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Calw/Freudenstadt Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack soll in den Bundestag

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Der CDU-Bundestagskandidat Klaus Mack bei seiner Bewerbungsrede in Nagold. Foto: Fritsch

Nordschwarzwald - Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack wird für die CDU im Wahlkreis Calw/Freudenstadt bei der Bundestagswahl kandidieren und damit die Nachfolge von Hans-Joachim Fuchtel antreten. Der 47-Jährige setzte sich bei der Wahl in Nagold am Freitagabend mit 176 zu 111 Stimmen gegen seinen Kontrahenten Alessandro Pagella aus Haiterbach durch.

Es war in Corona-Zeiten ein ungewohnter und seltener Anblick. Gut 300 Menschen waren am Freitagabend in die Nagolder Stadthalle gekommen, um die Nachfolge von Hans-Joachim Fuchtel als CDU-Bundestagskandidat zu regeln. Junge CDU-Mitglieder ebenso wie Menschen mit Rollator. Sie alle hatten den Weg nach Nagold nicht gescheut und hatten sich auch nicht von Corona und einem umfangreichen Hygiene-Konzept – was unter anderem für zwei Stunden das Tragen einer FFP2-Maske beinhaltete – abschrecken lassen.

Alter Hase oder lieber ein Neuling?

Diese gut 300 CDU-Mitglieder – darunter Hans-Joachim Fuchtel, Landesminister Peter Hauk sowie die beiden Landtagsabgeordneten Thomas Blenke und Norbert Beck – hatten an diesem Abend die Wahl zwischen zwei Kandidaten, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten: Auf der einen Seite der Polit-Profi Klaus Mack (47) aus Bad Wildbad, der zahlreiche Posten in der Region bekleidet und sein politisches Handeln an der Region ausrichtet. Auf der anderen Seite der Politneuling Alessandro Pagella (47) aus Haiterbach, der in seiner beruflichen Vita als Ingenieur reichlich Auslandserfahrung gesammelt hat.

Minister Peter Hauk, der die Versammlung in der Nagolder Stadthalle leitete, begann den Abend mit Lob für und Dank an den scheidenden Abgeordneten Hans-Joachim Fuchtel ("Hans-Joachim Fuchtel arbeitet wie ein Berserker für die Menschen"). Dem schlossen sich die CDU -Mitglieder in Form von stehenden Ovationen für den Mann aus Altensteig an.

Danach war die Bühne frei für die beiden Kontrahenten. Durch Los bestimmt machte Alessandro Pagella den Anfang – ebenfalls mit Lob und Respekt für Fuchtel. Gleich zu Beginn gab der Reserveoffizier der deutsch-französischen Brigade ein klares Bekenntnis zum Kommando Spezialkräfte KSK in Calw ab. Pagella kündigte an, die Politik Fuchtels fortsetzen zu wollen ("Was gut ist, muss man fortsetzen"). Den Mitgliedern machte er deutlich, dass die kommenden Jahre durch die Pandemie "kein Spaziergang" würden. Trotzdem sei es jetzt wichtig, den überbordenden Pessimismus im Land zurückzudrängen. Der Mann aus Haiterbach griff in seiner Bewerbungsrede die AfD frontal an. Deutschland sei ein weltoffenes Land, und die Menschen dürften nicht auf die "rückwärtsgewandte Propaganda" der AfD" hereinfallen.

"Wir dürfen uns keinen Kaltstart erlauben!"

Der Ingenieur lobte den Mittelstand als Rückgrat des Landes und kündigte an, das politische Konzept gemeinsam mit den Mitgliedern erarbeiten zu wollen und warnte davor, in Lethargie zu verfallen. Man brauche jetzt "mehr Mut und mehr Dynamik", so Pagella, der sich in der CDU in der Tradition des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Haimo George sieht.

Klaus Mack zeigte sich in seiner Bewerbungsrede von Beginn an selbstbewusst. Betonte, dass er in den vergangenen 20 Jahren Erfolge für die Region, die ihm am Herzen liege, erzielt habe, wie etwa die Einrichtung des interkommunalen Gewerbegebietes Interkom Enz/Nagold. Sein Wissen, seine Bekanntheit und sein Netzwerk in Berlin und Baden-Württemberg wolle er dazu nutzen, sich auch in Zukunft für die Region zu engagieren, für die Region und ihre Menschen zu kämpfen – etwa in Sachen B 28, Tourismus, Mobilfunknetz oder Landwirtschaft – und ein starkes Ergebnis für die CDU einzufahren. "Mit mir muss sich der politische Gegner warm anziehen", machte Mack klar. Seinen Gegner an diesem Abend erwähnte er nur kurz, aber unmissverständlich: "Wir dürfen uns keinen Kaltstart erlauben!", warnte Mack, der in seiner Rede die persönlichen Angriffe auf seine Frau und seine Kinder im Zuge des Wahlkampfes deutlich kritisierte.

Nach einer kurzen Fragerunde durften die Mitglieder dann zur Tat schreiten. Nach nur relativ kurzer Zeit, die Hans-Joachim Fuchtel für Wahlkampf und Angriffe etwa auf SPD-Chefin Saskia Esken nutzte, konnte Minister Peter Hauk das Votum der Christdemokraten in den Kreisen Calw und Freudenstadt verkünden: Von den 287 abgegebenen Stimmen entfielen 176 auf Klaus Mack, 111 auf Alessandro Pagella.

Mack will "Masterplan für die Region"

Nach der Gratulation durch etliche CDU-Mitglieder zeigte sich Mack mit dem doch recht knappen Ergebnis sehr zufrieden. Nach einem intensiven Wahlkampf und einer "harten Auseinandersetzung" habe er eigentlich mit einem noch knapperen Ergebnis gerechnet, sagte Mack im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Mack stellte in Aussicht, gemeinsam mit Experten und den Mitgliedern einen "Masterplan für die Region" zu erstellen und einen "Wahlkampf aus einem Guss" zu führen.

Sollte er das Bundestagsmandat erringen, so kündigte Mack abschließend an, sei das das Ende seiner Zeit als Bürgermeister in Bad Wildbad.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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