Unter anderem wurden Aufnahmen im Kloster Hirsau gedreht. Foto: Dörr

Initiator reflektiert Startschwierigkeiten und gibt Einblicke hinter die Kulissen. Insgesamt positive Resonanz.

Calw - Seit sechs Wochen wird die Mini-Serie "Typisch Calw" produziert. Es gibt bis jetzt fünf Episoden, fünf weitere sollen folgen. Citymanager Hansjörg Neumann zieht eine Zwischenbilanz.

Die Serie "Typisch Calw" behandelt vor allem lokale Themen. Es werden Unternehmer interviewt und ein paar lokale Geschichten thematisiert - wie zum Beispiel das Kloster Hirsau. Die Serie erscheint wöchentlich dienstags ab 20.15 Uhr und ist auf Youtube zu sehen. Insgesamt haben die Videos fast 10.000 Klicks. Vergangene Woche war Halbzeitpause. Am Dienstag, 14. Juli, geht es mit Folge sechs weiter.

Serie sorgt für Gesprächsstoff

Hans-Jörg Neumann,Citymanager der Stadt Calw und Initiator des Projekts, erzählt, dass die Resonanz positiv und konstruktiv sei. Einige Leute sagten dem Citymanager, sie hätten viel Neues über Calw und die Umgebung erfahren: "Die persönlichen Nachrichten waren stark. ›Gefällt mir‹ zu drücken geht schnell. Aber wenn jemand eine Nachricht verfasst, war es ihm wichtig", freut er sich.

Das "Typisch Calw"-Team sorge für Gesprächsstoff, gibt Neumann zu: "Wenn wir in der Stadt unterwegs sind, um zu drehen, kommen ständig Leute auf uns zu und fragen nach ›Typisch Calw‹. Das zeigt, dass wir doch einige Leute erreichen."

"Typisch Calw", so Neumann, sei ein Samen der noch wachsen könne: "Wir entwickeln uns von Folge zu Folge weiter." Wenn eine Episode ausgestrahlt ist, beginnt sofort die Produktion der nächsten. Neumann sagt, er versuche dabei in die Nischen zu gehen und auch mit kleineren Unternehmen zu sprechen. Er achte sehr darauf, dass alle Unternehmen, die beteiligt sind, gut repräsentiert würden. Viele der vorgestellten Personen seien Privatleute, die sich in ihrer Freizeit zur Verfügung stellen. Mehr als 80 Beiträge seien so schon in den bisherigen fünf Folgen zusammen gekommen.

"Wir dachten nie, wir schmeißen hin"

Zu Beginn gab es ein paar Probleme mit dem Ton. Und auch das Hochladen klappte nicht auf Anhieb. Neumann meint, es sei eine regelrechte Achterbahnfahrt gewesen: "Als das erste Video nach einer Stunde immer noch nicht online war, bin ich verzweifelt. Und als ich die Tonqualität gehört habe, bin ich erschrocken."

Danach habe er sich mit seinem Team besprochen und überlegt, wie sich die Beiträge verbessern ließen: "Wir dachten nie, wir schmeißen hin." Nach der zweiten Folge habe positiver Stress eingesetzt, erzählt der Citymanager: "Wir haben uns gefragt: Wie geht es besser? Wie geht es größer? Uns hat der Ehrgeiz gepackt."

Zu Beginn bestand die Truppe lediglich aus ihm und Dominik Schirle, Mitglied der Geschäftsleitung von "MF Sound & Light" und Produzent der Videos. Danach kam noch Ilona Trimbacher, Künstlerin aus Calw, dazu. Anfangs sei auch der Gewerbeverein involviert gewesen. Sabrina Brenner, Inhaberin der Bar "Gecko", habe dann ihre Kneipe als Studio zur Verfügung gestellt . Sie moderiert seitdem die Studio-Beiträge, so der Citymanager.

Videos sollen Menschen zum Lachen bringen

Für musikalische Unterstützung sorgt Vitek Spacek, Musiker und Musiklehrer. Vor der ersten Folge kannten Neumann und seine Dreh-Partner sich noch nicht gut. Er selbst hatte nach eigenen Angaben "keine Ahnung" von Video-Dreh und Schnitt. So musste er seinem Team einfach vertrauen, meint Neumann. Das Endergebnis seien lässige Videos, die die Leute auch mal zum Lachen bringen. "Ich selbst mache mich ja dauernd zum Affen in den Videos."

Das selbst gesteckte Ziel laute: 250 Zuschauer pro Folge. "Dann hätten wir schonmal 250 Leute erreicht. Dieses Ziel haben wir immer um fast das Zehnfache übertroffen", freut sich Neumann.

Klick-Zahlen seien jedoch nicht ausschlaggebend. Es sei viel wichtiger, dass die Personen die auftreten, sich gut fühlen. Außerdem ginge es auch darum, sich mit anderen Städten zu messen und Calw nach außen zu präsentieren. Die Videos seien als eine Einladung zu verstehen, die Stadt kennenzulernen. "Das ist nicht der heilige Gral. Niemand erwartet, dass Calw von jetzt auf gleich einen ganz neuen Ruf hat. Vielleicht sieht aber irgendjemand mal die Videos, lässt sie auf sich wirken und sagt dann: ›Wow. In Calw ist es schöner als ich gedacht habe.‹" Neumann verspricht, dass die nächste Folge actionreich wird: "Ich springe mit dem Fallschirmspringerverein Calw aus dem Flugzeug und lasse mich vom Ordnungsamt abschleppen. Das wird noch spannend."

Kommentar: "Typisch Calw"

Wenn man sich in Calw umhört, haben viele noch keine einzige Folge des Formats "Typisch Calw" gesehen. Dennoch haben sie eine Meinung dazu: Manche finden es gut, andere halten es für Zeitverschwendung. Sich zu beschweren ist immer leicht. Etwas auf die Beine zu stellen dagegen schwer. Man kann vieles über "Typisch Calw" sagen. Was man dem Team von Hansjörg Neumann aber nicht absprechen kann, ist sein Engagement. Sie haben die Initiative ergriffen und bewegen etwas. Anfangs gab es Hürden zu überwinden, doch Neumann ist eben kein Steven Spielberg. Das Team lernt mit jeder Folge dazu. Jeder kann ungefähr einschätzen, wie schwer es sein muss, während dieser Krise ein Projekt auf die Beine zu stellen. "Typisch Calw" wird nicht binnen einer Folge das Selbstverständnis der Calwer umkrempeln. Es ist als Einladung zu verstehen. Wer sie nicht annimmt, lässt sich etwas entgehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: