Reinhard Kafka, Geschäftsführer der Evangelischen Erwachsenenbildung, ist voll des Lobes für alle Ehrenamtlichen. Auch die kirchliche Weiterbildung trägt dazu bei, dass der Landkreis Calw bundesweit eine gute Position belegt. Foto: Evangelische Erwachsenenbildung

Weiterbildungslandschaft in Deutschland unter die Lupe genommen. Region belegt einen der vorderen Plätze.

Kreis Calw - Die guten Nachrichten für den Kreis Calw reißen nicht ab. Nach der Auszeichnung als bundesweit zweitbester Aufsteiger im Zukunftsatlas der Prognose AG belegt der Landkreis nun auch im Weiterbildungsatlas der Bertelsmann Stiftung einen der vorderen Plätze.

Die Stiftung hat in dem Atlas die Weiterbildungslandschaft in Deutschland unter die Lupe genommen und nach den Kriterien Weiterbildungsteilnahme, Potenzialausschöpfung und Weiterbildungsangebot bewertet. Im Ländervergleich belegt Baden-Württemberg dabei den Spitzenplatz, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Innerhalb Baden-Württembergs spielt der Kreis Calw ganz vorne mit.

Anteil an Weiterbildung ist überdurchschnittlich

So haben bundesweit 12,3 Prozent und landesweit 14,8 Prozent der Menschen über 25 Jahre an mindestens einer Weiterbildung im Jahr teilgenommen. Im Kreis Calw wird dieser Anteil mit 18,2 Prozent deutlich übertroffen. Laut der Studie wird in keinem anderen Landkreis in Baden-Württemberg das strukturelle Weiterbildungspotenzial so gut ausgenutzt wie im Landkreis Calw.

Landrat Helmut Riegger zeigte sich von diesem Ergebnis hoch erfreut: "Auch die Bertelsmann Stiftung bestätigt den sichtbaren Aufwärtstrend des Landkreises. Wenn zwei renommierte Institute unabhängig voneinander zu so guten Ergebnissen für uns kommen, hat das nichts mehr mit Zufall zu tun."

Studie ist Ansporn für weitere Verbesserungen

"Das Wissen der Welt verdoppelt sich heutzutage in etwa zehn Jahren. Lebenslanges Lernen ist daher dringendes und zentrales Gebot der Stunde", ergänzt sein für den Bildungsbereich zuständiger Stellvertreter Frank Wiehe. Ein Lob gebühre daher allen Weiterbildungseinrichtungen im Landkreis Calw.

Besonders die beiden kommunal getragenen Volkshochschulen hätten durch ihre hervorragende Arbeit zu dem guten Ergebnis beigetragen. "Was dort geleistet wird, ist exzellent", so Wiehe. Man sehe sich durch die Studie in den Bemühungen bestätigt, weitere hochwertige Weiterbildungsangebote in den Landkreis zu ziehen. Als Beispiele nannte Wiehe das Pro-gramm "Digital(e) Innovation", das die Hochschule Pforzheim in Nagold starte, sowie das von der IHK und der SRH Hochschule in Calw gemeinsam angebotene Programm "mach 4".

In diese Weiterbildungsstatistik fließen aber auch die Daten aus der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald mit ein. "13 070 Unterrichtseinheiten aus dem Bereich der Evangelischen Kirchengemeinden und des Bildungswerks konnten wir allein für 2015 nachweisen. 42 645 Personen nahmen an den Veranstaltungen teil", erklärt Reinhard Kafka, Geschäftsführer der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald und Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Die Zahlen sprechen für Reinhard Kafka eine klare Sprache: "13 070 Unterrichtseinheiten, das bedeutet, dass in unserem Bereich 2015 an jedem Kalendertag – einschließlich Sonntag – etwa 36 Stunden Weiterbildung nicht nur angeboten, sondern tatsächlich in Anspruch genommen wurde."

Sein Bildungswerk sieht er als Teil eines Netzwerks mit der Katholischen Erwachsenenbildung Nördlicher Schwarzwald und den Volkshochschulen in Calw und Nagold. Jede Bildungseinrichtung setze dabei eigene Schwerpunkte – von Mutter-Kind-Gruppen bis hin zu Angeboten im Bereich Philosophie, Theologie und Religion.