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Calw Es ist cool, eine Leseratte zu sein

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Die Zehntklässler lasen den Jüngeren aus ihren Lieblingsbüchern vor. Foto: Stöß Foto: Schwarzwälder Bote

Stammheim liest: Eine Maus, namens Frederick besuchte in Stammheim zwei Schulen. An der Grundschule und am Maria von Linden Gymnasium (MvLG) fand der landesweit initiierte "Fredericktag" zur Leseförderung statt. Und hielt mehr als nur eine Botschaft bereit.

Calw-Stammheim. Im Land Baden-Württemberg setzte man sich vor zehn Jahren das Ziel, bei Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen die Lust am Lesen zu steigern. Zwischenzeitlich beteiligen sich immer mehr Schulen, Bibliotheken, Kindergärten – kurzum: die an der Leseförderung interessierten Einrichtungen – an diesem Aktionstag. Den Ideen zur Umsetzung sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Den Namen "Fredericktag" trägt die Veranstaltung in Anlehnung an die Maus aus dem bekannten Kinderbuch. Die Geschichte beinhaltet eine wichtige Botschaft und Unterhaltung zugleich. Während die anderen Mäuse Vorräte für den Winter sammeln, sammelt Frederick lieber Wörter, Farben und Sonnenstrahlen. Als die Wintertage grau und lang werden, steuert Frederick seinen Teil zur Überwinterung bei und erzählt mit seinen "Vorräten" wunderschöne Geschichten.

Abenteuerlich ging es in der Stammheimer Grundschule zu. Die gespannten Mädchen und Jungen begrüßten einen der bekanntesten Kinderbuchautoren hierzulande.

Lehrer nutzen Potenziale aus dem eigenen Hause

THiLO, so nennt sich der Autor, schrieb seit 2003 im Schnitt monatlich ein Buch. Seine Werke werden von Kindern wegen der Vielfalt der Themen und der altersentsprechenden Schreibweise gerne gelesen. Zudem schrieb er schon Drehbücher von "Schloss Einstein", "Sesamstraße" und "Bibi Blocksberg".

Die beiden MvLG-Lehrer Daniel von Altrock und Claudia Jeschke setzten eine spannende und naheliegende Idee um. Zum Jubiläum – das MvLG befindet sich im 20. Jahr der Eigenständigkeit – griffen sie auf das Potenzial im eigenen Hause zurück: die eigenen Schüler. So schlugen sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. 20 Vorleser der zehnten Klassen spürten hautnah, wie es sich anfühlt, vor einer Klasse zu stehen; mit der Aufgabe, Sechstklässler in ihren Bann zu ziehen. So viel sei gesagt: Das Vorhaben gelang. Mit spannenden und lustigen Geschichten aus mitgebrachten Lieblingsbüchern waren die Zuhörer ganz schnell in der Welt von Pferden, Abenteuern, von einer durchgeknallten Familie oder einem Jungen, der kein Außenseiter sein wollte, gefangen.

Vier Sechsklässlerinnen erzählten in der Pause, elektrisiert von den Geschichten ihrer großen Vorbilder, dass sie die Geschichten der rebellischen Mika aus "Ostwind" selbst schon gelesen haben. Zudem würden sie, wenn sie erst einmal in der zehnten Klasse angekommen sind, auch den Jüngeren vorlesen wollen.

So wurde auch das zweite Ziel erfüllt. Die Großen haben die Rolle des Vorbilds erkannt und angenommen; die Kleinen erkannten, dass es "cool" ist, eine Leseratte zu sein.

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