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Calw Ein Ort, an dem Kinder Kinder sein dürfen

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Der Freie Waldorfkindergarten Calw feierte unlängst sein 33-jähriges Bestehen. Foto: Ketterle Foto: Schwarzwälder Bote

"Ein jeder Kindergarten sollte eine Stätte sein, in der die Kindheitskräfte der Menschheit mit Liebe empfangen und behütet werden." Dieses Zitat von Helmut von Kügelgen beschreibt treffend die Arbeit des Freien Waldorfkindergartens Calw, die bei der Feier zum 33-jährigen Bestehen im Vordergrund stand.

Calw. Zur Feier kamen viele Ehemalige und Familien, deren Kinder derzeit im Waldorfkindergarten eine glückliche Zeit verbringen dürfen.

Im Festprogramm ist die 33-jährige Geschichte des Waldorfkindergartens Calw beschrieben. Wie jede dieser Einrichtungen entsteht auch ein neuer Kindergarten aus Elternimpuls und -initiative, Waldorfpädagogik lebendig werden zu lassen und einen Ort zu schaffen, an dem Kinder Kinder sein dürfen. So wurde aus einem Impuls eine konkrete Idee und aus dieser 1986 eine erste Spielgruppe. Nach Räumen im Sprachheilzentrum (1987), einer alten Pizzeria (1988) und einem ehemaligen Zahnlabor in Calw (1992) entstand 1998 der Impuls, einen eigenen Kindergarten zu bauen. Die Stadt Calw hat das Vorhaben unterstützt. So entstand vom ersten Spatenstich 2001 bis zur Schlüsselübergabe 2003 das eigene Kindergartenhaus, und dort ist es heute noch so fröhlich wie beim Einzug. Seit 1997 ist der Kinderkarten sogar zweigruppig.

Die Feierlichkeit wurde mit zwei gemeinsamen Liedern eröffnet, dem Grußworte von OB Ralf Eggert folgten. Er betonte, wie wichtig die Vielseitigkeit bezüglich der Auswahl der Kinderbetreuung in der heutigen Zeit sei, mit einem besonderen Blick auf den Umgang miteinander. Wesentlich in der Gemeinschaft ist es, Werte zu erarbeiten und diese weiterzugeben. Für diese Ideologie steht der Verein des Freien Waldorfkindergartens Calw. Mit 33 Jahren haben bereits zwei Generationen in der Einrichtung einen Teil ihrer Kindheit verbringen dürfen, und es zeigt auch die lange Tradition dieser Kindertageseinrichtung in Calw. OB Eggert verdeutlichte mit dem Zitat von Johann Heinrich Pestalozzi, das auf der Homepage des Kindergartens zu finden ist, was am wesentlichsten an der Waldorfpädagogik ist: "Der Mensch, wenn er werden soll, was er sein muss, muss als Kind sein und als Kind tun, was ihn als Kind glücklich macht."

Gratulationen gab es auch von der Emil-Molt-Schule (Waldorfschule in Calw) vertreten durch die beiden Lehrkräfte Uwe Essig und Franziska Großmann.

Impulsvortrag

Hubert Staneker, freiberuflich als Entwicklungsbegleiter und seit 2004 beruflich eng verbunden mit dem Waldorfkindergarten Calw, verband seine Glückwünsche mit einem Impulsvortrag zu "100 Jahre Waldorfpädagogik".

Die erste freie Waldorfschule Uhlandshöhe wurde im September 1919 feierlich eröffnet. Die Anregung hierzu kam von Rudolf Steiner und Schule wurde von Emil Molt, dem Besitzer der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, zunächst für die Kinder seiner Arbeiter gegründet. Daraus wurde in den folgenden Jahren eine für alle sozialen Schichten offene Schule und Rudolf Steiner entwickelte hierfür die Waldorfpädagogik. Heute – 100 Jahre später – gibt es 1850 Kindergärten in 67 Ländern. Allein in Deutschland 582 sowie 1150 Schulen und je ein Kindergarten sowie eine Schule in Calw.

Mit insgesamt mehr als 3000 Einrichtungen ist die Waldorfpädagogik eine der größten pädagogischen Einrichtungen der Welt.

Hierbei geht es um die Erziehung aus Menschenerkenntnis. Zur Verdeutlichung ein Zitat aus dem Buch "Pädagogische Grundlagen und Zielsetzungen der Waldorfschule" von Rudolf Steiner aus dem Jahr 1968: "Was gelehrt und erzogen werden soll, das soll nur aus der Erkenntnis des werdenden Menschen und seinen individuellen Anlagen entnommen sein. Wahrhaftige Anthropologie soll die Grundlage der Erziehung und des Unterrichtens sein." Diese Pädagogik tut den Kindern gut, wird ihnen gerecht und ermöglicht eine gute Entwicklung.

Das pädagogische Standbein erarbeiten sich die Erzieher in Teamsitzungen und Konferenzen, immer unter Berücksichtigung der Frage: Was brauchen die Kinder und was brauchen die Kinder von den Erwachsenen für Ihre Entwicklung? Der zweite wichtige Impuls aus der Anthr­oposophie ist die kollegiale Selbstverwaltung, was bedeutet, dass die Erziehung sich selbst organisieren, gestalten und verwalten lassen muss, damit Erziehung aus Menschenerkenntnis gelingen kann. Was sich auf diesem Feld in Calw entwickelt hat, kann in professioneller Organisation der Kindergartenarbeit, in emphatischer wertschätzender Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern sowie in einer offenen und kollegialen Zusammenarbeit wahrgenommen und erlebt werden.

Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es für die Kinder diverse Bastel- und Aktivitäten-Stationen im hinteren Garten. Auch für das leibliche Wohl war mit Pizza und Kuchen sowie Getränken bestens gesorgt. Vor dem gemeinsamen Abschlusssingen im Zelt durfte das Marionettenspiel "Der Froschkönig" bestaunt werden.

Bei einem Rundgang durch den Kindergarten durften die – vorwiegend von den Eltern liebevoll gestalteten – Räumlichkeiten bestaunt werden. Wie gerne wäre man da noch einmal Kind.

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