Das gibt es auch nicht alle Tage: Ein Eisenbahnwaggon fährt unter einer Eisenbahnbrücke durch. Foto: Hölle Foto: Schwarzwälder-Bote

Verein Württembergische Schwarzwaldbahn arbeitet an kleiner Museumsanlage / 1987 gegründet

Von Hans-Jürgen Hölle

Calw. 18,4 Tonnen wiegt die Donnerbüchse, 14,04 Metern ist sie über den Puffern lang. Klar, das so ein Ungetüm nicht so einfach vom Althengstetter zum alten Calwer Bahnhof transportiert werden kann.

Aber der Verein Württembergische Schwarzwaldbahn (WSB) Calw hat das gestern Vormittag mit tatkräftiger Unterstützung einer Spezialfirma aus Stuttgart geschafft. Nun steht der Eisenbahnwaggon da, wo ihn die Eisenbahnfreunde haben wollten: nämlich beim Stellwerk 1 in Calw. Dort soll ein kleines Eisenbahnmuseum entstehen. Donnerbüchse, so erläuterte Adolf Knoll, der Jahrzehntelang als Eisenbahner auch auf dieser Strecke tätig war, wurde der Anfang der 1930er-Jahre gebaute und anfänglich als Personenwagen eingesetzte Waggon deswegen genannt, weil er so laut war. Seit dem Jahr 2001 stand er beim Althengstetter Bahnhof herum.

Das größte technische Projekt des Vereins ist zurzeit die Restaurierung des historischen Stellwerks auf dem Gelände des alten Calwer Bahnhofs. Die Museumsanlage soll neben diesem Gleise, funktionsfähige Signale, eine Weiche sowie andere bahntechnischen Einrichtungen enthalten. Dem späteren Besucher soll so ein Eindruck vom historischen Bahnbetrieb auf der Württembergischen Schwarzwaldbahn vermittelt werden.

Seit etwa drei Jahren arbeitet der WSB nun an seinem Museum. Schon viel länger setzt er sich, wie Roland Esken im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, dafür ein, dass direkt von Stuttgart nach Calw und natürlich umgekehrt wieder Züge fahren können. 1983 hatte die damalige Bundesbahn die Personenzüge auf dieser Strecke aufgegeben, 1988 auch den Güterverkehr.

Schon vorher, 1987, reichte es 150 Bürgern: Sie gründeten den Verein Württembergische Schwarzwaldbahn Calw-Weil der Stadt. Seit mehr als 20 Jahren wird durch Pressearbeit, Exkursionen, Verhandlungen mit Behörden, Bahnunternehmen und der Politik von der Kommune bis zur Bundesebene beharrlich dafür geworben, dass zwischen Stuttgart und Calw wieder Züge fahren.

Der WSB ist damit eine der "dienstältesten" Bürgerinitiativen im "Ländle". Und er legt selber Hand an: Eben bei der denkmalgerechten Erhaltung der Bahnanlagen sowie der Bahnbauwerke. Roland Esken ist seit einiger Zeit mit Überzeugung dabei. Nicht nur bei den Arbeiten am kleinen Eisenbahnmuseum. Auch die anderen Ziele des WSB unterstützt er aus voller Überzeugung.