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Calw Fünf Jahrhunderte Musikgeschichte

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Die Männerstimmen der Aurelius Sängerknaben sangen in Monakam für einen guten Zweck. Foto: Aurelius Sängerknaben Foto: Schwarzwälder Bote

Die Männerstimmen der Aurelius Sängerknaben Calw gestalteten jüngst ein geistliches Konzert zugunsten der neue Kirchenfenster in der evangelischen Kirche in Monakam.

Calw/Bad Liebenzell-Monakam. Die jungen Sänger sind alle beim renommierten Knabenchor aufgewachsen und bilden neben den Auftritten mit den Knaben auch ein eigenständiges Ensemble. Das einstündige Konzert leitete Bernhard Kugler, der künstlerische Leiter der Aurelianer.

Das abwechslungsreich gestaltete Programm mit Orgel und Chor führte an diesem Abend durch fünf Jahrhunderte Musikgeschichte. Dabei traten die jungen Sänger in wechselnden Aufstellungen und Besetzungen auf; zum Teil mit Soli abwechselnd auf der Empore und im Kirchenschiff. Es begann mit Musik aus der Zeit der anglikanischen Reformation, unter anderem von König Heinrich VIII., der das Lied "Pastime with good company" für seine erste Frau Katharina von Aragon geschrieben hat.

Vorbild, das immer mehr Menschen inspirierte

Karl Sutor, Pfarrer im Ruhestand, begrüßte für die Kirchengemeinde die Choristen und deren Leiter sowie die zahlreich erschienen Besucher in der voll besetzten Monakamer Kirche. Er ging in seiner Begrüßung auf den 9. November ein und erinnerte an die mutigen Männer und Frauen aus der Bürgerrechtsbewegung in der damaligen DDR, die das Fundament für diesen Tag gelegt haben, indem sie sich dem Regime entgegenstellten und durch ihr Vorbild immer mehr Menschen inspirierten, es ebenso zu tun. "Ich bin dankbar für die aktive und entscheidende Rolle der evangelischen Kirche in der DDR in dieser Zeit, die sich öffnete und Raum gab für notwendige Debatten. Die Friedensgebete in überfüllten Kirchen werden als Symbol einer Bewegung im Gedächtnis bleiben, die den Namen friedliche Revolution wirklich verdient!"

Seine Fortsetzung fand der musikalische Teil mit Werken der italienischen Vokalpolyfonie. Beginnend mit einer Vertonung von Psalm 148 und 150 von Orlando di Lasso (1548-1611).

"Aginus tibi gratias" gehört zu der anspruchsvollen italienischen A cappella Literatur. Im Mittelpunkt des Programms stand die sechsstimmige Motette von Jachet von Mantua zum Magnificat. Die Motetten des Kapellmeisters an der Kathedrale von Mantua verbinden den niederländischen Stil seiner Zeit mit der italienischen Musik. In der deutschen Romantik angelangt, war man mit dem festlichen "Das ist der Tag des Herrn" von Konradin Kreutzer. Seine Wirkung erzielt das Lied durch die ausdrucksstarke Dynamik mit dem hymnischen Anfang und Schluss. Das Sanctus aus der Deutschen Messe von Franz Schubert (1797-1828) "Heilig" bestach durch seine schlichte Melodie. Besonders zu erwähnen ist die ergreifende Motette "Aus der Tiefe rufe ich, Herr" von dem Stuttgarter Hofkomponisten Karl Eckert (1820-1879). Der Text besteht aus Psalm 130. Es ist der Ruf, der aus dem Nichts kommt, ein Ruf aus der Tiefe grundlos sich streckend nach Gott.

Zwischen den Chorwerken erklangen Orgelwerke von der englischen Renaissance bis zur französischen Romantik, so unter anderem der "Marche religieuse" des Dresdner Organisten und Komponisten Gustav Adolf Merkel und dem Organisten und Komponisten Theodore Dubois (1837-1924), Direktor des Pariser Konservatoriums. Virtuos vorgetragen von Bernhard Kugler an der Monakamer Weigle/Kenter-Orgel, die, raffiniert registriert, die tollen Möglichkeiten des Instruments zeigte. Schwungvoll ging es nun weiter, als man im Programm in der Neuzeit angekommen war. Das Publikum das sich bisher entsprechend dem Kirchenraum und der vorgetragenen Texte des Klatschens enthalten hatte, gab nun alle Zurückhaltung auf, als zum Ende des Konzert hin die Aurelianer drei Gospels sangen.

Der Beifall hatte fast kein Ende, so dass die Choristen mit dem Zugabestück "Schöne Nacht" von Wilhelm Nagel (1871-1955) den ausgewogenen, homogenen Klang des Chors nochmals unter Beweis stellen konnten.

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