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Calw Forstreformgesetz: Änderungen für Waldbesitzer in Nordschwarzwald

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Mit dem neuen Forstreformgesetz haben sich auch die Regelungen für die Waldbesitzarten in der Region Nordschwarzwald geändert. Foto: VRD_Verlauf – stock.adobe.com

Calw-Wimberg - Mit dem neuen Forstreformgesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist, endet nicht nur ein Rechtsstreit des Landes mit dem Bundeskartellamt. Auch die Regelungen für die Waldbesitzarten in der Region Nordschwarzwald haben sich geändert.

Die Forstreform hat auch auf die kommunalen und privaten Wälder im Nordschwarzwald Auswirkungen: Der Privat- und Körperschaftswald sowie hoheitliche Aufgaben werden zukünftig von der dreistufigen Landesforstverwaltung beraten und betreut.

Kommunale Waldbesitzer können so entscheiden, ob sie die Bewirtschaftung ihrer Waldflächen selbst übernehmen oder dies der Landesforstverwaltung überlassen wollen.

Bewirtschaftung ändert sich

Zudem kann eine Kommune dadurch sowohl eigene Revierleiter beschäftigen, als auch ein körperschaftliches Forstamt einrichten oder sich an einem kommunalen Zusammenschluss beteiligen.

Auch die Bewirtschaftung des Staatswaldes ändert sich. Künftig liegt sie in der Zuständigkeit von Forst Baden-Württemberg (ForstBW) als rechtlich selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts.

Der Staatswald der ForstBW umfasst 24 Prozent der Waldfläche in Baden-Württemberg. Künftig sollen 21 weitere Forstbezirke im Land eingerichtet werden. Alle Staatswälder im Bereich des nördlichen Schwarzwalds werden durch den Forstbezirk Nordschwarzwald betreut.

Mit seinem Sitz in Wimberg unterliegt dieser der Leitung von Forstdirektor Christof Grüntjens, Stellvertreter ist Forstdirektor Johannes Fünfgeld. In einem Gespräch mit unserer Zeitung äußern sich beide über die Besonderheiten und Schwerpunkte des Forstbezirks: In der hiesigen Region gebe es zehn forstliche Reviere, für die jeweils ein Revierleiter vom gehobenen Forstdienst die Verantwortung trägt, führt Grüntjens aus.

Drei Geschäftsbereiche gehören zum Forstbezirk: Darunter ein Geschäftsbereich für Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit unter der Leitung von Marin Hein, einer für Finanzen und Controlling unter der Leitung von Uwe Göbel und ein weiterer für die technische Produktion unter der Leitung von Clemens Rank.

Rund 70 Mitarbeiter werden aufgeteilt

Rund 70 Mitarbeiter kümmern sich um den Staatswald im Forstbezirk Nordschwarzwald. Darunter seien 16 Personen in der Zentrale, zehn Revierleitungen, 15 Personen in den Waldschulheimen und etwa 30 Forstwirte beschäftigt.

Von der 18.600 Hektar großen reinen Waldfläche im Nordschwarzwald werden insgesamt 100 000 Kubikmeter für Holz genutzt, erklärt er. "Von besonderer Bedeutung ist für mich die Waldpädagogik. Sie wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Zukunft", betont Fünfgeld. Diese werde künftig gestärkt, da es besonders für Schüler wichtig sei, zu wissen, was in der Natur passiert, ergänzt er.

1500 Kinder werden pädagogisch betreut

In Baden-Württemberg gibt es bereits vier Waldschulheime und davon eines im Nordschwarzwald. Man sei besonders stolz auf das Waldschulheim Burg Hornberg, sagt Fünfgeld. Dort werden jährlich rund 1500 Kinder waldpädagogisch betreut.

Ein weiterer Schwerpunkt liege auch im Wald- und Naturschutz. Deshalb werde man künftig in jedem Revier Konzepte für wichtige Arten und Biotope erarbeiten, pflegen und weiterentwickeln, erklären die beiden Forstdirektoren.

Besonders seien auch die Ausbildungsstellen für Forstwirte beim Forstlichen Stützpunkt Seehaus in Pforzheim, sagt Grüntjens. Bis zu sechs neue Forstwirte können dort ausgebildet werden.

Doch warum wurde die komplexe Umorganisation überhaupt nötig? Vor dem jetzt gefassten Beschluss wurden alle Waldbesitzarten von einer einzigen Forstverwaltung betreut. Dort wurde auch das Holz über eine Verwaltung verkauft. Im Jahr 2001 klagte jedoch der Sägewerksverband, da dieser einen wettbewerbsrechtlichen Nachteil in diesem Vorgehen sah.

Zudem war die Forstreform notwendig, weil auch das Bundeskartellamt seine wettbewerbsrechtlichen Bedenken hatte und gegen die in Baden-Württemberg praktizierte Handhabung im Bereich der Forstbetreuung klagte.

Am 15. März 2017 entschied dann das Oberlandesgericht Düsseldorf, die Untersagungsverfügung des Bundeskartellamtes vollständig zu bestätigen. Das Land Baden-Württemberg gab sich damit aber nicht zufrieden und zog vor dem Bundesgerichtshof. Hauptgrund war hier nach wie vor der gemeinsame Holzverkauf aus verschiedenen Waldbesitzarten durch das Land und seine Forstverwaltung.

Schließlich beschloss der Bundesgerichtshof am 12. Juni 2018, die Untersagungsverfügung des Bundeskartellamts sowie das Urteil des OLG aufzuheben. Damit sollte allen Beteiligten Zeit verschafft werden, um die Forststrukturreform weiterhin umzusetzen.

Mittlerweile wurde ein Kooperationsmodell zur Forstneuorganisation in Baden-Württemberg entworfen. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und die Kommunalen Landesverbände – also Landkreistag, Städtetag und Gemeindetag – haben sich auf dieses Kooperationsmodell für die zukünftige Forstorganisation im Land geeinigt. Mit Beginn des laufenden Jahres wurde dieser Schritt nun vollzogen.

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