Die Berufsschulen in Calw haben im Vergleich zum Vorjahr viele Schüler verloren. Foto: Archiv

Landkreis arbeitet einen Entwicklungsplan für die Zentren in Nagold und Calw aus.

Kreis Calw - Die Schülerzahlen gehen zurück, es mangelt – mal mehr, mal weniger – an Lehrern. Das sind aktuelle Probleme der Berufsschulen im Kreis. Um die beiden Berufsschulzentren – nicht nur kurzfristig – für die Zukunft fit zu machen, will der Landkreis als Träger einen Schulentwicklungsplan ausarbeiten.Allein in diesem Schuljahr haben die Berufsschulzentren in Calw und Nagold 114 Schüler weniger als im Jahr zuvor. Vom Rückgang besonders betroffen ist die Schule in Calw. Die Gewerbliche Schule, die Johann-Georg-Dörtenbach- Schule, hat 175 Schüler verloren, die kaufmännische und gewerbliche Hermann-Gundert-Schule 61 Schüler.

 

Lehrerversorgung bereitet Probleme

Etwas ausgeglichen wird diese Bilanz durch die Zahlen aus Nagold, denn da gab es einen Zuwachs von 122 Schülern. Der Löwenanteil mit einem Plus von 78 Schülern entfällt auf die hauswirtschaftliche Annemarie-Lindner-Schule mit ihrem neuen Sozialwissenschaftlichen Gymnasium und dem ebenfalls neu eingerichteten Berufskolleg I Gesundheit und Pflege. Bleibt aber immer noch ein Gesamt-Minus im Kreis von 114 Schülern.

Auch was die Lehrerversorgung angeht, haben die beiden Schulen mit Problemen zu kämpfen. So schilderte Günter Walz, Leiter der Calwer Dörtenbach-Schule, dem Sozialausschuss des Kreistags bei dessen jüngster Sitzung, dass der Schule zum nächsten Schuljahr 200 Stunden verloren gehen und nur 130 hinzu kommen und der "Abmangel" bei den Stunden bei acht Prozent liege.

Doch es sind nicht nur diese Entwicklungen, die die Fraktion der Freien Wähler im Calwer Kreistag dazu veranlasst haben, die Aufstellung eines Schulentwicklungsplans für den Kreis Calw zu beantragen. Der Fraktion sei es vielmehr besonders darum gegangen, dass der Landkreis die beiden Schulzentren in Calw und Nagold fit für eine nicht ganz einfache Zukunft macht, einer Zukunft, die von neuen Berufsfeldern und dem demografischen Wandel geprägt sein werde, begründete Johannes Arnold den Antrag seiner Fraktion in der Kulturausschuss-Sitzung.

Zusätzliche Hilfe kommt von außen

Die Landkreisverwaltung hat auf den Antrag hin bereits ein Konzept für einen solchen Schulentwicklungsplan vorgelegt. So will der Kreis neben eigenen Kräften auch das Regierungspräsidium Karlsruhe, die Schulleiter, die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald und die Kreishandwerkerschaft mit ins Boot holen.

Entscheidende Impulse erwartet sich der Kreis von der Beteiligung der externen Firma "Planung und Beratung" aus Aulendorf, die bereits in anderen Angelegenheiten gut mit dem Landratsamt zusammengearbetet habe, wie Sozialdezernent Norbert Weiser betonte. Das Unternehmen hat bereits einen Fahrplan ausgearbeitet, wie die Beteiligten in relativ kurzer Zeit – in gut neun Monaten – zu dem angestrebten Entwicklungsplan kommen könnten.

Der zeitliche Faktor war Johannes Arnold ein besonders großes Anliegen. Eine Präsentation der Ergebnisse in den Kreistagsgremien im November oder Dezember war für Arnold viel zu spät. So werde man praktisch ein komplettes Schuljahr verlieren, mahnte Arnold, der anregte, dass die Beteiligten schon im Spätsommer dem Kreistag einen ersten Zwischenbericht erstatten, damit die politischen Entscheider schon früher einschätzen können, wohin die Reise der Berufsschulen im Kreis Calw gehen könnte. Dieser Vorschlag wie der gesamte Plan wurden vom Ausschuss einmütig abgesegnet.