Die Grippewelle hat in dieser Saison mehr Menschen getroffen als in den Jahren zuvor – auch im Kreis Calw. Foto: Gambarini

Mehr als doppelt so viele Fälle. Großteil der Erkrankten "im fortgeschrittenen Alter", wenige Kinder betroffen.

Kreis Calw - Die Grippewelle in dieser Saison war laut Medienberichten die heftigste seit der sogenannten Schweinegrippen-Pandemie im Jahr 2009. Auch den Kreis Calw hat es deutlich härter getroffen als in den Vorjahren.

Frösteln, Fieber bis zu 40 Grad, Halsschmerzen, trockener Husten, tränende Augen und eine rinnende Nase – wer diese Symptome am eigenen Leib erlebt hat, gehörte während der vergangenen Monate wahrscheinlich zu den Opfern der Grippewelle, die in dieser Saison einen Höchststand erreichte. Im Kreis Calw wurden insgesamt 179 Fälle gemeldet, berichtet Anja Härtel, Pressesprecherin des Calwer Landratsamtes – mehr als doppelt so viele wie in den Jahren 2010 bis 2016, in denen jeweils zwischen 25 und 90 Erkrankte registriert wurden. Einen noch größeren Ausreißer aus der Statistik gab es übrigens in der Grippesaison 2009, die durch die Schweinegrippe Berühmtheit erlangte. Damals wurden 543 Fälle gezählt.

Hoher Schweregrad

"Was in diesem Jahr vor allem ins Gewicht fiel, war aber weniger die Anzahl der Erkrankten, sondern vor allem der oftmals deutlich erhöhte Schweregrad", erklärt Härtel. "Dies sorgte insbesondere bei den älteren Patienten mit Mehrfacherkrankungen (Ü 70) für Komplikationen. So war die Grippe bei einer Person im fortgeschrittenen Alter vermutlich todesursächlich; bei einer zweiten Person vermutlich mit todesursächlich."

Der Großteil der Erkrankten sei "im fortgeschrittenen Alter" gewesen, die restlichen Betroffenen in allen Altersgruppen, jedoch nur wenige Kinder.

Mittlerweile gelte die Grippesaison als beendet, so die Pressesprecherin. Dem Landratsamt würden zurzeit keine weiteren Fälle vorliegen.

Bundesweit wurden laut den neuesten Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts 113 247 Fälle gemeldet. 677 Menschen starben, davon 637 – also 94 Prozent – aus der Altersgruppe der über 59-Jährigen.

Übrigens: Das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau berichtete vor einiger Zeit, dass viele Menschen, die erkranken, gar nichts oder nur wenig davon mitbekommen. So verlaufe die Infektion mit Influenza-Viren, die die Grippe auslösen, in 80 Prozent der Fälle unbemerkt oder nur als leichte Erkältungskrankheit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien pro Jahr zehn bis 20 Prozent der Weltbevölkerung betroffen, die Mehrheit merke es aber eben nicht.

Grippaler Infekt

Halsschmerzen oder Heiserkeit, eine verstopfte oder laufende Nase, Husten oder Kopfschmerzen sowie häufig Fieber und leichte Schmerzen sind typische Symptome einer Erkältung – auch bekannt als grippaler Infekt. So weit ähneln sich Erkältung und Grippe. Der grippale Infekt verläuft allerdings langsamer und harmloser. So ist nach etwa zwei bis drei Tagen der Höhepunkt der Krankheit erreicht, nach einer bis drei Wochen ist in der Regel (fast) alles ausgestanden.

Grippe

Eine (echte) Grippe ist vor allem durch ihren plötzlichen und heftigen Ausbruch gekennzeichnet. Innerhalb weniger Stunden leiden die Betroffenen, die sich zuvor oft noch gesund gefühlt haben, unter einem extremen Krankheitsgefühl mit Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Symptome der Virusgrippe sind außerdem Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, trockener Husten, eine verstopfte oder laufende Nase sowie Appetitlosigkeit und Müdigkeit.

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