Der Fuhrpark des Calwer Bauhofs ist teils in die Jahre gekommen. Die Kehrmaschine etwa (rechts) ist seit rund einem halben Jahr nicht mehr benutzbar und wird ersetzt. Foto: Verena Slama

Viele Fahrzeuge des Calwer Baubetriebshofs sind, gelinde gesagt, in die Jahre gekommen. Nun stehen Investitionen von Hunderttausenden Euro bevor.

Seit Jahrzehnten in Gebrauch, viele Zehntausend Kilometer auf dem Buckel, Verschleiß, größere erwartbare Reparaturen: Der Bedarfsplan für Fahrzeuge und Geräte des Calwer Baubetriebshofs zeigt deutlich, wo Handlungsbedarf besteht.

 

„Es ist schon so, dass der Bauhof langsam auseinanderfällt“, erklärte entsprechend auch Calws Oberbürgermeister Florian Kling unlängst in einer Sitzung des Bauausschusses.

„Deshalb wäre es geschickt, wenn wir ein bisschen einkaufen gehen“

Der Fuhrpark sei überaltert, mehrere Fahrzeuge haben erhebliche technische Mängel, sind TÜV-fällig, korrosionsgeschädigt, verursachen bereits durch Ausfälle Einschränkungen. Kurz: Sie sind am Ende des Lebenszyklus angekommen.

„Deshalb wäre es geschickt, wenn wir ein bisschen einkaufen gehen“, ergänzte Kling.

Als Sofortmaßnahmen beschloss der Ausschuss daher zunächst ein neues Müllfahrzeug für die Stadtreinigung für rund 65 000 Euro sowie ein Ersatzfahrzeug für den Mähtrupp (Transport Geräte und Mäher) für rund 50 000 Euro zu beschaffen.

Das derzeit eingesetzte Müllfahrzeug ist 13 Jahre alt, hat etwa 220 000 Kilometer auf dem Kilometerstand, erhebliche Korrosionsschäden und eine defekte Abdeckung des Müllbehälters.

Das neue Fahrzeug wird wieder ein Diesel-Verbrenner sein. Auch ein E-Fahrzeug stand zur Debatte; dieses hätte jedoch mit etwa 110 000 Euro zu Buche geschlagen. Der Rat zeigte sich nicht überzeugt und stimmte mehrheitlich dagegen.

Der momentan noch eingesetzte Transporter des Mähtrupps ist inzwischen bereits 20 Jahre alt, hat einen Kilometerstand von 115 000 Kilometern und weist ebenfalls erhebliche Korrosionsschäden auf. Bei der nächsten TÜV-Prüfung, so die Einschätzung, dürfte das Fahrzeug nicht mehr durchkommen.

Der Bauhof im Stammheimer Feld Foto: Verena Slama

Bereits angeschafft wurde ein Kompaktschlepper für rund 80 000 Euro. Dieser ersetzt den 30 Jahre alten Spindelmäher sowie einen bislang für den Winterdienst jährlich angemieteten Kleinschlepper.

Ein neuer Spindelmäher in vergleichbarer Größe hätte etwa 150 000 Euro gekostet.

Als Vorteile des Kompaktschleppers listet die Verwaltung etwa auf, dass dieser zwei bisherige Fahrzeuge ersetze und zudem ganzjährig eingesetzt werden könne

Bereits beschlossen hat der Gemeinderat auch die Anschaffung einer E-Kehrmaschine. Das alte Fahrzeug hat mit rund 7500 Betriebsstunden den Angaben zufolge seine wirtschaftliche Lebensdauer überschritten und ist aufgrund eines erheblichen Antriebsschadens außerdem außer Betrieb.

Der größte absehbare Brocken dürfte im kommenden Jahr anstehen

Das neue Gerät wird die Stadt zwischen 220 000 und 270 000 Euro kosten – abzüglich einer Förderung in Höhe von 100 000 Euro. Diese hatte der Landkreis Calw zugesagt, um die Mehrkosten eines Elektrofahrzeugs zu kompensieren.

Der größte absehbare Brocken dürfte im kommenden Jahr anstehen. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung, Vorbereitungen zu treffen, um 2027 einen neuen Lastwagen mit Ladekran kaufen zu können. Kostenpunkt: voraussichtlich rund 470 000 Euro.

Das bislang noch genutzte Fahrzeug ist knapp 20 Jahre alt und hätte demnächst zudem größere Reparaturen nötig. Allein für eine anstehende Instandsetzung des Krans sei mit etwa 20 000 Euro zu rechnen.

Bis 2036 stehen 23 weitere Fahrzeuge auf dem Bedarfsplan

Ebenfalls dringend benötigt wird ein neuer Unimog. Auch hier ist das bisherige Fahrzeug etwa 20 Jahre alt, der Gesamtzustand schlecht, der Reparaturaufwand anhaltend hoch. Da ein neuer Unimog jedoch mit rund 210 000 Euro zu Buche schlagen wird und in den Jahren 2026/2027 kein Budget übrig bleibt, ist hier eine Neuanschaffung 2028 geplant.

Das Ende ist damit zwar noch nicht erreicht. Bis zum Jahr 2036 stehen insgesamt 23 weitere Fahrzeuge auf dem Bedarfsplan des Bauhofs, die mit insgesamt mehr als einer Million Euro Kosten kalkuliert werden. Aber: „Die teuersten Sachen stehen bis 2028 an“, sagte Kling.