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Calw Gregor Meyle begeistert beim Klostersommer

Von
Foto: Fritsch

Calw-Hirsau - "Ich freu mich so, dass die Bude voll ist." Das kam ehrlich und authentisch rüber vom Mann mit Gitarre, Hut und Brille nach dem ersten Stück "Flieg jetzt los". Dieser Titel könnte auch als Metapher für den Start in das weit mehr als zweistündige Konzert stehen. Gregor Meyle nahm sein Publikum im Hirsauer Kloster mit auf eine Reise durch sein Repertoire, durch die Banalitäten des Alltags einerseits sowie manch unbehagliche Entwicklungen im Weltgeschehen andererseits. Und alles Zwischenmenschliche, das mal erhebend und mal schmerzlich ist, findet Eingang in seine Texte und Entsprechung in der Musik.

Dazu war es eine Reise durch die unterschiedlichsten Musikstile, mal balladesk, mal irisch-folkloristisch oder im Reggae-Style und dann wieder mexikanisch angehaucht. Auf jeden Fall exzellent präsentiert von der achtköpfigen "Angeber"-Band, für die er "15 Jahre brauchte, um sie zusammenzustellen", wie Meyle bei der Vorstellung der Instrumentalisten verriet. Mit Laura Bellon, der einzigen Frau auf der Bühne, ergänzte eine großartige Stimme die Band, die besonders im Duett mit Meyle sehr gut zur Geltung kam. Der gebürtige Backnanger kokettierte mit seinem schwäbischen Dialekt und zeigte sein parodistisches Talent, wenn er nuschelnd dem am Vortag im Kreuzgang aufgetretenen "geilen Typ" Udo Lindenberg huldigte.

Das Publikum mochte die unprätentiöse Art, in der Meyle ganz Privates aus seinem Leben erzählte, das ihn zu Titeln inspiriert hat. Wie die allererste Stunde mit seiner neugeborenen Tochter zum Beispiel zu "Die wunderschönsten Dinge". Oder der frühe Tod der Mutter zum Song "Stolz auf uns", zu dem er sich am Klavier begleitete und es ganz still im Kreuzgang wurde.

Dann wieder heizte Meyle zusammen mit der Band dem Publikum ein, bis die Menge hüpfte, die Hände schwang oder folgsam beim Hip-Hop in die Hocke ging, um dann wieder aufzuspringen. Auch waren die Fans textsicher, was sie immer wieder bewiesen, wenn der mittlerweile im "gescheiten" Schwabenalter Angekommene forderte: "Hirsau, helft uns!"

Mit zahlreichen Titeln aus seinem neuesten Album ebenso wie aus Werken der vergangenen Jahre gelang es dem Gitarren-"Süchtigen", mal eine ob der geballten Instrumentenwucht krachende und dann wieder zu Herzen gehende, eher leise Stimmung in die Klostermauern zu zaubern. Zum Beispiel, als am Schluss des Titels "Hier schlägt mein Herz" das Publikum die Hand aufs Herz legte und das Schlagzeug einige wummernde "Herztöne" in den Abend schickte.

Drei Minuten ohne Handy

"Wie toll ist es, wenn man zur Zugabe rauskommt, und die meisten sind noch da", frotzelte Meyle. Das war keine Frage, auch wenn sich das Publikum etwas anstrengen musste. "Das Beste kommt noch" war dafür dann wohl der richtige Titel.

Ob es ein Wiedersehen in Hirsau gibt? Das Publikum äußerte sich absolut deutlich und lautstark dafür. Für den allerletzten Titel machten sich Meyle und Band auf den Weg ins Publikum. "Bitte, macht für drei Minuten eure Handys aus", war seine Bitte dazu. Und es klappte. Es wurde still und dunkel. Ganz ohne Mikro und Verstärker, ein letztes Mal Gesang, Gitarre, ein wenig Percussion und Geige – "Das nennt man Glück".

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