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Calw Coronavirus schlägt am Hermann Hesse-Gymnasium zu

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Nachdem eine Lehrkraft des Hermann-Hesse-Gymnasiums positiv auf Corona getestet worden war, hat das Gesundheitsamt insgesamt 61 Schüler der Klassenstufen 6 und 10 in Quarantäne geschickt. (Symbolfoto) Foto: dpa

Calw - Am Maria von Linden-Gymnasium (MvLG) wird seit Montag, 19. Oktober, wieder vor Ort unterrichtet. Dafür hat Corona nun am Hermann Hesse-Gymnasium zugeschlagen. Nach dem positiven Testergebnis einer Lehrkraft sind Dutzende Sechst- und Zehntklässler in Quarantäne.

"Bei uns ist die Stimmung sehr gut", sagt Matthias Heidenreich, der neue Direktor des Maria von Linden-Gymnasium. Zum einen, weil seit Montag nach zwei Wochen Corona-Zwangspause endlich wieder vor Ort unterrichtet wird, zum andern, weil sich in dieser Zeit das Homeschooling, also der Fernunterricht für zu Hause, bewährt hat. Sogar Sport- und Kunststunden haben stattgefunden. Der Unterricht lief laut Heidenreich via Microsoft 365, einer Cloud-Software; im Prinzip so, wie er im Stundenplan steht. Zumeist ging’s mit einer Videosequenz des Lehrers los.

Am Ende waren 30 Lehrer in Quarantäne

Dass das MvLG angesichts von sieben Corona-Fällen bei rund 800 Schülern geschlossen wurde, bezeichnet Heidenreich als "rückwirkend die richtige Maßnahme". Schließlich habe jeder Schüler zehn bis 15 Lehrer. Am Ende waren 30 Lehrer als Kontaktpersonen in Quarantäne. "Es wünscht sich natürlich keiner mehr", sagt er. Bestenfalls helfe die Maskenpflicht, die an weiterführenden Schulen jetzt auch im Unterricht gilt, und das regelmäßige Lüften, eine Wiederholung zu vermeiden. Nun immerzu einen Maske zu tragen, "ist natürlich für beide Seiten nicht ganz einfach", berichtet der Schulleiter. "Eine Prognose, wie es in ein, zwei Monaten weitergeht, traut sich keiner zu geben."

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Was Heidenreich und das MvLG gerade hinter sich haben, das hat am Hermann Hesse-Gymnasium (HHG) gestern erst begonnen: zwei von Quarantänemaßnahmen geprägte Wochen. Weitere Schulen in Calw sind nach Kenntnis der Stadt derzeit nicht betroffen. Auch an den Kindertageseinrichtungen gibt es, Stand Montagnachmittag, keine Coronafälle, wie Isabel Götz mitteilt. "Wir hoffen, dass es so bleibt." Götz leitet in der Verwaltung den Fachbereich II und ist für die Bildungseinrichtungen zuständig.

Einschränkungen im Kinderhaus Stammheim

Allerdings wird es vermutlich ab heute Einschränkungen im Kinderhaus Stammheim gegeben. Dort kommen zu normalen Krankheitsfällen unter den Erziehern einige, die zwar nicht an Covid-19 leiden, sich aber als Kontaktpersonen in Quarantäne befinden. Vermutlich müssten die Öffnungszeiten um ein oder zwei Stunden reduziert werden. Denn selbst wenn niemand infiziert ist: Wenn zu viele Erzieher oder Lehrer in Quarantäne sind, "kann ich den Betrieb nicht aufrechterhalten", erklärt Götz. Weshalb das MvLG zwei Wochen lang zu blieb.

Am Hermann Hesse-Gymnasium läuft der Unterricht für die allermeisten Schüler normal weiter. Nachdem eine Lehrkraft jedoch positiv auf Corona getestet worden war, hat das Gesundheitsamt insgesamt 61 Schüler der Klassenstufen 6 und 10 in Quarantäne geschickt – bis voraussichtlich 29. Oktober.

Zur infizierten Lehrkraft kommt – weitere positive Testergebnisse lagen bis gestern nicht vor – eine weitere, die bereits seit einer Woche in Quarantäne ist. Außerdem drei Schüler, die wegen Corona-Fällen im häuslichen Umfeld ebenfalls daheim sind. Diese drei, deren Klassenkameraden vor Ort weiter unterrichtet werden, auf demselben Stand zu halten, sei eine Herausforderung. Ansonsten seien sie in Sachen Fernunterricht für alle im Training, sagt Daniel von Altrock, stellvertretender Schulleiter am HHG. "Wir wissen, wie so was funktioniert" – wegen des Lockdowns im Frühjahr. "Die Kollegen sind zuversichtlich, dass wir die Doppelbelastung gut hinkriegen."

Schlechtes Internet setzt Fernunterricht Grenzen

Auch wenn die Schüler nicht vor Ort sind, sei es wichtig, dass sie ihren Tagesrhythmus beibehielten. Zwar finden nicht alle Stunden als Videokonferenz – oder eher, mangels guter Internetverbindung, als Audio-Runde – statt. Haben die Sechser aber beispielsweise in der ersten Stunde Mathematik, steht der Mathelehrer ab 7.35 Uhr für Auskünfte per E-Mail oder am Telefon zur Verfügung. Seine Arbeitsblätter hat er dann in einer Lernplattform, auf die die Schüler Zugriff haben, hochgeladen. Dort kann er auch Videos bereitstellen. Der Gedanke bei dieser Form des Fernunterrichts: "So viel Normalität wie möglich ist beizubehalten", erklärt Altrock.

Die Unsicherheit während dieser ungewohnten Situation hält sich seitens der Eltern offenbar in Grenzen. Bisher seien die Anfragen an die Schule eher technischer Natur – etwa wenn es mit dem Zugang zur Lernplattform hakt. Darüber hinaus ist die erste Anfrage nach einem Leihgerät eingegangen.

Der Bund hatte Mittel zur Verfügung gestellt, damit Schulen mobile Endgeräte wie Tablets anschaffen und diese an Schüler, die sonst keinen Zugriff auf einen Computer haben, ausleihen können. 28 der bestellten Geräte sind bereits da, noch deutlich mehr hat das HHG geordert. Je mehr Eltern im Homeoffice sind, desto mehr dürften gebraucht werden, meint der stellvertretende Schulleiter.

Auch die Lehrer halten untereinander virtuell Kontakt. Bei einer Videokonferenz am Sonntagabend besprachen sich die Kollegen, die in den betroffenen Klassenstufen sechs und zehn unterrichten. Das hat laut von Altrock hervorragend geklappt.

Apropos Abstand: Zwei Lehrkräfte am HHG sind als Kontaktpersonen zweiten Grades eingestuft. Unterrichten vor Ort dürfen sie trotzdem, sie müssen allerdings noch penibler auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten. Zumindest diese Woche. Denn dann sind erst einmal Herbstferien – und anschließend hoffentlich wieder alle Schüler und Lehrer zurück am HHG.

Zwei Klassenstufen in Quarantäne

Was tun, wenn ein Schüler in Quarantäne muss, weil er Kontakt zu einer infizierten Person hatte und dadurch als Kontaktperson ersten Grades gilt? Für Kontaktpersonen zweiten Grades – etwa Eltern oder Geschwister – ohne entsprechende Krankheitssymptome gilt keine Quarantäne, erklärt Anja Reinhardt, Pressesprecherin des Landkreises. »Das heißt, sofern das Kind nicht selbst positiv getestet wurde, dürfen symptomlose Eltern weiterhin zur Arbeit gehen« und symptomlose Geschwister Schulen oder Kindertageseinrichtungen besuchen. Ist der Schüler selbst Corona positiv, müssen sich Eltern und Geschwister ebenfalls 14 Tage lang isolieren. Aus Kapazitätsgründen werden nur Kontaktpersonen ersten Grades, die Symptome aufweisen, getestet. Die Ergebnisse der Tests aus den Drive-in-Zentren Calw-Wimberg und Nagold-Eisberg liegen in der Regeln nach 24 bis 48 Stunden vor. Pro Öffnungstag werden insgesamt 120 bis 200 Tests gemacht.

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