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Calw Fans nehmen Abschied von Anlage

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Zahlreiche Eisenbahnfans nahmen Abschied von der riesigen Modellbahnanlage der "Modellbaugruppe remunat". Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Für die Eisenbahnfans war es ein trauriger Tag. Sie mussten Abschied nehmen von der riesigen historischen Modelleisenbahnanlage, die sie in den vergangenen Jahren immer wieder besucht hatten.

Calw. Zum Abschied gab es einen riesigen Ansturm auf die umfangreiche Anlage der "Modellbaugruppe Remunat". Denn nur wenige Stunden später wird diese beliebte Ausstellung endgültig geschlossen sein. Zum letzten Mal konnte die riesige Modellbahnanlage im alten Verwaltungsgebäude der ehemaligen Strickerei Wagner der Öffentlichkeit gezeigt werden. Das Gelände der alten Industriebrache wird nämlich schon bald für den Bau neuer Wohnungen genutzt. "Wir haben hier historisch wertvolle Arbeit geleistet", betonte Ausstellungsleiter Kurt Ulrich Schneider. Der pensionierte Beamte war mit viel Herzblut dabei und erklärte den sich vorbeischiebenden Besuchern geduldig die Details der Anlage.

Insgesamt 75 Meter Länge

Den weitaus größten Teil der maßstabsgetreuen Nachbauarbeiten hat der Calwer Eckard Remunat geschaffen. Er ist in Heumaden direkt an den Gleisen der Württembergischen Schwarzwaldbahn aufgewachsen. Sein Großvater war Lokomotivführer. Das hat ihn geprägt und den passionierten Bastler zu seinem besonderen Hobby animiert.Immer mehr Menschen drängten an diesem letzten Ausstellungstag in die Halle. Noch einmal wollten sie die prächtige Anlage mit insgesamt 75 Metern Länge sehen. Nachgebaute Betriebsgebäude und viele andere Details gaben dem Ganzen Lokalkolorit.

Auch der neunjährige Noah aus Simmozheim ist mit seinem Opa Albert Schray gekommen. "Ich bin schon öfter mit ihm hier gewesen. Es macht ihm einfach Riesenspaß, wenn er hier selbst fahren darf", erzählte der freundliche Großvater. Und in der Tat warteten schon viele Kinder an den Schaltstellen und durften von dort aus das Geschehen auf der Anlage mitbestimmen. "Kinder betätigen sich hier als Rangierhelfer oder auch als Lokführer", erläuterte Schneider. Auch Noah war begeistert bei der Sache, während Opa ­Albert von seinen ersten Kontakten zur Bahn berichtete. "Mit dem Pferdefuhrwerk bin ich mit meinem Großvater in den 1950er-Jahren oft von Simmozheim zum Bahnhof Althengstett gefahren, um von dort Kohlen zu holen", berichtete er und fügte dann mit Blick auf die Anlage hinzu: "Schade, dass sie das hier jetzt alles abbauen müssen".

Dieser Meinung waren auch die vielen Besucher, die sich entlang der Modellbahnschienen bewegten. Dabei entdeckten die älteren Besucher immer wieder etwas, an das sie sich noch gut erinnern können. Einigen sprang der rote Schienenbus ins Auge, mit dem sie jahrelang nach Calw zur Schule oder zur Arbeit gefahren sind. Andere freuten sich über den modellierten Polizisten, der vor einigen Jahrzehnten, den damals noch nicht durch Ampeln geregelten Verkehr am Adlereck mit entsprechender Gestik regelte. Das Fachwerkhaus der Gaststätte Adler ist inzwischen längst abgerissen worden. "Hier stand ich oft und habe den Verkehr geregelt", erzählte Schneider, der zunächst Verkehrspolizist war und später zum Leiter der Calwer Kripo aufstieg.

Noch einmal warfen viele einen etwas wehmütigen Blick zurück auf die Anlage, ehe sie die Halle verließen.

Auch der Calwer Kulturamtsleiter Hans-Martin Dittus, der selbst großer Eisenbahnliebhaber ist, war noch einmal zu der ungewöhnlich umfangreichen und ausgestalteten Modellanlage gekommen, die sowohl die Nagoldtalbahn als auch die Württembergische Schwarzwaldbahn zeigt. "Wir haben das Thema Modellanlage kürzlich noch einmal im Stadtrat besprochen und suchen nach Lösungen", unterstrich Dittus.

Die Stadt habe jedoch bisher keine Fläche für eine so riesige Modellanlage gefunden", bedauerte er. Man werde sehen, ob sich in nächster Zeit vielleicht etwas machen lässt, sagte Dittus.

 
 
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