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Calw Frieden schaffen ohne Waffen ist schon ein Widerspruch

Von
Friedensforscher Thomas Nielebock (links) und Jugendoffizier Arno Nötte diskutierten zum Thema Friedenspolitik. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Bettina Bausch

Calw-Stammheim. "Frieden schaffen mit oder ohne Waffen?" lautete das Motto bei einer interessanten Podiumsdiskussion, zu der das Kulturcafé des Maria von Linden-Gymnasiums eingeladen hatte.

Als Referenten zu diesem spannenden Thema waren Hauptmann Arno Nötte aus Stuttgart und Thomas Nielebock vom Institut für Politikwissenschaft und Friedensforschung der Universität Tübingen gekommen.

"Frieden schaffen ohne Waffen ist eigentlich schon ein Widerspruch in sich", so der überzeugte Friedensforscher. Waffen seien immer Ausdruck von Gewalt. Es gebe drei Elemente, die es zu beachten gelte. Schutz vor Not, Schutz vor Gewalt und Schutz der Freiheit. Er definierte Frieden als "Abwesenheit von Gewalt".

"Die Bundeswehr dient der Sicherheit und Freiheit der Völker", hob Jugendoffizier Nölle hervor. Bisher habe die derzeitige deutsche Armee nie allein, sondern immer in Zusammenarbeit mit anderen Partnern gekämpft. Außerdem sei für militärische Einsätze immer eine Mehrheit des Bundestages nötig.

"Die Einsatzmöglichkeiten werden schrittweise immer mehr ausgedehnt", unterstrich Nielebock. Dies beunruhige ihn sehr. Die Bundeswehr verlasse ihren ursprünglichen Kurs der Friedenspolitik und sei auf dem Weg zu einer mittleren militärischen Großmacht. Die derzeitige größte Gefahr sei aus der Intervention erwachsen, die im Irak im Jahr 2003 erfolgte. Und der IS (die Kämpfer für ein islamisches Kalifat) sei die Folge davon. Im Gegensatz zu den übrigen Einsätzen sei das Engagement der Blauhelme eine bessere Lösung, da sie verfeindete Gegner auseinanderhielten. Eine Armee sei nun einmal dazu da, mit Gewalt vorzugehen, hob Nötte hervor.

"Wir sind ein Mittel der Außenpolitik", unterstrich der Bundeswehr-Repräsentant. Nielebock sah einen Widerspruch darin, dass im Rechtsstaat das Töten verboten ist, der Soldat im Dienst jedoch töten solle. "Wir müssen in uns gehen und darüber reflektieren, was wir wirtschaftlich, ökologisch und militärisch anrichten in dieser Welt", forderte der Tübinger Wissenschaftler.

Ein Schüler stellte die Frage, ob Gewalt nicht automatisch Gegengewalt auslöse. "Ja, erzwungener Friede bricht immer wieder auf", unterstrich Nielebock. Man müsste noch intensiver darüber nachdenken, wie lokale Entwicklungsmöglichkeiten präventiv vor Ort gefördert werden könnten. Die spannende Diskussion wurde von den Schülern und Lehrern gemeinsam organisiert und geleitet. Erwachsene Gäste, zum Teil auch von außerhalb, freuten sich darüber, dass die Jugend ein reges Interesse an diesem brisanten Thema gezeigt hatte.

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