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Calw "Daimler-Bus" wegen Corona-Krise eingestellt

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Vorerst ist für den "Daimler-Bus" Schluss. Und das nach 70 Jahren. (Symbolbild) Foto: Marie Sjödin / Pixabay

Calw - Seit dem 1. Juni müssen Daimler-Mitarbeiter aus Calw der Normalschicht privat zur Arbeit anreisen - denn der sogenannte "Daimler-Bus", den das Busunternehmen Volz seit 1950 fährt, wurde eingestellt.

Seit einigen Wochen herrscht bei Daimler wieder eine Art Corona-Normalbetrieb. Laut Daimler produziere der Betrieb zwar noch nicht auf voller Kapazität, doch trotzdem seien wieder jeden Tag Tausende Mitarbeiter und Auszubildende vor Ort anwesend. Trotzdem seien die Fahrtzahlen der Verbindungsstrecke zwischen Calw und Böblingen so stark gesunken, dass sich Volz gezwungen sehe, die Fahrten zur Normalschicht einzustellen, erzählt Geschäftsführerin Gisela Volz. Im Durchschnitt fünf bis sieben Fahrgäste würden nicht einmal genug Einnahmen schaffen, um den Lohn des Busfahrers zu bezahlen.

Schwierige Situation für Auszubildende

Laut Volz habe es im Mai regelmäßige Gespräche zwischen Daimler und Volz gegeben.

Da das Werk aber weder eine baldige Verbesserung der Situation, noch einen Zuschuss versprechen konnte, musste Volz, ähnlich wie zuvor auch schon die Firmen Däuble und Eberhardt, entsprechende Anpassungen im Fahrplan vornehmen. Bis Redaktionsschluss antwortete Daimler selbst nicht auf die Anfrage des Schwarzwälder Boten in dieser Sache.

Besonders schwierig ist diese Situation für die Auszubildenden des Betriebs, die oft keinen Führerschein und somit auch kein alternatives Transportmittel zum Betrieb haben.

Kritik an Kommunikation

Julie Gaberschek, die Mutter eines Daimler-Auszubildenden, beschäftigt das Thema sehr. Besonders kritisiert sie die Kommunikation vonseiten des Busunternehmens. Erst vier Tage vor Einstellung habe sie davon durch eine Bekannte erfahren und erst zwei Tage danach erreichte sie das offizielle Schreiben. Das Unternehmen Volz hingegen sagt, es habe alle Abo-Karten-Inhaber per Mail sowie alle Beförderten per Infos im Bus, im Internet und bei Daimler über die Einstellung des Busses informiert.

Zusätzlich sei eine Alternativverbindung des ÖPNVs empfohlen worden. Diese involviere aber zweifaches Umsteigen und sei laut Gaberschek auch viel zu teuer. Dies liege vor allem daran, dass Althengstett noch kein Teil des VVS sei.

Grundlegendes muss sich ändern

Würde sich das ändern, wäre die Alternativverbindung für Gaberscheck und ihren Sohn akzeptabel. Aber bis das ­passiert, hoffen sie auf eine Wiederaufnahme der alten Busverbindung. Dies sei laut Volz auch möglich - doch erst, wenn die durch­schnittliche Anzahl an Fahrgästen von 15 bis 20 garantiert wäre.

Dafür müsse sich aber etwas Grundlegendes ändern - die Fahrgäste müssten laut der Geschäftsführerin aufhören, das Busfahren als letzte Option zu sehen, die nur dann in Frage käme, wenn Auto oder Motorrad ausfallen. Denn zuverlässiger ÖPNV brauche auch eine zuverlässige Nutzerzahl als ­Basis.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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