Christoph Bay ist plötzlich verstorben.Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Er wurde 70 Jahre alt / Sein Leben war über weite Strecken vom Sport geprägt / Ein Calwer Original

Calw. Christoph Bay ist tot. Der ehemalige Redakteur der Kreisnachrichten und des Schwarzwälder Boten ist im Alter von 70 Jahren plötzlich verstorben.

Die Nachricht hat viele erschrocken. Von 1990 bis zum Eintritt ins Rentenalter war er überwiegend als Redakteur für den Lokalsport verantwortlich, in den letzten Berufsjahren brachte er sein Wissen und seine Erfahrung in der Lokalredaktion ein. Lange bevor er als Redakteur eine Festanstellung hatte, kümmerte er sich als fester freier Mitarbeiter um den Lokalsport.

"Es gibt keine wichtigen oder unwichtigen Sportarten. Alle sind wichtig." Ganz nach diesem Motto und immer darauf bedacht, dass auch die Sportarten, die weniger in der Öffentlichkeit stehen, ihren Platz finden, gestaltete er seine Arbeit als "Zeitungsmacher".

Das Leben von Christoph Bay war über weite Strecken geprägt vom Sport – schon von Kindesbeinen an war er auf Bewegung geeicht. Recht früh hatte er sich für Turnen entschieden, etwas später kam er zum Handball, und diese Sportart war dann sein Ding. Lange Zeit hat er als Aktiver mit Stolz das Trikot des TSV Calw getragen. Im Anschluss spielte er noch längere Zeit bei den Senioren.

Mehr als nur nebenbei war er viele Jahre als Handball-Schiedsrichter unterwegs. "Ich bin nicht wichtig. Wichtig sind die Spieler. Ich bin nur der Schiedsrichter, der dafür sorgt, dass alles läuft", umschrieb er einst seine Tätigkeit mit der Pfeife.

Im Anschluss an das Abitur ging’s weiter an die Hochschule. Doch mit einem vielleicht möglichen akademischen Grad beschäftigte er sich nicht. Stattdessen ging er zur "Deutschen Bundespost" und sorgte als Nicht-Beamter dafür, dass die Leute, vornehmlich in Calw, immer pünktlich den Briefkasten leeren konnten.

Allein durch diese Tätigkeit war er in seiner Heimatstadt bestens bekannt. Morgens und vormittags Post, nachmittags Dienst in der Sportredaktion. So hat sein Leben lange Zeit bis zur Übernahme als Redakteur bei den damaligen Kreisnachrichten ausgesehen.

Das Leben von Christoph Bay war längere Zeit geprägt von der Politik. Auch wenn er selbst in diesem Bereich nie selbst aktiv war, seine Familie war es. Sein Vater Hans Bay war mehrere Jahre Abgeordneter des Deutschen Bundestags. Da war sogar die ganz große Politik allgegenwärtig.

Seinem verstorbeneren Bruder Hans-Ulrich ist es zu verdanken, dass das Thema Bahn in der Hesse-Stadt nie in Vergessenheit geraten ist. Die neue Hans-Ulrich-Bay-Brücke in Calw, ein wichtiger Abschnitt der neuen Bahn-Trasse, trägt dessen Namen.

Christoph Bay war ein Calwer Original. Kollegialität und Hilfsbereitschaft zeichneten ihn in hohem Maße aus. Dass er nunmehr von heute auf morgen in der lokalen Sportszene von Calw, sei es in der Halle oder auf dem Sportplatz, nicht mehr anzutreffen sein wird, stimmt einfach nur traurig.

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