Vieles ist derzeit für die Gewerbetreibenden nicht möglich – "Click & Collect" zum Beispiel auch nicht mehr. Über diese Probleme kommen sie miteinander ins Gespräch. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Gewerbetreibende aus der Innenstadt treffen sich regelmäßig zu virtuellem Stammtisch

Calw. Gewerbetreibende und Gastronomen aus der Calwer Innenstadt treffen sich seit Februar regelmäßig zu einem virtuellen Stammtisch. In diesem Rahmen sollen nicht nur aktuelle Probleme diskutiert, sondern auch ein Netzwerk geknüpft werden für die Zukunft.

Initiiert wurde das Ganze von den Vorsitzenden des Calwer Gewerbevereins, Nicolai Stotz und Jürgen Ott. Willkommen, das betonen die beiden im Gespräch mit unserer Zeitung immer wieder, seien aber auch Nicht-Mitglieder. "Was noch ist, kann ja noch werden", schmunzelt Elke Fein von der Stadtapotheke Calw.

Inzwischen treffen sich rund 20 Händler und Gastronomen aus der Calwer Innenstadt in regelmäßigen Abständen vor dem Bildschirm – Tendenz steigend. Mal gibt es eine feste Agenda mit Themen, die besprochen werden. Beispielsweise die Einführung der Luca-App für Betriebe oder geplante Aktionen. Sogar "prominente" Gäste stoßen manchmal zu der Runde dazu, erzählt Stotz. So war Oberbürgermeister Florian Kling schon dabei, bald ist ein Besuch seiner Persönlichen Referentin Carina Reck geplant. An anderen Terminen wiederum kommen die Teilnehmer einfach so ins Gespräch – je nachdem, was sie gerade bewegt. "Es ist eine Plattform für den Austausch", fasst Ott zusammen.

Besondere Aktivitäten

Die Teilnehmer vernetzen sich untereinander. Viele Jahre habe diese Möglichkeit gefehlt, bedauert Fein. Willy Schwab vom "Chocolat" stimmt ihr da zu. "Wir haben endlich eine Plattform gefunden, um Probleme zu besprechen." Insofern habe Corona auch etwas Gutes getan. Wobei er und auch viele weitere Teilnehmer hoffen, dass der Stammtisch auch in der Zukunft beibehalten wird. Dann aber lieber in persönlicher Form, sagt Ott.

Das Positive, findet Schwab, sei an den Treffen, dass viele Ideen aus der Diskussion heraus entstünden. Bald sollen zum Beispiel Instagram-Live-Videos gedreht werden, um etwas Werbung für die Betriebe in Calw zu machen. Zudem schwebt den Teilnehmern eine Art Sommer-Picknick auf dem Marktplatz vor, verrät Frank Steinbrenner von der "Braubar DV". Während Live-Musik gespielt wird, könnten sich die Besucher auf dem weiträumigen Marktplatz niederlassen und bei den örtlichen Gastronomen Essen und Trinken kaufen. Eigentlich, meint Steinbrenner, hätte das schon im April stattfinden sollen. Nun soll das Picknick aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. "Es ist wichtig, dass in Calw etwas geboten wird", findet der Gewerbevereinsvorsitzende Ott.

Das war im Übrigen auch der Grund für das erste virtuelle Zusammentreffen der Gewerbetreibenden. Genauer: Die Frage, wie diese nach dem Ende des Lockdowns wieder Kunden anlocken können – durch besondere Aktionen oder Aktivitäten.

"Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn wir vieles nicht umsetzen können", findet Elke Fein. Das zeigt auch eine Aktion, die von Monika Carta initiiert und von der Runde bereits umgesetzt wurde. Vor Ostern wurden Ostereier für 1,50 Euro das Stück verkauft. Der Erlös von insgesamt knapp 700 Euro geht an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst. "Das hat ein richtiges Miteinander gezeigt", freut sich Imme Laszig-Kühling vom gleichnamigen Juwelier. Sie freue sich sehr über die Spende an den Hospizdienst, in dem sie selbst aktiv ist.

Thomas Peter vom "Alten Calwer" sieht in dem Zusammenschluss der hiesigen Betriebe eine Chance, das Beste aus der Innenstadt herauszuholen. Wenn die kleinen Betriebe zusammenhalten, ist er überzeugt, könne man viel erreichen. "Ich finde es gut, dass es uns gibt", macht Peter deutlich.

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