Stellvertrender Landrat Frank Wiehe (Zweiter von links) und die Gründungsmitglieder Erich Sieferer, Ernst Heeskens und Hans-Ulrich Bay (von links) sehen sich die Ausstellung an. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

Verein feiert mit Ausstellung sein 25-jähriges Bestehen / Glaube an Verbindung nach Renningen ungebrochen

Von Bettina Bausch

Calw. Mit einer umfassenden Bild- und Textdokumentation, Redebeiträgen und einem Umtrunk feierte der Verein Württembergische Schwarzwaldbahn im Landratsamt Calw sein 25-jähriges Bestehen. Dabei zeigte sich, dass die Vereinsmitglieder nicht nur nostalgisch zurückblickten, sondern fest davon überzeugt sind, dass "auf der Schwarzwaldbahn bald die Hesse-Bahn fahren wird", wie es Hans-Ulrich Bay sagte.

Der langjährige Vorsitzende erinnerte daran, dass sich am 10. Dezember 1987 im Ostelsheimer Gasthaus Sonne 19 Eisenbahnfans trafen und den Verein gründeten, der vorher schon als lose Bürgerinitiative bestanden hatte. Die engagierten Mitglieder verstanden es, durch ihre zahlreichen Aktivitäten im Laufe der Zeit immer mehr auf sich und ihre Ziele aufmerksam zu machen. Heute hat der Verein rund 150 Mitglieder.

"Unser Ziel ist es, dass die Hesse-Bahn im Jahr 2017 fährt", so Bay. Eine solche Verbindung wäre durch die jetzt eröffnete S-Bahn-Strecke S 60 von Renningen nach Böblingen/Sindelfingen von größerer Bedeutung.

"Ohne Sie wären wir nicht so weit. Wir sind stolz auf die gute Partnerschaft zwischen dem Landkreis und dem Verein Württembergische Schwarzwaldbahn", betonte der stellvertretende Landrat Frank Wiehe. Er hob die besonderen Leistungen hervor, die der Verein erbracht hat und würdigte das außergewöhnliche Engagement seiner Mitglieder. Die Eisenbahnfreunde hätten das Verdienst, dass heute die Trasse der ehemaligen Württembergischen Schwarzwaldbahn dem Landkreis gehöre, so Wiehe.

Der Glaube, dass sich schon in naher Zukunft etwas Entscheidendes bewegt in Richtung Hesse-Bahn, ist bei den rührigen Vereinsmitgliedern ungebrochen. 50 Millionen Euro kostet der Ausbau für Triebwagen mit Dieselantrieb, 70 Millionen wären es mit Elektrifizierung der Strecke Calw-Weil der Stadt, so Bay.

Die wichtigste finanzielle Entscheidung liegt bei Bund und Land, die beim Bau den weitaus größten Hauptteil der Kosten zu tragen haben. Da ist es ein Lichtblick, dass Landrat Helmut Riegger am 19. Dezember mit einem positiven Kosten-Nutzen-Faktor im Rücken zum Bundesverkehrsministerium fahren wird, um dort die Angelegenheit zu verhandeln.

Die sehr sehenswerte Ausstellung über die Schwarzwaldbahn und die Aktivitäten der Eisenbahnfreunde in den vergangenen 25 Jahren kann im Foyer des ersten Obergeschosses im Gebäude A des Landratsamtes während der üblichen Öffnungszeiten der Behörde besichtigt werden