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Calw "Es gibt auch viel Gutes zu berichten"

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Calws Landrat Helmut Riegger (von links), Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr, Calws OB Florian Kling und CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel beim Neujahrsempfang. Foto: Bundeswehr/KSK Foto: Schwarzwälder Bote

Wenn sich etliche Würdenträger aus Politik, Militär und Gesellschaft in Calw versammeln, kann das nur eines bedeuten: Das Kommando Spezialkräfte hat zum Neujahrsempfang eingeladen. Neben Verdachtsfällen von fehlender Verfassungs­treue wurden hierbei auch das geplante Absetzgelände in Haiterbach sowie hohe Investitionen in den Standort angesprochen.

Calw. Immer wieder geisterte das Kommando Spezialkräfte (KSK) in der vergangenen Zeit durch die Medien. Der Grund: Verdachtsfälle von fehlender Verfassungstreue und Rechtsextremismus. Kein Wunder also, dass unter anderem Brigadegeneral Markus Kreitmayr, Kommandeur der Spezialeinheit, das Thema in seiner Rede zum Neujahrsempfang in der Calwer Kaserne ansprach. Mit einem klaren Tenor: Dass "derartige Verfehlungen im Kommando Spezialkräfte in keinem einzigen Fall toleriert" würden und es für Rechtsextremismus und fehlende Verfassungstreue keinen Platz in der Spezialeinheit gebe.

Doch "es gibt auch viel Gutes zu berichten", sagte Kreitmayr. So seien beispielsweise die Bewerberzahlen für angehende Kommandosoldaten und spezialisierte Kräfte kontinuierlich gestiegen. Auch über zusätzliches Material und Personal ganz allgemein dürfe sich der Verband freuen. Ganz besonders freute sich der Kommandeur aber darüber, dass eine ganze Reihe von Mitgliedern des KSK "in sehr unterschiedlichen Situationen, wie im Straßenverkehr, auf Linienflügen und im Hochgebirge, an lebensrettenden Maßnahmen beteiligt waren". Erst vor wenigen Tagen habe einer der Soldaten eine 81-jährige Frau auf einem Transferflug reanimiert; ein anderer einen Vater und seinen zweijährigen Sohn in einem Freibad vor dem Ertrinken gerettet.

Rund 450 Gäste waren zu dieser traditionellen Veranstaltung gekommen. Unter ihnen auch Florian Kling, Calws neuer Oberbürgermeister, der gleich in seinem Grußwort seine Verbundenheit bekundete. Kling, der selbst zwölf Jahre als Offizier bei der Bundeswehr diente und heute Hauptmann der Reserve ist, erklärte, er sei stolz, einen Verband wie das KSK gewissermaßen vor der Haustür zu haben. Nicht zuletzt wirtschaftlich profitiere die gesamte Region davon. Gerade vor dem Hintergrund der derzeit laut gewordenen Vorwürfe wünsche er sich aber, dass das KSK wieder positiver wahrgenommen und auch besser in der Stadt integriert werde. "Als Garnisonsbürgermeister lasse ich Sie mit dieser Herausforderung nicht allein", sicherte Kling zu. "Bitte sagen Sie mir, was wir tun können, um Sie zu unterstützen." Dazu müsse der Verband auch weder eine Gulaschkanone beim Stadtfest aufbauen, noch eine Fallschirmlandung auf dem Marktplatz absolvieren. Es gebe aber von beiden Seiten aus das Bedürfnis nach einem "größeren Miteinander in der Stadt".

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) würdigte die Soldaten als "Garanten für Demokratie". "Wir leben Gott sei Dank seit über 70 Jahren im Frieden – selbstverständlich ist das nicht", unterstrich Strobl. Und "für Frieden und Freiheit müssen wir jeden Tag kämpfen". Insgesamt habe er den Eindruck, dass die Bürger den Dienst des KSK auch zu schätzen wüssten – "wenige Ausnahmen gibt es freilich auch".

Das sah der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel ähnlich. Die große Anzahl an Gästen an diesem Abend zeige, dass die Eliteeinheit "mitten in dieser Gesellschaft ihren Platz hat", so Fuchtel. Ferner gab er bekannt, dass in den kommenden fünf Jahren rund 140 Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen am Standort vonseiten des Bundes investiert würden. Dabei werde stets darauf geachtet, die Aufträge, wenn möglich, in einer Größenordnung zu vergeben, dass diese auch von regionalen Unternehmen übernommen werden können.

Einen etwas schärferen Ton schlug er an, als er auf das Segelfluggelände zwischen Haiterbach und Nagold zu sprechen kam, das in der Zukunft als Ersatz für das Fallschirmspringer-Absetzgelände in Renningen genutzt werden soll. Das KSK tue alles, um dort künftig nur zu üben, was geübt werden müsse. Aber: Irgendwo müsse eben geübt werden. Und "wir können mit dieser Einheit auch nicht Hunderte Kilometer reisen". Er wünschte sich einen sachlicheren Ton bei dieser Auseinandersetzung. Umgekehrt habe sich allerdings eine "Diskussion, die der Sache nicht gerecht wird", entwickelt, die sehr viel von Emotionen getrieben werde.

Kein zweites Ramstein

Auch Kommandeur Kreitmayr war zuvor auf das Thema eingegangen – und hatte dabei daran erinnert, dass das Land Baden-Württemberg in der Pflicht sei, einen Ersatz für den bisherigen Trainingsplatz bei Malmsheim zur Verfügung zu stellen. Das Land hat den Platz an die Firma Bosch verkauft und ist daher gefordert, eine Ausgleichsfläche zu finden. Denn der Bedarf an einem Absetzgelände bestehe natürlich weiter. Zudem versuchte er auch, die Bedenken der Gegner zu zerstreuen. "Wir möchten kein zweites Ramstein bauen", bekräftigte er. Und spielte damit auf die Ramstein Air Base an, einen rund 1400 Hektar großen Militärflugplatz der USA in Rheinland-Pfalz, auf dem Tausende Soldaten stationiert sind. Es gehe lediglich um ein Gelände, auf dem vor allem Fallschirmspringer landen sollten.

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