Die Bahnbrücke hinter der Fuchsklinge muss umgelagert werden. Foto: Hölle

Europaweite Ausschreibung für Großprojekt am Tälesbach. Vorarbeiten abgeschlossen. Zeitplan reicht bis 2019.

Calw - Um die Sanierung der beiden Mülldeponien am Tälesbach bei Hirsau ist es zuletzt ruhig geworden. Dabei wird hinter den Kulissen kräftig daran gearbeitet. Schließlich soll es im kommenden Herbst losgehen.

Der Calwer Gemeinderät hätte am kommenden Dienstag über die EU-weite Ausschreibung beraten und den Projektdurchführungsvertrag beschließen sollen. Das wird jetzt voraussichtlich in der Sitzung im Mai geschehen, wie Bernhard Dillner vom Tiefbauamt erläuterte.

Dillner berichtete unlängst im Hirsauer Ortschaftsrat über den Stand der Dinge. Er stellte dort wie auch im Gespräch mit unserer Zeitung dabei klar, dass es jetzt kein Zurück mehr geben wird. Natürlich nicht. Das Landratsamt drängt schon seit Jahren. Die Verbindlichkeitserklärung wurde im Dezember 2012 unterschrieben. Der Stadt Calw wurde längst mitgeteilt, dass sie einen Zuschuss für die Sanierung bekommt. Der Fördersatz liegt nicht wie erwartet bei 80 Prozent, sondern sogar bei 85,4 Prozent. Die Gesamtkosten für die Maßnahme liegen bei etwa neun Millionen Euro. Davon muss die Stadt Calw die Hälfte tragen, die andere Hälfte geht zu Lasten der Deutschen Bahn.

In den vergangenen Monaten sind auch die notwendigen Vorarbeiten wie Verbreiterung und Ertüchtigung der Waldstraße, Schaffung einer provisorischen Zufahrt zur Talsohle, Verfüllung des Teichs auf der südlichen Seite und Herstellung von drei Ersatzteichen, Fällarbeiten sowie Befestigung der Zufahrt zur Gaststätte erledigt worden. Es kann also losgehen.

Die Ausführungsplanung sieht jetzt folgende Arbeiten vor: Umlagerung der Bahnbrücke hinter der Fuchsklinge, Bau eines Umfluters, Herstellung von Bachdurchlässen und dann schließlich die Verfüllung von etwa 470 000 Kubikmetern Boden. Das muss natürlich herangekarrt werden. Sehr wahrscheinlich per Lkw an Althengstett vorbei über das schmale Waldsträßchen zur Deponie. Über Hirsau werden die Fahrzeuge abgeleitet. Zwar soll die Ausschreibung der Maßnahme auch noch die Variante Bahn enthalten. Die Verantwortlichen gehen aber davon aus, dass sie aus Kostengründen nicht zum Tragen kommen dürfte. Dass europaweit ausgeschrieben wird, bedingt allein schon der Kostenrahmen.

Der grobe Zeitplan sieht bislang vor, dass es etwa bis 2019 dauern wird, den Erdstützkörper herzustellen. Die Rückverlegung des Tälesbaches in seine ursprüngliche Lage und die Renaturierung der Fläche stehen im Jahr 2020 an. Verzögerungen kann es aber immer geben.

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