Die Feuerwehr pumpte das Wasser aus den Geschäften. Foto: Rousek

Feuerwehr rückt zu Überschwemmungen in Lederstraße aus. Höhe des Schadens noch unbekannt.

Calw - Trüb, trüber, Dienstag. Während das regnerische Wetter bei vielen Menschen lediglich schlechte Laune auslöste, hatten einige Haushalte und Geschäfte in Calw ganz andere Probleme. Bei ihnen liefen die Keller, beziehungsweise die Ladenräume voll.

Calw. Um 15.44 Uhr ging bei Stadtbrandmeister Dirk Patzelt der Alarm los: Im Drogeriemarkt dm, im Bekleidungsgeschäft C&A sowie im Schuhladen Deichmann stand das Wasser. Die massiven Regenfälle des Nachmittags hatten dafür gesorgt, dass der Abflussschacht, der vor den Eingängen verläuft, überquoll. Über die Schiebetüren konnte das Wasser ungehindert in die Geschäfte fließen. Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Calw rückte mit Wassersauger und Abzieher an, um dem Wasser Herr zu werden.

Während dm noch verhältnismäßig glimpflich davonkam und bereits am Mittwochmorgen schon wieder regulär öffnen konnte, waren die Mitarbeiter der anderen beiden Läden noch den ganzen Vormittag mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Erst ab etwa 13 Uhr konnten die Kunden wieder dort einkaufen.

Bei C&A musste ein Bereich des Ladens jedoch auch am Mittwoch noch abgesperrt bleiben. Der Grund: Das Wasser drang nicht nur von außen in das Bekleidungsgeschäft, sondern auch von der Decke. "Das Parkhaus ist ja direkt über uns, da dringt das Wasser natürlich leichter ein, als anderswo", sagt Doreen Lindmann, Filialleiterin bei C&A. Etwa zehn Zentimeter tief habe das Wasser zeitweise gestanden. "Ungefähr die Hälfte des Ladens war überschwemmt."

Wie hoch der Sachschaden ist, kann noch nicht beziffert werden. Ebenso wie in den beiden anderen Geschäften sind Sachverständige dabei zu begutachten, was das Wasser angerichtet hat. "Es kommt ganz darauf an, inwieweit sich der Boden vollgesogen hat", erklärt Patzelt.

Das Trockenlegen der drei Geschäfte in der Lederstraße sollte aber nicht der einzige Einsatz der FFW an diesem Tag bleiben. Insgesamt elf Mal mussten die Einsatzkräfte ausrücken, um vollgelaufene Keller auszupumpen: In Holzbronn, Altburg, Hirsau sowie acht Mal in der Kernstadt.

Ganz überrascht war die FFW jedoch nicht von der Flut der Ereignisse. "Wir hatten für Dienstag eine Vorwarnung in der Stufe gelb", erklärt Patzelt. Das bedeute, es könne sein, dass was komme. Müsse aber nicht unbedingt. In diesem Falle sei es eben gekommen, und zwar gleich knüppeldick.

Nach jedem Einsatz werden Geräte genau kontrolliert

Zeit zum Ausruhen hatten die Einsatzkräfte nicht, denn auch für Mittwoch war eine Vorwarnung derselben Stufe herausgegeben worden. Gewitter mit Starkregen, starkem Wind und sogar Hagel sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. Ob sich die Feuerwehrleute in irgendeiner Weise vorbereiten können? "Das ist schwierig", so Patzelt. Man überprüfe nach jedem Einsatz alle Geräte. "Vor allem die elektrischen Betriebsmittel werden sorgfältig kontrolliert, ob alles funktioniert." Denn Strom und Wasser, das vertrage sich bekanntlich nicht. Und unter Umständen komme in den nächsten Tagen noch der ein oder andere Einsatz hinzu.

Denn auch am Donnerstag, 24. Mai, soll es laut DWD zu Gewittern und Schauern kommen. Teils mit starkem Wind. Erst ab Freitag erhält der ­Sommer wieder Einzug. Zunächst noch etwas zögerlich mit einzelnen Schauern, ab Samstag dann wieder richtig bei mehr als 20 Grad Celsius. Dann können auch die Böden und Keller endlich wieder trocknen.

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