Arno Köster Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Lesung: Journalist, Autor und Moderator Arno Köster stellt sein Buch "Hoffnung für Kenia" in der Sparkasse Calw vor

"Tue Gutes und rede darüber", dieses Sprichwort eignet sich als Motto der Lesung von Arno Köster in der Sparkasse Calw. Am Ende des Abends könnte auch ein Zitat von Erich Kästner stehen: Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.

Calw. Der Journalist, Autor und Moderator stellte sein Buch "Hoffnung für Kenia" vor. Köster koordiniert nämlich zugleich das operative Geschäft der Udo Lindenberg Stiftung.

Hans Neuweiler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, erinnerte bei der Begrüßung daran, dass diese Einrichtung nicht nur Nachwuchsmusiker fördere, sondern auch Projekte in Afrika. Dabei stehe über allem die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Hoffnung haben sie, die vielen jungen Kenianer. Arzt wollen sie werden, Anwalt, Musiker und Ingenieur, wie sie in dem einführenden Film freudestrahlend in die Kamera sagen. Und damit diese Hoffnungen Wirklichkeit werden, dazu möchte die Stiftung beitragen.

Eindrucksvoll macht Köster deutlich, was für ein wertvolles Gut in Afrika sauberes Trinkwasser ist, das in Deutschland durch die Toilettenspülung fließt. Die Stiftung hat es ermöglicht, dass durch eine Waterbox rund 2000 Menschen in Bombolulu, einem Armenviertel in Mombasa, Zugang zu sauberem Wasser haben. Davon profitiert insbesondere eine Schule mit 1300 Kindern. Dort herrschten zuvor schreckliche sanitäre Verhältnisse. Das Wasser war mit Schadstoffen und Bakterien belastet.

Neben dem Zugang zu sauberem Wasser ist es die Bildung, die Hoffnung machen soll in Kenia. Denn es sind, so Köster, durchweg aufgeweckte, motivierte und intelligente Kinder. Und sie sind fröhlich, trotz allem Elend, das sie oft umgibt. "Sie sind glücklicher als viele ihrer Altersgenossen in Deutschland", sagt der Autor.

Vieles funktioniert erstaunlich gut

Köster haben sich in Afrika ganz neue Horizonte erschlossen. Die Menschen seien dort entspannt, machen alles mit Ruhe, jagen nicht, wie die Europäer, dem materiellen Erfolg hinterher. Dennoch funktioniert vieles erstaunlich gut.

Trotz des Potenzials, über das Kenia mit seinen Bodenschätzen und den jungen Menschen verfügt, sind die Probleme groß und vielfältig, nicht zuletzt wegen der Korruption in der Politik. Köster macht das an Einzelschicksalen deutlich. Die heute 18-jährige Happy zum Beispiel, die Opfer einer grausamen Vergewaltigung wurde. Den Glauben an Gott hat die junge Frau, die unter dem Einfluss einer protestantischen Sekte groß wurde, verloren. An Selbstbewusstsein fehlt es ihr gleichwohl nicht. Sie vertraut nur noch sich selbst, und erst recht keinen Männern. Sie trainiert regelmäßig Boxen und andere Kampfsportarten.

Zurück zu den Zeichen der Hoffnung, die von der Udo Lindenberg Stiftung gesetzt werden. Jüngstes Projekt ist eine Kfz-Werkstatt für die Berufsausbildung junger Menschen, die kurz vor ihrer Fertigstellung steht.

Das Vorhaben geht auf eine Idee des früheren Betriebsratsvorsitzen­-den der Porsche AG, Uwe Hück, zurück, der die Stiftung, die 2006 zusammen mit der Sparkasse Pforzheim Calw gegründet worden war, von Anfang an unterstützt hat.

Mindestens so eindrucksvoll wie Kösters Lesung war die musikalische Begleitung, die sich als wahrer Leckerbissen entpuppte. Noah Fischer, Saxofonist in Udo Lindenbergs Panikorchester, konnte als Solist sein außergewöhnliches Können zeigen. Sein von Jazz-Elementen geprägtes Spiel begeisterte die Zuhörer. Besonders David Stewarts "Lily was here" in der Version der niederländischen Funk-Saxofonistin Candy Dulfer dürfte ihnen lange im Ohr geblieben sein.

Das Buch: Arno Köster: Hoffnung für Kenia. Die Udo Lindenberg Stiftung in Afrika. Residenz Verlag.