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Calw Geschäfte dekorieren Schaufenster mit Gundert

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Besonders opulent ist das Schaufenster beim Modehaus Schaber dekoriert. Ein ernsthaft dreinblickender junger Gundert findet sich inmitten exotischer Bambus-Stangen und prächtig gewandeter Schaufensterpuppen wieder. Foto: Mikulcic

Calw - An Gundert kommt in diesem Jahr keiner vorbei. Selbst den innerstädtischen Einzelhandel versetzt der schwäbische Kosmopolit derzeit posthum in fiebrige Aufregung. "Gundert und Indien" lautet das Motto des Schaufenster-Wettbewerbs, den die Stadt ausrichtet.

18 Geschäfte nehmen teil. Ende Mai fällt die Entscheidung. Bis dahin können Kunden Einfluss nehmen. Und mithilfe ausliegender Teilnahme-Kärtchen ihren Favoriten in die Spitzengruppe befördern. Darüber hinaus befördern sich Abstimmende zusätzlich in den Lostopf für insgesamt sechs Eintrittskarten zu dem Marktplatz-Kracher "Calw rockt". Was den Publikumspreis angeht, liegt alle Macht beim Kunden. Ansonsten wird eine Gundert-kundige Jury die Schaufenster ablaufen und ihren Favoriten küren. Ob es am Ende gar zu einer Übereinstimmung kommt? Eines ist sicher: Juroren und Flaneure erwartet die Qual der Wahl. Die Teilnehmer haben sich mitunter richtig ins Zeug gelegt. So opulent und farbenprächtig gibt sich die Kernstadt sonst selten.

"Guck mal, ein Mann", sagt ein kleines Mädchen zu seiner Mutter. Kaltes, kugelförmiges Himmelblau aus seiner Eiswaffel verstrahlt einen eigentümlichen Charme. Die junge Dame isst "Schlumpf". Mit dem Mann meint sie Gundert. Er hängt im Schaufenster der "Spielerei" in der Lederstraße. Zusammengesetzt hat das Porträt in mühevoller Kleinarbeit Karsten Woywodt, der Inhaber des Spielzeugladens. Sein Gundert besteht aus fast 10 000 "Fischertips". Die sehen aus wie Styropor-Flips. Sind aber aus aufgeschäumter Kartoffelstärke.

An ausländische Besucher gedacht hat man bei "Foto Gulyas". Auch auf Englisch lässt sich hier nachlesen, was es mit dem in den Vitrinen derzeit allgegenwärtigen Bärtigen auf sich hat. Mit einer erhellenden Dosis südindischer Medizin-Weisheit wartet die "Alte Apotheke" auf: "Was immer wir selbst tun können, um unsere eigene Gesundheit zu stärken, wirkt besser als das, was andere für uns tun". Auch, dass Kümmel Magen und Darm beruhigt und Zimtrinde Leber sowie Galle stimuliert, kann man hier noch bis Ende Mai erfahren.

Öfter trifft man in den Fenstern die viel zitierte Gundert-Beschreibung aus Hesses "Kindheit des Zauberers" an. Zu finden ist sie beispielweise in der "Vom Fass"- Filiale. Auch das Druckhaus Weber führt den "Zauberer" an. Als den "Alten, Ehrwürdigen, Gewaltigen" bezeichnet Hesse den weltgewandten Großvater da. Bei der Auflösung großformatiger Ausdrucke hat der Druckhaus-Ableger in der Badstraße die Nase vorn. Aus offensichtlichen Gründen. Darüber hinaus hat man bei Weber diverse Aufenthaltsorte Gunderts auf anschauliche Weise in einer graphischen Darstellung versammelt.

Dass dieser in Stuttgart, Maulbronn, London, Calw und Indien weilte, kann man hier erfahren. Selbst, wer in der Biergasse sein Daunenbett zur Reinigung bringt, kann im Schaufenster von Renova Indien-Bilder von Reinhard Kafka bestaunen. Den "Brückenbauer" kehrt man hier hervor. Im Wettestreit um die Deko-Krone liefern sich Seitengassen und zentrale Straßenzüge zur Freude der Schaufenster-Bummler noch fast drei Wochen lang eine exotisch-farbenreiche Schlacht. So nah war Calw Indien vielleicht noch nie.

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