Kurhaus: Großer Unterhaltungsabend des Bad Herrenalber Sportvereins / Publikum ist begeistert
100 Jahre Sportverein Bad Herrenalb: Für diesen besonderen Geburtstag wurde am Samstagabend mit einem brillant inszenierten Unterhaltungsabend die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr in einem voll besetzten Bad Herrenalber Kurhaus eingeläutet.
Bad Herrenalb. Neben der Jubiläums-Festschrift begeisterten die zahlreichen Mitwirkenden mit einem knapp vierstündigen Programm. Dieses begann mit einem Theaterstück und im Anschluss mit Showeinlagen und kurzweiligen Szenerien, Freestyle-Tanz sowie dem beliebten Klostergericht und der traditionellen Hitparade sowie einer großen Tombola erst weit nach Mitternacht seinen Abschluss fand.
Im ersten Teil des Abends sorgte beim Theaterstück "Die Gedächtnislücke" ein Schlag auf den Kopf des Bürgermeisters für typische Turbulenzen in einem Lustspiel. Die Lachmuskeln beim Publikum wurden strapaziert.
Mit viel Situationskomik wurde von den talentierten Laienschauspielern des Vereins der Schwank von Bernd Gombold auf die Bühne gebracht, bei dem Bürgermeister Franz Kübele im Bademantel in seiner Amtsstube residiert, sein Gemeindediener wilde Gerüchte in Umlauf bringt und ein Hund im Koma liegt. Das Bühnenstück zeigte eine Amtsstube mit vertrauten Bildern einstiger Herrenalber Bürgermeister und präsentierte ein zehnköpfiges Ensemble, das seit Oktober viele Probestunden für diesen bravourösen Auftritt investiert hatte.
Armin Engelhardt, genial in der Rolle des Bürgermeisters, Irina Wilde als seine Frau, Felix Walther sen. als einfallsreicher Gemeindediener, Barbara Weiß als neugierige Ladenbesitzerin, Felix Walther jun. als Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins, Anja Zimmermann als zugezogene, überspannte Bürgerin und Fabian Weißinger als ihr getreuer Gatte sorgen für heitere Dialoge. Sascha Engelhardt, der als frauenliebender Professor nervte und es auf Sabine Gräßle, die Sekretärin des Bürgermeisters, abgesehen hatte, nutzte die Gunst der Stunde und machte sich mit der heiratswilligen Bewerberin, gespielt von Anna-Lena Siegwart, aus dem Staub. Die Darsteller ebenso wie die im Hintergrund agierenden Frauen Steffi Menne und Marianne Engelhardt wurden von Frank Hamberger, Vorsitzender des Vereins, persönlich vorgestellt und vom Publikum mit großem Beifall belohnt.
Viel Liebe zum Detail
Souverän und unterhaltsam moderierten Andreas Nofer und Andreas Weiß den zweiten Teil des Abends, der vom Kurhausteam gastronomisch begleitet wurde.
Der Abend gab Anlass in die Chronik des Vereins zu blicken, um bewegende Ereignisse und entscheidende Veränderungen ins Gedächtnis zu rufen. Mit viel Liebe zum Detail und akribischer Arbeit haben Markus Grußmaier, Martin Schöck, Sebastian Weiß und Armin Engelhardt eine 80 Seiten umfassende Jubiläums-Festschrift zusammengestellt, die die Vereinschronik von 1920 an bis heute dokumentiert.
Gegründet wurde der "Sportverein Herrenalb" am 9. März 1920 im Gasthof Waldhorn, dem heutigen Sparkassengebäude. Gespielt wurde wahlweise im Kurgarten und auf der Schweizer Wiese, da es erst ab 1928 einen eigenen Spielplatz und 1959 das dazu passende Clubhaus gab.
Für den Showteil haben rund 50 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen mit Elan und großem Engagement viele Stunden geprobt, studiert und geübt. Den stylishen Showauftakt lieferte die B-Jugend, gefolgt von Tschaikowskys Schwanensee, den die Alte Herren im Ballettrock tanzen. Mit einer großen Portion Humor gemischt, zeigte der "Baustellen-Sketch" akrobatische Leistungen der Akteure und bei den Altherren-Frauen folgte tosender Applaus für Kostüm und Klang zum Songtext "Wir sind alle über 40".
Das Klostergericht zelebrierte bei der 17. Auflage den "Sportverein-Jubiläums-Blues" und darüber hinaus gaben die Mönche alias Rüdiger Haid, Matthias Breithaupt, Frank Hamberger, Christian Romoser und Klaus Kull ihr singendes Urteil darüber ab, was die Stadt so im vergangenen Jahr bewegte: So gab es zum Abschied von Norbert Mai den Bürgermeister-Blues, denn "mit 64 Jahren ist noch lange nicht Schluss" und für Klaus Hoffmann die mahnenden Worte fürs neue Jahr: "Im Kloster bekommen wir alles mit, wer hier übers Jahr ins Fettnäpfchen tritt".
Auch die Spielerfrauen zogen alle Aufmerksamkeit auf sich und bewegen sich rhythmisch in roter Beleuchtung mit roten Roben.
Krönender Abschluss war die Freestyle-Tanzeinlage der aktiven Spieler und als Höhepunkt der Veranstaltung zeigte die beliebte Hitparade viele flotte Kostüme und Interpreten aus dem Schlager- und Popmilieu. David Hasselhoff, Roberto Blanco und die Wildecker Herzbuben wurden gekonnt dargestellt und zum fulminanten Finale begeisterten auf der Bühne alle Mitwirkenden das Publikum mit Konfetti-Regen.