Motorrad-Trial-Fahrer sind keine Raser. Geschicklichkeit und Koordination sind bei den Sektionen genannten Strecken über Stock und Stein wesentlich wichtiger. Fotos: Mayer Foto: Schwarzwälder-Bote

Beim Motorrad-Trial sind Gleichgewicht sowie Motorik gefragt / Maschinenbeherrschung steht im Vordergrund

Von Julian Mayer

Motorrad-Trial ist die hohe Schule des Motorrad­fahrens. Bei diesem Sport lernt der Fahrer die absolute Beherrschung von Körper und Maschine. Beim Motorrad-Trial werden markierte Gelände­passagen mit dem Motorrad durchfahren.

Ge­schwindigkeit spielt keine Rolle. Die Fahrer star­ten gemäß ihrem Können in verschiedenen Schwierig­keitsklassen, so dass kein Fahrer über­fordert wird. Trial fahren kann man von früher Jugend bis ins hohe Alter.

Speziell für Jugend­liche ist der Motorrad-Trial­sport eine gute Vor­bereitung, um später auch sicher mit dem Motor­rad auf der Straße unter­wegs zu sein. Motorrad-Trial schult den Gleich­gewichtssinn sowie die Motorik des gesamten Körpers.

Aber auch der Kopf kommt nicht zu kurz. Es ist wichtig, eine Passage vor dem Be­fahren richtig zu bewerten. Hierbei spielen Steigung, Boden­be­schaf­fenheit und Art der Hindernisse eine große Rolle. Die Motorräder zeichnen sich durch ge­ringes Gewicht und hohe Agilität aus.

Mein Trial-Verein, bei dem ich seit zwei Jahren Mitglied bin, ist der MSC Weil der Stadt. Unser Trainingsgelände befindet sich in Merklingen. Hier trainieren wir jeden Samstag, wenn das Wetter gut ist. Momentan sind wir 14 Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren, die regelmäßig am Training und an Wettkämpfen teilnehmen.

Als ich mit dem Trialsport anfing, fuhr ich ein Motorrad mit 80 Kubikzentimeter Hubraum. Zur neuen Saison steige ich auf die nächststärkere Klasse mit 125 Kubikzentimeter Hubraum um. Mittlerweile gibt es auch sogenannte Mini-Trial-Motorräder mit Automatikgetriebe, die es ermöglichen, schon ab einem Alter von etwa fünf Jahren mit dem Trialsport zu beginnen.

Im Vordergrund steht beim Trial die Maschinenbeherrschung in den (Sektionen genannten) Sonderprüfungen. Die Fahrtzeit spielt eine untergeordnete Rolle, obwohl die Höchstfahrzeit festgelegt ist, um eine Veranstaltung im Griff zu behalten.

Diese Sektionen sind von erfahrenen Spezialisten ausgesucht. Ein mindestens 1,2 Meter breiter Kurs durch Gräben, Schlamm, über Wurzeln, Steine, hohe Stufen und enge Kehren – um Bäume oder andere Hindernisse herum – ist möglichst fehlerfrei zu durchfahren. Anfang und Ende der Sektion sind mit A- und E-Schildern gekennzeichnet, nur zwischen diesen wird eine Punktwertung durchgeführt. Fehlerfrei bedeutet, alle Schwierigkeiten fahrend zu überwinden, also nicht anhaltend, schiebend oder gar stürzend, aber auch ohne Nachhilfe mit den Füßen. Dies sind alles Fehler, die dem Fahrer auf einer mitgeführten Punktekarte mit unterschiedlicher Wertung vermerkt werden.

Das einmalige Berühren des Bodens mit dem Fuß wird mit einem Punkt vermerkt. Beim zweiten Mal gibt es zwei Punkte, mehr als zwei Berührungen kosten drei Punkte. Das Absteigen, ein Sturz oder das Berühren der Begrenzungen sowie das Anlehnen daran wird mit fünf Punkten geahndet. u Der Autor ist Schüler der Klasse 8a an der Werkrealschule Althengstett.