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Calw "Irgendwann keine Lust mehr darauf"

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Ein Bild, das es in Calw nicht mehr zu sehen geben wird: Bernd Bodler in Aktion. Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder Bote

Es war ein bewegender Moment in der Calwer Walter-Lindner-Halle: Im letzten Bundesligaspiel vor dem Abstieg schickt TSV-Trainer Thomas Stoll gegen den TV Schweinfurt-Oberndorf noch einmal Bernd Bodler für einen Ballwechsel aufs Feld. Und natürlich: "BB" punktet mit einem Schuss aus dem Rückschlag. Danach nimmt Stoll wie verabredet eine Auszeit und Bodler wieder vom Feld. Die Karriere ist beendet. Das Publikum erhebt sich zum finalen Applaus.

Auch wenige Tage nach dem Abschied vom aktiven Faustball ist Bodler, den in dieser Saison starke Schuler- und Rückenschmerzen plagten, noch gefasst. Ein Gespräch mit ihm über sein Karriereende, den TSV Calw und seine Pläne für die Zukunft.

Der TSV Calw ist aus der Bundesliga abgestiegen, Sie kamen am letzten Spieltag so kurz vor Ihrem Karriereende aber noch zu einem Einsatz. Überwiegt die Trauer über den Abstieg oder die Freude, dass das noch geklappt hat?

Eher die Trauer, weil so wollte ich nicht mit dem Faustball aufhören –­ mit einem Abstieg. Das war sehr unglücklich. Mein Einsatz war nur obligatorisch. Ein Ballwechsel.

Hatten Sie bei diesem Ballwechsel Schmerzen?

Nein, aber wenn ich länger spiele, bekomme ich Probleme.

Sie plagen Schulter- und Rückenschmerzen. Gibt es eine genaue Diagnose?

Nein. Ich habe große Verspannungen und muss aufpassen, dass es nicht zu schlimm wird, sonst droht ein Bandscheibenvorfall. Da mache ich lieber erst einmal keinen Sport mehr.

Auch nicht hobbymäßig?

Ich werde das jetzt erst einmal auskurieren und gar keinen Sport machen. Danach will ich aber eigentlich noch ein bisschen zum Spaß spielen.

Wann fiel die Entscheidung, die Karriere zu beenden?

Ich wollte eigentlich schon länger aufhören. Definitiv habe ich das vergangenes Jahr in der Halle entschieden. Da habe ich gesagt, dass ich nur noch ein Jahr spiele. Die Verletzung ist jetzt leider dazwischengekommen, aber mein Karriereende hatte ich schon vorher angekündigt.

Warum hören Sie auf?

Ich habe jetzt 20 Jahre lang Faustball extrem betrieben. Fünf-, sechsmal die Woche, teilweise siebenmal. Irgendwann hat man keine Lust mehr darauf, sich immer wieder reinzusteigern und motivieren zu müssen. In der Bundesliga muss man das mit Leidenschaft machen und wenn das nicht mehr geht, auch vom Körper her, dann muss man den Schlussstrich ziehen.

Woran denken Sie am liebsten zurück in diesen 20 Jahren?

An meine zwei deutschen Meisterschaften mit dem TV Unterhaugstett und dem TSV Calw. Mit Unterhaugstett wurde ich Vierter, mit Calw Dritter. Das war sehr schön. Und auch die Aufstiege waren sehr, sehr schöne Erlebnisse.

Werden Sie dem TSV Calw in irgendeiner Form erhalten bleiben?

Ja, auf jede Fälle. Ich sitze mit im Vorstand, bin für das Sportliche zuständig und wenn ich wieder mehr Spaß habe – wahrscheinlich in der nächsten Hallen-Saison –, werde ich irgendeine Mannschaft trainieren. Ich habe einen Trainerschein auf höchster Ebene, dürfte auch in der Bundesliga trainieren. Aber eher möchte ich mich im Jugendbereich engagieren.

Warum hat der Klassenerhalt in dieser Saison nicht geklappt? Waren die Ausfälle von Ihnen und Raphael Schlattinger zu gravierend?

Gravierend war der Ausfall von Raphael Schlattinger. So einen Spieler kann man nicht ersetzen. Das kann kein Bundesligist.

Haben diese zwei Jahre Hallen-Bundesliga geholfen, den Faustball in Calw populärer zu machen?

In meinen Augen schon. Beim letzten Heimspiel waren über 200 Zuschauer und die Stimmung war sehr gut. Und es waren einige neue Gesichter in der Halle.

Was kann man machen, damit der Faustball in Deutschland allgemein attraktiver wird?

Er müsste im Fernsehen kommen oder olympisch werden. Das wird aber leider nicht passieren. Fernsehen ist zu teuer und um olympisch zu werden, fehlen uns die Kriterien.

In der Halle geht es für den TSV Calw in der 2. Bundesliga weiter. Ist er dann gleich Aufstiegsfavorit?

Auf alle Fälle. Wenn wir nur ein Spiel mehr gehabt hätten, wären wir ja wahrscheinlich gar nicht abgestiegen. Wir sind auf alle Fälle Top-Favorit.

Jetzt werden die Augen beim TSV Calw aber erst einmal zu den Frauen gehen, die Süd-Meister geworden sind und in der Endrunde um den deutschen Meistertitel kämpfen.

Klar. Einige unserer Spieler werden auch mit nach Niedersachsen fahren und sie anfeuern. Ich persönlich kann leider nicht dabei sein, weil ich eine Woche später als Schiedsrichter bei der Endrunde der Männer dabei bin. Zwei Wochenenden hintereinander wäre ein bisschen extrem.

Was trauen Sie den Calwer Frauen zu?

Als Süd-Meister ist man immer Titelaspirant. Sie haben auch das Potenzial, deutscher Meister zu werden.

Dann wäre es ja trotz dem Abstieg der Männer eine versöhnliche Saison beim TSV Calw, oder?

Das auf alle Fälle. Der Verein ist ja auch nicht wirklich traurig über unseren Abstieg, weil wir durch die Verletzungen damit rechnen konnten. Es herrscht keine Trauerstimmung. Wir schauen nach vorne, wollen im Feld voll angreifen und dann auch in der Halle sofort wieder aufstiegen.

Und Sie sind sich sicher, dass es Sie dann nicht doch noch einmal reizt? Wird es kein Comeback geben?

Auf keinen Fall. Ich werde definitiv nicht mehr 1. Bundesliga spielen. Da muss schon ganz viel passieren.   Die Fragen stellte Tim ­Geideck.

 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

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