Vorsitzende blickte auf das vergangene Jahr zurück, in dem sich viel in Calw getan habe. Aber nach wie vor "kriegt man oft zu hören, dass das ›Wir-Gefühl‹ gestärkt werden muss". Doch wie soll das gehen?, fragte sich Stotz. Dafür gebe es keine Anleitung. Doch, überlegte er, vielleicht könne man sich aus der Beziehung zu Freunden und Familie etwas ableiten. Man müsse in eine Beziehung investieren, auch in die zu einer Stadt. Man müsse den Respekt zu den Menschen in dieser Stadt pflegen. Und man müsse Calw verteidigen und schützen. Die Voraussetzungen dafür seien laut Stotz geschaffen. "Jetzt bedarf es der Überzeugung."

Großer Umzug steht bevor

Der neue OB Kling wisse aus eigener Erfahrung wie wichtig es sei, dass eine Kommune das Gewerbe unterstützt. Er selbst war drei Jahre lang Geschäftsführer eines Start-up Unternehmens in Berlin. "Dort funktioniert das überhaupt nicht", verriet er und schob gleich hinterher, dass er es in Calw besser machen wolle. Dazu gehöre auch eine gute Beziehung zwischen ihm und dem Gewerbeverein. "Wir sind aufeinander angewiesen", unterstrich Kling.

Die Verleihung des Calwer Löwen dürfte dem neuen Stadtoberhaupt eine Freude gewesen sein. Immerhin ging dieser – nachdem der ebenfalls Vorsitzende des Gewerbevereins, Jürgen Ott, mehr und mehr Informationen über den Empfänger verraten und das Ganze damit zu einem Ratespiel gemacht hatte – an das Sanitätshaus Reutter. Dessen Geschäftsführer Andreas Gockenbach ist ein langjähriger Freund von Kling, wie ein Bild auf dessen Homepage zeigt.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, meinte Ott. Aber schlussendlich sei man sich innerhalb des Gewerbevereins doch einig gewesen, dass das Sanitätshaus Reutter diese Auszeichnung verdient habe.

Die erste Filiale wurde 1977 von Gerhard Reutter eröffnet. Bis 2015 leiteten Doris und Thomas Gockenbach dann das Sanitätshaus Reutter – der Name des Unternehmens blieb in all der Zeit derselbe. Was zuweilen dazu führe, dass Mitglieder der Familie Gockenbach fälschlicherweise mit Reutter angesprochen würden, schmunzelte Ott. Seit 2015 leitet nun Andreas Gockenbach die Geschicke des Sanitätshauses. Noch in diesem Jahr steht ein großer ­Umzug bevor: Im Gewerbegebiet Stammheimer Feld wird derzeit ein Neubau errichtet, der weit größer ist als die ­jetzige Filiale in der Stuttgarter Straße (wir berichteten). Die Filiale in der Salzgasse bleibt erhalten. "Das ­Sanitätshaus Reutter ist ein prosperierendes Unternehmen", lobte der Gewerbevereins-Co-Vorsitzende. Ott sei fasziniert davon gewesen, mit was für Hightech-Geräten man in dieser Branche zu tun habe.

Das verdeutlichte auch Andreas Gockenbach selbst. "Wir sind kein alter Gummistrumpfladen." Vielmehr wolle man mithilfe moderner Technik und Hilfsmitteln das Leben der Kunden verbessern. "Aber das geht nicht allein", dankte er seinen Mitarbeitern und allen voran seiner Ehefrau Julia. Seine Eltern haben Gockenbach ein solides Unternehmen übergeben, wofür er sehr dankbar sei. Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro "bleibt im Städtle", freute sich Gockenbach. 250 Euro möchten er und seine Familie an den Förderverein der Wimbergschule spenden, die zweite Hälfte an den Förderverein des Hermann Hesse-Gymnasiums.

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