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Calw Eine Wertschätzung für selbstlose Helfer

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Kreisseniorenratsvorsitzender Eberhard Fiedler (von links), der Präsident des Rotary Club Nagold-Herrenberg, Siegfried Katz, und Sparkassendirektor Hans Neuweiler (hinten) zeichneten ehrenamtliches Engagement mit dem Seniorensozialpreis aus. Foto: Stöß Foto: Schwarzwälder Bote

Von Roland Stöß

Auch wenn die Preisverleihung wegen der Corona-Krise nicht in würdigem Rahmen stattfinden konnte, zeichneten der Kreisseniorenrat Calw, die Sparkasse Pforzheim Calw und der Rotary Club Nagold-Herrenberg dennoch nun ehrenamtliches Engagement aus – mit dem Seniorensozialpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird.

Kreis Calw. Seit 1996 wird dieser Sozialpreis ausgeschrieben. In diesem Jahr fiel die feierliche Zeremonie dem Corona-Virus zum Opfer. Doch wichtig ist nicht das Wie, sondern dass überhaupt Menschen für ihre Empathie und Hilfsbereitschaft gedankt werde.

"Man drückt so die Anerkennung und Wertschätzung für diese zumeist selbstlosen Helfer aus", war man sich im Jurygremium einig. Gerade weil viele Hilfen im Verborgenen stattfänden, sei eine Preisverleihung in der Öffentlichkeit, egal in welcher Form, eminent wichtig. Vergeben wurden sieben Preise, drei an Einzelpersonen, vier an Gruppen.

Sparkassendirektor Hans Neuweiler skizzierte diese zumeist bescheidenen Menschen: "Vielen von ihnen ist es fast noch peinlich, ins Rampenlicht zu rücken." Kreisseniorenratsvorsitzender Eberhard Fiedler attestierte diesen Menschen, dass "das Gen zum Helfen in ihnen wohnt". Fiedler machte der älteren Generation Mut, "sich zu engagieren. Das Alter alleine sei kein Grund, es nicht zu tun". Und Neuweiler erklärte bei der symbolischen Scheckübergabe und Bekanntgabe der Sieger in der Sparkasse Calw, dass im Ehrenamt "die Stärke von Deutschland" liege, "die nie mit Geld aufzuwiegen ist".

Neuweiler befand sich mit Fiedler und dem Präsidenten des Rotary Clubs Nagold-Herrenberg, Siegfried Katz, auf einer Linie. Die Jurymitglieder hatten sprichwörtlich die Qual der Wahl. Schwierig deshalb, weil die diesjährige Ausschreibung 13 Einzelpersonen und elf Gruppen als Vorschläge hervorbrachte. Man war sich einig, "dass eigentlich alle Nominierten einen Preis verdient gehabt hätten". Die Summe von 4800 Euro wurde aus den Geldbeuteln der Sparkasse, dem Rotary Club und dem Kreisseniorenrat heraus generiert.

Gerade der Kreisseniorenrat finanziert sich über Zuwendungen, Fördergelder und Spenden. Der Rotary Club Nagold Herrenberg hat für diesen Preis stets ein "offenes Ohr". Denn in den ehrenamtlichen Engagements auf privater Basis sieht Präsident Katz ein "Engagement für die Gesellschaft an der Gesellschaft". Als "Serviceclub" hilft man sonst gerne dort, wo unverzügliche und effektive Ersthilfe vonnöten ist.

Und noch ein anderer positiver Aspekt wurde bei der Beschreibung der Gewinner deutlich: Dass Senioren im Allgemeinen, entgegen mancher Vorurteile, nicht nur umsorgt sein möchten. Vielmehr möchten sie etwas tun.

Am Ende dachten die Vertreter der Jury auch an die unzähligen, nicht erkannten Helfer, an Zigtausende, die täglich ehrenamtlich ihren Dienst am Nächsten tun. "Letztendlich empfangen die heutigen Gewinner des Kreisseniorenpreises ihren Preis stellvertretend für all diese Menschen", so der Tenor.

Team Helga Krohn und Irene Stockinger, beide über 80 Jahre alt, betreuen seit rund 20 Jahren einzelne Bewohner im Alten- und Pflegeheim Wildberg. Die vielschichtige Betreuung umfasst alles, was sich der Betreute wünscht und was er benötigt.

Heidemarie Schmid engagiert sich seit 1988 unter anderem im Verein "Die Brücke – Hilfe für behinderte Menschen". Dieser hat sich zur Aufgabe gemacht, Hilfe für Menschen zu leisten, die in den Rehakliniken Bald Wildbads einige Wochen zu verbringen haben. Schmid und ihre Vereinskolleginnen besuchen die Patienten, leisten Gesellschaft, kaufen ein oder begleiten sie im Kurpark.

Das Engagement von Heinz Urbschat ist laut Fiedler so vielfältig, dass eine Aufzählung nur stichwortartig gestattet sei. Der 80-jährige Ex-Lehrer begleitet Kinder und Jugendliche durch Nachhilfeunterricht und bei der Vorbereitung auf Prüfungen. 2018 war er Mitbegründer des Großprojektes "Werkstatt-Kreativ-Integrativ Haiterbach". Im Rahmen des neuen "Tandemprojekts" gibt er seit 2019 wöchtenlich Sprachhilfe für ein Ehepaar mit Migrationshintergrund.

Reingard Fabian leitet wöchentlich jeden Dienstagnachmittag die Seniorengymnastik in der Gemeindehalle Gechingen. Sie holt so Seniorinnen mit einer Übungsstunde aus einer oft mit dem Alter einhergehenden Isolation.

Die "Initiative Eine Welt Bad Liebenzell", die es seit rund 30 Jahren gibt, kümmert sich seit annähernd 20 Jahren als zehnköpfiges Team um den Weltladen. Dabei werden sie von weiteren Ehrenamtlichen unterstützt. Fair gehandelte und Recyclingwaren ergänzen den selbst gewählten Schwerpunkt Lebens- und Genussmittel. Zielgerichtet möchte der Verein Menschen in Entwicklungshilfe- und Schwellenländern helfen. So soll ein Leben in Würde ermöglicht werden.

Das Projekt "Beste Genesung zu Hause" des Stadtseniorenrates Nagold, namentlich Dieter Möhle und 14 Ehrenamtler um ihn herum, werden auch "Zeitschenker" genannt. Zeit unter anderem für Bedürftige, die sich nach einem Krankenhausaufenthalt noch jemanden an ihre Seite wünschen. Schlagworte wie "Aufmunterung und Unterstützung, damit sie beruhigt gesund werden können" beschreiben das große Tun der Gemeinschaft. Zwischenzeitlich ist das Projekt beispielgebend für andere Kommunen, die ein Krankenhaus in ihrem Gebiet haben.

Seit 2014 engagieren sich fünf Damen im Verein "Zurück ins Leben". In diesem überkonfessionellen "Trauercafé Wildberg" bieten sie ein Ergänzungsangebot zur Trauerbegleitung innerhalb der Hospizgruppe Wildberg.

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