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Calw Davide Licht wirft Hut in den Ring

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Davide Licht, Ortsvorsteher von Hirsau und Altburg sowie Abteilungsleiter Liegenschaften, wird der Hesse-Stadt möglicherweise den Rücken kehren. Wenn er die Bürgermeisterwahl in Burladingen gewinnt. Die Kandidatur für dieses Amt hat er am Freitag, 10. Juli, offiziell bekanntgegeben.

Calw/Burladingen. Der Wahlkampf um den Posten des Bürgermeisters von Burladingen (Zollernalbkreis) beginnt für Davide Licht ganz offiziell am Freitag, 10. Juli. An diesem Tag wirft der Ortsvorsteher von Hirsau und Altburg seine Bewerbung in den Briefkasten des dortigen Rathauses. Im Anschluss gibt er eine Pressekonferenz.

Der Ort dafür ist durchaus symbolträchtig: der Baar-Brunnen in der Nähe des Salmendinger Wanderparkplatzes. Ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, wie er betont. Dazu noch gelegen in einem Teilort Burladingens. Neun Stück hat die 12 500-Einwohner-Stadt. Eine Ähnlichkeit zu Calw mit den sieben Teilorten. Überhaupt sieht Licht einige Ähnlichkeitne zu der Stadt, in der er seit 2015 tätig ist. Nur die finanzielle Lage sei in Burladingen etwas besser, wie er in der Pressekonferenz meint.

Für den 31-Jährigen sei schon seit seinem "Public Management"-Studium in Ludwigsburg klar gewesen, dass er eines Tages an einer Verwaltungsspitze sitzen möchte, sagt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Nun habe er die Chance ergriffen. Keinesfalls übereilt. Nachdem ein Bekannter ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die Bürgermeisterstelle in Burladingen vakant sei, war Licht zunächst dorthin gefahren, um sich ein Bild von der Stadt zu machen. "Da habe ich mich sofort in das Städtchen verliebt", sagt er.

Unrühmliches Verhalten

Das sieht der 31-Jährige als Voraussetzung dafür, überhaupt den Hut in den Ring zu werfen. Schließlich verbringe man im Falle eines Wahlsieges nicht nur die meiste Zeit seines Alltags dort, sondern baue dort auch ein neues Leben auf. "Es muss passen", resümiert er. Und das tue es im Fall Burladingen. "Ich habe mich gleich wohl gefühlt."

In den vergangenen Jahren war das Thema Bürgermeister in der Kleinstadt im Zollernalbkreis eher negativ behaftet. Hatte doch der ehemalige Amtsinhaber Harry Ebert zum einen durch seine AfD-Zugehörigkeit und zum anderen durch sein unrühmliches Verhalten gegenüber Gemeinderäten und der Presse für Schlagzeilen gesorgt. Den 31-jährigen Licht kann das nicht abschrecken. "Ich sehe es eher als Herausforderung", meint er lapidar. Es gebe viele Baustellen und vor allen Dingen viele Gräben zuzuschütten. Das will Licht vor Ort in Angriff nehmen. Die Bürger in diese Bemühungen einzubeziehen sei ihm ein Anliegen. Ebenso wie die nachhaltige Ansiedlung von Gewerbe, wofür er schon Erfahrungen als Ansprechpartner für Themen rund um das Gewerbegebiet Würzbacher Kreuz mitbringe.

Wichtiger Mitarbeiter

Schon vor der Corona-Krise hat der zweifache Ortsvorsteher Gespräche mit den meisten Fraktionen des Burladinger Gemeinderats geführt, sich ihnen vorgestellt. Unter normalen Umständen wäre die Wahl nämlich schon im Mai über die Bühne gegangen. Der neue Termin ist der 20. September. Dann entscheidet sich, ob Burladingen einen jungen Verwaltungsfachmann als Bürgermeister gewinnt und Calw diesen zugleich verliert.

Der Abschied von der Hesse-Stadt in diesem Fall würde Licht durchaus schwerfallen, gibt er zu. In den vergangenen fünf Jahren habe er viele Beziehungen geknüpft. "Aber wirkliche Freundschaften gehen nicht auseinander", gibt er sich optimistisch. Seine Mitarbeiter haben auf die Nachricht seines eventuell bevorstehenden Weggangs mit gemischten Gefühlen reagiert, sagt Licht. Mit Wehmut ob der Trennung, aber auch mit Zuspruch für diese neue Herausforderung. Zumal die Calwer Stadtverwaltung im Falle eines Wahlsieges gleich zwei Mitarbeiter verlieren würde. Die Lebensgefährtin von Licht ist ebenfalls dort tätig und würde ihm in den Zollernalbkreis folgen.

Wenn das alles so klappt. Licht möchte sich seiner Sache nicht zu sicher sein. Seine Erfahrung als Sportler habe ihn gelehrt, dass man erst gewonnen hat, wenn man die Ziellinie überschritten hat.

Bis dahin gilt es noch rund zweieinhalb Monate Wahlkampf gegen die beiden anderen Kandidaten zu führen. Jetzt habe er erst einmal "ein Date" mit Burladingen. Besser kennenlernen, Gespräche mit Gewerbetreibenden führen, mit Bürgern sprechen.

Und was sagt sein derzeitiger Chef, Oberbürgermeister Florian Kling, dazu? "Natürlich ist es erstmal schwer, wenn ein wichtiger Mitarbeiter aus dem Verwaltungsstab die Entscheidung fällt, weiterzuziehen", schreibt der in einer Mitteilung. "Dennoch können wir stolz sein, einen so wichtigen und langjährigen Teil dieser Ausbildung beigetragen zu haben, sodass Herr Licht nun bereit für das wichtige und oberste Amt einer Stadt ist. Ich wünsche ihm für den Wahlkampf viel Erfolg und stehe ihm dabei gerne unterstützend mit einigen Tipps zur Seite."

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