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Calw Das Alleinstellungsmerkmal bleibt

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Ute Lilly Mohnberg und Andreas Heiler sind vollauf mit der Neukonzeption beschäftigt. Foto: Rousek Foto: Schwarzwälder Bote

Seit Jahren beschäftigt die Neukonzeption der Dauerausstellung die Verantwortlichen des Hermann Hesse-Museums. Erste Vorentwürfe wurden bereits dem Gemeinderat vorgelegt. Nun geht es an die Feinheiten.

Calw. Timo Heiler und Ute Lilly Mohnberg als Verantwortliche der städtischen Museen sind ein eingespieltes Team. Das werden sie auch bleiben. Während es 2017, als Mohnberg nach Calw kam, noch hieß, sie würde lediglich die Elternzeitvertreterin einer anderen Kollegin übernehmen, ist inzwischen klar: Sie wird bleiben. Heiler freut sich darüber. "Kontinuität ist uns wichtig. Ständige Wechsel führen schlussendlich zu Stillstand", meint er. Und Stillstand ist wohl das Letzte, was im Hesse-Museum derzeit gefragt ist.

Seit Jahren beschäftigt sich die Stadt und allen voran Heiler als Leiter der städtischen Museen mit der Neukonzeption der Dauerausstellung im Hesse-Museum. Die hat schlappe 30 Jahre "auf dem Buckel", wie Heiler verrät. In dieser Zeit hat sich einiges getan – sowohl, was die Ausstellungsmöglichkeiten anbelangt, als auch die Erwartungen der Besucher. "Auch in der Hesse-Forschung hat sich viel bewegt", sagt Heiler.

Neue Exponate wird es deshalb nach der geplanten Wiedereröffnung 2021 ebenso geben, wie bereits dagewesene, quasi in neuem Gewand. "Wir wollen, dass auch Hesse-Kenner etwas Neues entdecken." Nach den Plänen von Heiler und Mohnberg wird die Ausstellung nach der Neukonzeption nicht mehr chronologisch nach den Lebensstationen Hesses angeordnet sein, sondern nach Themen geordnet. Zu jedem Thema, das zu Beginn jedes Raumes mit einem Begriffspaar angerissen wird, soll es jeweils drei Erzählstränge geben. "Die Besucher können sich nach ihren Wünschen frei bewegen und sich aus den insgesamt 27 Puzzleteilen ihr ganz eigenes Bild von Hesse schaffen."

Einer der neun Räume wird zum Beispiel unter dem Überbegriff "Heimat" stehen – einzelne Erzählstränge werden sich mit der Familie, dem Gerbersauer Erzählzyklus sowie dem Generationenkonflikt des späteren Literaturnobelpreisträgers auseinandersetzen. Insgesamt gehe es darum, Anknüpfungspunkte an die heutige Zeit zu finden. Laut Heiler nicht schwer. "Hesse kann in Vielem als Vorbild gelten", ist er überzeugt. So habe er zum Beispiel die Umweltproblematik schon früh erkannt.

Natürlich sollen in den Themenräumen auch neue Medien zum Einsatz kommen. Eine Hörstation ist geplant, an der die Besucher sich von Hesse höchstselbst Gedichte vortragen lassen können. Überdies soll es einen interaktiven Medientisch geben, der sich mit der Entstehung des Glasperlenspiels befasst. "Aber wir werden kein multimediales Feuerwerk abbrennen. Es ist immer noch eine Literaturausstellung."

Bauliche Maßnahmen

Die kommt schon jetzt an. Die Besucherzahlen legen ständig zu, im laufenden Jahr waren es bereits mehr als 7200. Woran das liegt? Einerseits an den Sonderausstellungen, die über die Maßen gut ankommen, betont Heiler. So lockte "Durch den Filter der Seele" 2018 rund 11 000 Besucher an. Zum anderen sei der "Steppenwolf" in den vergangenen beiden Jahren Sternchenthema an den Gymnasien im Land gewesen. "Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine Schulklasse hier ist", sagt der Museumsleiter. Das Hesse-Museum ist inzwischen auch besser vernetzt, in den sozialen Medien aktiv und bundesweit bekannter. Gerade durch Sonderausstellungen, zu denen hochkarätige Experten aus dem ganzen Bundesgebiet eingeladen sind. "Man nimmt uns anders wahr. Man merkt, dass unser Haus bundesweit wahrgenommen wird", meint Heiler.

Ist die Neukonzeption erst einmal komplett, soll sich das noch verfestigen. Zuvor wird es allerdings eine längere Schließzeit von einem halben bis dreiviertel Jahr geben, kündigt Heiler an. In dieser Zeit müssen auch einige bauliche Maßnahmen erledigt werden, wie beispielsweise der Anbau eines Aufzugs sowie gängige Renovierungen. "Aber der Charakter des Hauses bleibt erhalten. Die Böden dürfen weiter knarzen", schmunzelt der Leiter.

Über die neue Dauer­ausstellung hinaus möchten er und Mohnberg noch weitere neue Angebote schaffen – zum Beispiel einen literarischen Salon, bei dem sich Interessierte über ihre Lieblingsbücher austauschen können. "Wir wollen das Museum als regionales Begegnungs- und Kulturzentrum etablieren", sind sie sich einig. "Das Haus bringt alles dafür mit." Nur die Einstellung der Calwer dazu sei noch ausbaufähig, meint Heiler. "Calw kann sich glücklich schätzen, so einen reichen Nachlass von Hesse zu haben". Mit der Neukonzeption wünscht er sich auch, eine neue Sicht der Calwer auf Hesse zu kreieren. "Aber unsere Zielsetzung bleibt dieselbe: Wir zeigen die größte biografische Ausstellung zu Hesse und das ist unser Alleinstellungsmerkmal."

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