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Calw "Jede hat das Recht, eigene Grenzen zu ziehen"

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Christine Lang-Genthner (von links), Sarah Tonhauser und Beate Ehnis haben im Vorfeld dazu beigetragen, dass die Aktion ein Erfolg wird. Foto: Semenescu Foto: Schwarzwälder Bote

Als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen versammelten sich am Freitag vor dem Kaufland in Calw im Rahmen der weltweiten Kampagne "One Billion Rising" (OBR) zahlreiche Frauen, um gemeinsam zu tanzen.

Calw. Bereits zum dritten Mal in Folge wurde die Aktion damit auch in Calw veranstaltet. Ab 13.30 Uhr versammelten sich die ersten Frauen und bildeten gemeinsam einen Kreis, in dem sie sich zur Musik bewegten. Egal ob jung oder alt – Spaß hatte jede Tänzerin.

Für den passenden Rhythmus sorgte die Trommelgruppe "Trommelei Weil der Stadt" unter der Leitung von Aranya (Künstlername).

Sarah Tonhauser, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Calw, betonte in ihrer Begrüßungsrede, wie wichtig dieser Tag für sie sei: "Wir stehen hier für Selbstbestimmung und Solidarität. Jede von uns hat das Recht, ihre eigenen Grenzen zu ziehen." Sie fügt hinzu: "Jede Frau muss das Recht haben, Zuflucht, Schutz und Unterstützung zu erhalten."

Die Gleichstellungsbeauftragte bringt bei der Aktion die Forderungen direkt auf den Punkt: Dazu gehören unter anderem ein angemessenes strafrechtliches Vorgehen gegen Femizide, eine verbesserte bundesweite Erhebung von Daten zu Gewalt an Frauen sowie eine gründliche Erforschung von Gewaltpotenzialen in Familie und Partnerschaft und eine institutionalisierte Förderung der Hilfsangebote für Opfer häuslicher Gewalt.

Auf diesen Tag haben sich bereits im Vorfeld Frauen aus der Region mit Tanzproben in der Walter-Lindner-Sporthalle in Calw vorbereitet.

Für das Engagement der Tanzlehrerin Christine Lang-Genthner sprach Tonhauser deshalb einen besonderen Dank aus. Ein Dankeschön für ihre Unterstützung bei der Aktion ging auch an Beate Ehnis.

Initiiert von einer New Yorker Künstlerin

Doch was ist überhaupt der Hintergrund dieser Tanz-Aktion? "One Billion Rising" –­ aus dem Englischen übersetzt "Eine Milliarde erhebt sich" – ist eine weltweite Kampagne, die sich für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung einsetzt.

Initiiert wurde OBR im Jahr 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensle. Die eine "Milliarde" deutet dabei auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer schweren Körperverletzung wird, heißt es auf der Internetseite von OBR.

Bei ihrer Ansprache in Calw fügt Tonhauser hinzu: "Jede vierte Frau in Deutschland wird mindestens ein Mal im Leben Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt." Gravierend sei auch, dass nur 20 Prozent der Frauen, die Gewalt erfahren, die bestehenden Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen nutzen, führt die Gleichstellungsbeauftragte weiter aus.

Die Kampagne wurde im Rahmen der V-Day-Bewegung – ebenfalls eine weltweite Bewegung, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu stoppen – gestartet.

OBR versteht sich aber nicht nur als globaler Streik, sondern auch als Einladung zum Tanz, mit dem Ziel, sowohl ein Akt weltweiter Solidarität, als auch eine weltweite Demonstration der Gemeinsamkeit zu werden, heißt es auf der Internetseite.

Im Laufe der Zeit habe sich die Aktion mit Tausenden Events in bis zu 190 Ländern der Welt und 200 Städten in Deutschland zu einer der größten Kampagnen entwickelt, die sich gegen Gewalt an Frauen einsetzte, erklärte Tonhauser.

"Wir brauchen mutige Frauen und Männer, die sich trauen hinzuschauen und einzumischen", betont sie. "Gemeinsam setzen wir heute ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen", appelliert Tonhauser an die anwesenden Tänzerinnen am Ende ihrer Rede.

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