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Calw Hirsauer Publikum schwelgt in ganz großen Gefühlen

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Ins spanische Sevilla des 19. Jahrhunderts wurde das Hirsauer Publikum mit der Oper "Carmen" entführt. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Jeanette Tröger

Calw-Hirsau. Georges Bizets "Carmen", eine der meistgespielten Opern weltweit, gab es als Open Air-Genuss am Samstag beim Klostersommer in Hirsau.

Die Inszenierung dieses Klassikers in französischer Sprache durch Kulturgipfel zusammen mit der Venezia Festival Opera aus Bulgarien versetzte die Zuschauer mitten hinein ins spanische Sevilla des 19. Jahrhunderts. Liebe, Leidenschaft, Hörigkeit und Eifersucht bis hin zum Tod – die großen Gefühle sind der Stoff für große Dramen, damals wie heute.

"Carmen wird sich nicht unterwerfen! Frei ist sie geboren und frei wird sie sterben". Die heißblütige und verführerische Zigeunerin Carmen verdreht der Männerwelt in Person von Wachmann Don José, Torero Escamillo und Offizier Zuninga die Köpfe, lässt sich nicht in Konventionen zwingen und bezahlt die Freiheit zu lieben, wen sie will, am Ende mit dem Tod.

Bizet bereicherte mit seiner Komposition die Opernliteratur, die vor allem reine, naive weibliche Sopranrollen kennt, um eine große, im Mezzosopran singende Titelrolle und setzte so den heldenhaften Tenören ein für alle Mal einen selbstbestimmten sowie gefährlich-gleichberechtigten Frauentyp gegenüber. Das war mutig und wurde vom damaligen Publikum in Paris zunächst nicht goutiert.

Nach dem frühen Tod Bizets und Aufführungen in Wien begann der internationale Erfolg der Oper. Die mitreißenden, eingängigen Arien, Duette und Chöre begeistern bis heute Opernfreunde in aller Welt.

Allen voran ist natürlich die Habanera der Carmen zu nennen, die Elena Chavdarova-Isa, Mezzosopran klar, warm und anrührend intonierte: "Die Liebe ist ein Zigeunerkind, fragt niemals nach Gesetz, noch Recht, noch Macht". Oder die Blumenarie "La fleur que tu m’as jetée" des von Carmen abgewiesenen Don José (Stoyan Daskolov, Tenor mit schönem Schmelz), mit der er um ihre Liebe fleht, obwohl sie ihn verlacht. Und der Torero Escamillo (Ivaylo Dzhurov) fesselt seine Bewunderer mit "Vôtre toast je peux vous le rendre", zu deutsch: "„Auf in den Kampf! Torero!", das von seinen Abenteuern in der Arena erzählt.

Regisseurin Nadia Risto und die Bühnenbildner haben in der auf ein Minimum reduzierten Kulisse, deren Atmosphäre hauptsächlich von der Beleuchtung lebte, die Solisten und den Chor folkloristisch und detailgenau farbenfroh ausgestattet. Balleteinlagen à la Flamenco und ein Einmarsch der Toreros brachten szenische Auflockerung.

Ausgerechnet in dem Moment, als Micaela (Koloratursopranistin Andrea Hörkens), Don Josés abgewiesene Verlobte, im dritten Aufzug ihre wunderschöne Arie "Je dis que rien ne m’épouvante" anstimmte, setzte ein kurzer Regenguss ein und sorgte für Unruhe und Rascheln der Regencapes.

Ganz schnell ließ sich das Publikum jedoch wieder einfangen vom Zauber dieser Melodie und zog mit langanhaltendem Applaus das Resumée: Diese Carmen war ein Genuss.

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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