Es sind die klassischen Einzelhandelsgeschäfte und gastronomischen Betriebe, in denen sich in Calw was tut. Symbolbild. Foto: Seeger

"Maultäschle" geplant. Parfümerie Niendorf eröffnet bald. Renovierung bei Intersport Schlegel.

Calw - Es tut sich was im Calwer Einzelhandel und in der Gastronomie. Vor allem von Inhabern geführte Geschäfte investieren.

Intersport Schlegel hat wegen einer umfassenden Renovierung derzeit geschlossen und macht am 31. Oktober wieder auf. Gastronom Thomas Peter ("Zum Alten Calwer") will bald sein "Maultäschle" eröffnen, und Hörgeräte Vogt ist von der Altburger Straße an die Marktbrücke umgezogen.

Elfte Filiale

Die Parfümerie-Kette Niendorf aus dem badischen Bühl kommt ganz neu in die Hermann-Hesse-Stadt und eröffnet in der Lederstraße eine Filiale. "Wenn alles klappt, wollen wir am 18. November eröffnen", sagte Verena Niendorf im Gespräch mit unserer Zeitung. Man sei ständig auf der Suche nach neuen Standorten und sei "auf das nette Städtchen Calw" gestoßen.

Es ist die elfte Filiale der Kette, die bislang vor allem im badischen Raum verbreitet ist. Das Sortiment ist hochwertig und entsprechend beratungsintensiv.

"Du musst dran bleiben und spätestens nach zehn Jahren was tun", sagt Stefan Rübsam, Geschäftsführer von Intersport Schlegel. Vor acht Jahren wurde das neue Gebäude im Gewerbegebiet Kimmichwiesen bezogen. "Wir haben", so Rübsam, "aus unserer neuen Filiale in Nagold viele Erkenntnisse gewonnen, die wir umsetzen wollen. Deshalb haben wir nicht noch zwei Jahre gewartet."

Zum Zeitpunkt des Umzugs habe noch die Parole "Geiz ist geil" gegolten. Das sei vorbei. Kunden wollen sich wohl fühlen. Das Einkaufserlebnis stehe im Vordergrund. Ware müsse ständig neu präsentiert werden. Nur so kann nach Auffassung von Rübsam der Handel gegen die Konkurrenz aus dem Internet bestehen.

Ältere Kundschaft

In renovierten Räumen präsentiert sich bereits Hörgeräte Vogt nach dem Umzug von der Altburger Straße zur Marktbrücke, wo sich zuvor das Optikgeschäft Delker befunden hatte (wir berichteten). "Wir haben einen großen Anteil älterer Kundschaft", sagt Geschäftsführer Benjamin Eichenbrenner zum bisherigen Standort. Da sei es mit dem Rollator schon schwierig gewesen über das Kopfsteinpflaster zu gehen. Nun befinde man sich in ­prestigeträchtiger Lage direkt neben zwei großen Parkhäusern der Innenstadt. "Wir werden jetzt kann anders wahr genommen", stellt Eichenbrenner schon nach kurzer Zeit fest.

"Bis zum Weihnachtsmarkt soll es so weit sein", sagt Thomas Peter. Der Wirt des Restaurants "Zum Alten Calwer" schafft mit dem "Maultäschle" ein neues Angebot. "Maultaschen to go", also zum Mitnehmen, sollen im Mittelpunkt stehen. Zudem kommt Peter sozusagen aus dem Keller und hat nun auch eine Lokalität ebenerdig zu Marktbrücke Lederstraße.

Kommentar

Es sind die klassischen Einzelhandelsgeschäfte und gastronomischen Betriebe, in denen sich in Calw was tut. Das ist erfreulich, wirkt es doch der Filialisierung und dem damit verbundenen Angebotseinerlei entgegen. Auch die Parfümerie Niendorf, die neu nach Calw kommt, ist kein klassischer Flilialist, sondern eine von der Besitzerfamilie geführte Kette. Gleichwohl ist das kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Baustellen gibt es in der Stadt genügend. Und das ist in Sachen Rathaussanierung wörtlich zu nehmen. Dadurch, dass die Arbeiten ein Jahr länger dauern als geplant, werden Marktplatz und Altburger Straße noch mehr abgehängt – und das bis zum Jahr 2018. Nur in der Lederstraße brummt das Geschäft. Damit allein lässt sich mit Nachbarstädten nicht konkurrieren. Bis zur Fertigstellung des Rathauses nichts zu tun, könnte sich als fatal erweisen.