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Calw Erlös fließt nach Mauretanien

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Die katholische Seelsorgeeinheit Calw-Bad Liebenzell hat ein Benefizkonzert in der Kirche Maria Frieden auf dem Wimberg organisiert. Foto: Kirchengemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Calw-Wimberg. Die durch die Corona-Pandemie entstandene Not in Deutschland und in der ganzen Welt hat vielfältigste Seiten: In ärmeren Ländern sind die Folgen auf Grund eines nicht leistungsfähigen Gesundheitssystems eine Katastrophe. Hierzulande betreffen die erlassenen Beschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens auch alle kulturellen sowie kirchlichen Lebensbereiche. In armen Ländern geht es dagegen um das nackte Überleben.

In Deutschland sind bei vielen Menschen auf der einen Seite die Sehnsucht nach besonderen Formen des religiösen und kirchlichen Zusammenkommens und auf der anderen Seite das Bedürfnis nach dem öffentlichen Aufführen und Erleben von Musik spürbar.

Die katholische Seelsorgeeinheit Calw-Bad Liebenzell hat versucht, diesen Nöten abzuhelfen, indem Dekanatskirchenmusikerin Lucia Carstens eine geistliche Abendmusik auf Benefiz-Basis organisierte. In Zusammenarbeit mit der Calwer Musikschule wurde eine Reihe junger Künstler gewonnen, die mit sicht- und hörbarer Freude vor einem nicht mit Beifall sparenden Auditorium in der Kirche Maria Frieden auf dem Wimberg das hohe Niveau ihres Könnens unter Beweis stellten.

Auch Stücke weniger bekannter Komponisten

Der musikalische Bogen spannte sich von Emilia und Lethicia Brose (Violine und Klavier) über Fiona Hallensleben, Fenja Dotzmann, Annely Oswald und Julie Maier an der Harfe bis zu Johanna Vetter und Annalena Klink (Gitarre), einem Streichquartett (Anja Pilarski, Magdalena Todt, Antonia Hopf, Laurin Weiß) und einem Celloquartett mit Tobias Rink, Carlotta Raiser, Helen Buck und Elena Mantello. Sie brachten neben Kompositionen von Mozart, Pachelbel und Marschner auch weniger bekannte Komponisten wie Alphones Hasselmans (1845-1912), Carl Albert Löschhorn (1819-1905) und David Funck (1648-1701) und einige zeitgenössische Kompositionen zu Gehör.

Zwischen den einzelnen Beiträgen setzte Gemeindereferentin Andrea Bolz geistliche Impulse, die zum Nachdenken über Leben und Glauben in dieser durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit einluden. Dem Benefiz-Charakter der geistlichen Abendmusik entsprechend, verzichteten die jungen Künstler auf ein Honorar.

Wem der Erlös der geistlichen Abendmusik auf direktem Wege zu Gute kommen soll, erläuterte Diakon Bertram Bolz. Er unterhält schon viele Jahre Kontakt zu Bischof Martin Happe in Mauretanien, der auch vor einigen Jahren die Seelsorgeeinheit Calw-Bad Liebenzell besucht hat. Der aus dem Bistum Münster stammende 74-jährige Bischof betreut von ­Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, aus etwa 12 000 Katholiken. Seine Sorge gilt aber allen notleidenden und von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Menschen. "Viele stehen plötzlich ohne jegliches Einkommen da, haben kein Geld für Lebensmittel und können ihre Miete nicht mehr bezahlen", beschreibt Bischof Happe die Situation. "Die Menschen sagen deshalb: Wenn uns das Virus nicht umbringt, wird es der Hunger sein."

Nachdem sich Diakon Bertram Bolz bei Kirchenmusikerin Lucia Carstens für die Idee und die Organisation dieses Benefiz-Konzertes sowie Lucia Carstens sich wiederum bei allen Künstlern mit einem kleinen Geschenk bedankt hatte, spendete ein geistlich und musikalisch erfülltes Auditorium noch einmal herzlichen Beifall.

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