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Calw Fremd sein muss aufgebrochen werden

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Rita Süssmuth suchte nach ihrem Vortrag das Gespräch mit dem Publikum. Links vorne ist der Calwer Vhs-Leiter Sebastian Plüer zu sehen, daneben Michael Lesky vom Volkshochschulverband Baden-Württemberg. Foto: Hölle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Hans-Jürgen Hölle

Calw. Wie bekommt man eine ehemalige Bundestagspräsidentin wie Rita Süssmuth zu einem Volkshochschulvortrag nach Calw? Ganz einfach: Man fragt an, wie das der Calwer Vhs-Leiter Sebastian Plüer getan hat, und schon bekommt man eine Zusage.

Dabei hat aber sicher eine Rolle gespielt, dass die hiesige Volkshochschule (Vhs) derzeit mit "Flucht und Asyl" als Semesterschwerpunkt ein ganz aktuelles Thema behandelt, für das sich Rita Süssmuth ebenfalls interessiert und engagiert. Nicht zu vergessen ist natürlich auch, dass sie derzeit noch Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbands ist. Also war sie am Montagabend und Calw und hielt ein flammendes Plädoyer, sich der Flüchtlinge, die derzeit in Deutschland Asyl suchen, anzunehmen. Ganz nebenbei sang sie ein Loblied auf die Volkshochschulen im Allgemeinen und auf die Calwer im Besonderen.

"Migration und Integration" lautete das Thema. In Calw, so die 78-Jährige zu Beginn ihrer Ausführungen, habe man damit reichhaltige Erfahrungen. Die Italiener, die in den 1960er-Jahren kamen, seien damals auch fremd gewesen und hätten die deutsche Sprache nicht beherrscht, ebenso wie die Türken einige Jahre später. Längst gebe es aber mit ihnen ein friedliches Zusammenleben.

Die Deutschen, so Rita Süssmuth weiter, hätten wohl allgemein ein Problem mit dem, was ihnen fremd ist. Das Anderssein von Menschen sollte man aber nicht nur negativ sehen. Vielmehr solle beachtet werden, was diese für Fähigkeiten haben. Dabei könne es nicht schnell genug gehen, dass anerkannt wird, was Asylsuchende für Bildungsabschlüsse mitbringen. Dass sie die deutsche Sprache beherrschen, sei natürlich unabdingbar. Und hier würden die Volkshochschulen eine besondere Rolle einnehmen, nicht nur als Ort der Wissensvermittlung, sondern auch als einer der Begegnung.

Das gesellschaftliche Klima, in dem heute Flüchtlinge nach Deutschland kommen, sieht Rita Süssmuth besser als das in den 1990er-Jahren, als Asylheime brannten. "Noch", wie sie betonte. Das sei auch den Menschen zu verdanken, die ehrenamtlich Hilfe leisten.

"Armut, Gewalt, Krieg, Klimakatasstrophe, das, oder oft auch eine Verbindung aus all dem, ist es, was Menschen dazu bringt, aus ihrer Heimat zu flüchten", so die ehemalige Bundestagspräsidentin weiter. Und daran werde sich so schnell nichts ändern angesichts zerfallender Staaten im Nahen Osten sowie in Afrika und der sogenannten Truppe der Gotteskrieger. "Eine grausame Truppe", so Süssmuth.

Wer deswegen seine Heimat verlasse, sei froh, dass er dieser Hölle habe entrinnen können. "Die Menschen brauchen aber Perspektive, unterstrich die Referentin. Aber auch das Miteinander mit der einheimischen Bevölkerung. Das fremd sein müsse aufgebrochen werden. Man komme nämlich in eine Phase, in der man sich mittel- oder langfristig auf das Bleiben dieser Menschen einfach einstellen müsse.

Dass die Calwer Volkshochschule bei diesen Vorzeichen derzeit das Schwerpunktthema "Flucht und Asyl" behandelt, war Rita Süssmuth in diesem Zusammenhang ein besonderes Lob wert.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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