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Calw Corona-Pandemie: Gymnasium für zwei Wochen dicht

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Aus einem Corona-Fall am Maria-von-Linden-Gymnasium sind sieben geworden. Deshalb haben sich die Verantwortlichen entschieden, die Schule bis voraussichtlich 16. Oktober zu schließen. Der Unterricht findet online statt. Foto: Archiv/sb

Calw - Aus einem Corona-Fall am Maria-von-Linden-Gymnasium sind sieben geworden. Deshalb haben sich die Verantwortlichen entschieden, die Schule bis voraussichtlich 16. Oktober zu schließen. Der Unterricht findet online statt.

Die Zahl der Corona-Infizierten in Calw steigt, derzeit verzeichnet das Landratsamt 19 Fälle "aktiver Infektionen", wie es die Kreisbehörde formuliert. Neben den Fällen am Maria von Linden-Gymnasium (MvLG) gibt es einen Verdachtsfall an einer Kindertageseinrichtung in der Stadt. Der 1. FC Altburg ist ebenfalls betroffen, dort haben sich vier Spieler infiziert. Auch wenn die Lage in Seniorenheimen und Krankenhäusern derzeit ruhig ist: Die Einrichtungen sind vorbereitet. Und sie können dieses Mal auf ihre Erfahrungen mit dem Virus aus den vergangenen Monaten zurückgreifen.

Schule

Nachdem ein Zwölftklässler positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hatten Schulleitung, die Stadt Calw als Träger und das Gesundheitsamt das MvLG in Stammheim vorsorglich zunächst bis Mittwoch, 7. Oktober, geschlossen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Inzwischen liegen allerdings sechs weitere positive Testergebnisse an der Schule vor. "Somit vergrößert sich auch der Personenkreis innerhalb der Schüler- und Lehrerschaft, die sich nun als weitere Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne begeben müssen", teilt der Landkreis mit. Weil somit kein geregelter Schulbetrieb mehr möglich sei, wurde die Schließung des MvLG bis voraussichtlich 16. Oktober vereinbart. "Der Unterricht wird in dieser Zeit von Präsenz- auf Fernunterreicht umgestellt. Symptomatische Schüler werden auf das Coronavirus getestet."

Laut Pressemitteilung befinden sich alle unmittelbaren Kontaktpersonen der bestätigten Corona-Fälle in Quarantäne, den übrigen Schulangehörigen wird eine Kontaktreduzierung dringend empfohlen.

"Grundsätzlich gilt, dass Personen, die bei sich eine Infektion mit dem Coronavirus vermuten, nicht am Schulbetrieb teilnehmen dürfen, sondern ihren Hausarzt anrufen sollten", heißt es weiter.

Wer Symptome hat, soll sich per E-Mail an corona-test@kreis-calw.de an das Gesundheitsamt wenden, um einen Testtermin zu vereinbaren. Bei schwerwiegenden Symptomen ist außerhalb der regulären Sprechzeiten die bundesweite Rufnummer 116 117 des kassenärztlichen Notdiensts erreichbar.

Kindergarten

Inzwischen gibt es auch den ersten möglichen Corona-Fall an einer Kindertageseinrichtung im Stadtgebiet: dem städtischen Kindergarten im Zwinger. Diesen habe die Verwaltung am Dienstag "auf Empfehlung des Gesundheitsamts" für zunächst drei Tage, bis einschließlich Donnerstag, geschlossen, sagt Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur, Tourismus und damit in der Stadtverwaltung zuständig für Schulen und Kindertageseinrichtungen. Eine Beschäftigte der Kita sei als Kontaktperson in Quarantäne. Bis bestenfalls ein negatives Test-Ergebnis vorliegt, wolle man kein Risiko eingehen.

Für solch einen Fall gebe es schon allgemeine Grundsätze, erklärt Götz. Allerdings müsse man sich immer den konkreten Fall anschauen. In diesem sei es eben die Empfehlung des Gesundheitsamts gewesen, die Einrichtung lieber kurz ganz zu schließen, statt weitere Infektionen zu riskieren. Betroffen sind davon sechs Erzieherinnen und rund 40 Kinder.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und des Versuchs, die Gruppen in Coronazeiten getrennt zu halten: Die Situation in Kindertagesstätten ist insofern komplizierter als etwa an weiterführenden Schulen, weil sich kleine Kinder nicht an Abstandsregeln halten können. Das ist laut Götz zudem "pädagogisch ganz falsch". "Die Erzieherinnen halten untereinander Abstand, aber nicht zu den Kindern", erklärt die Fachbereichsleiterin.

Eine Notbetreuung gibt es im Kindergarten im Zwinger während der aktuellen Situation nicht. Zum einen würde ein solches Angebot der vorsorglichen Schließung entgegenstehen, zum andern sei die Situation jetzt nicht mit der ab Mitte März zu vergleichen. Während des Lockdowns waren viele Eltern auch in systemrelevanten Berufen betroffen. Für deren Kinder war deshalb eine Notbetreuung eingerichtet worden.

"Es ist uns bewusst, dass das im Einzelfall eine Härte bedeuten kann", sagt Götz nun über die Schließung des Calwer Kindergartens. Dennoch gibt es dieses Mal nur einzelne betroffene Familien – die bestenfalls am Freitag wieder ihre Kinder zur Betreuung in die Einrichtung bringen können.

Altersheime

Die evangelische Heimstiftung betreibt in Calw gleich drei Pflegeheime: die Sonnenresidenz Heumaden, das Seniorenzentrum Torgasse und das Haus auf dem Wimberg. Insgesamt leben dort 196 Bewohner.

"Im Moment liegen keine positiven Tests von Bewohnern unserer Einrichtungen in Calw vor", teilt Ann-Christin Kulick von der Pressestelle der evangelischen Heimstiftung mit.

Allerdings ist das Unternehmen für den Fall der Fälle gewappnet: "Sollte eine Bewohnerin oder ein Bewohner positiv auf Covid-19 getestet werden, wird die betroffene Person in ihrem Einzelzimmer isoliert, mögliche Kontaktpersonen werden getestet." Die anderen Bewohner der Einrichtung hätten dadurch keine weiteren Einschränkungen.

Bewohner und Mitarbeiter werden getestet, sobald Symptome auftreten "oder andere Verdachtsfälle entstehen".

Angesichts der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen sei die Stimmung in den Häusern "konzentriert, aber positiv".

Die Bewohner seien sehr froh darüber, "dass Besuche weiterhin möglich sind, und wir auch mit allen Mitteln verhindern wollen, die Häuser wieder zu schließen". Darüber hinaus teilt Kulick mit: "Wir sind gut vorbereitet, haben genug Schutzausrüstung und wissen aus den Erfahrungen der letzten Monate, welche Maßnahmen im Fall der Fälle greifen."

Sollte es doch zu einer Infektion kommen, könne die Heimstiftung schnell reagieren. Sie ist "zuversichtlich, dass wir einen zweiten Lockdown nicht brauchen werden."

Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, ist beispielsweise geplant, bei Besuchern Fieber zu messen oder Besuche auf enge Bezugspersonen zu beschränken.

Krankenhaus

Im Kreisklinikum Calw-Nagold wird derzeit ein Covid-19-Patient auf der Intensivstation beatmet. Bei einem weiteren Patienten, der stationär behandelt wird, besteht der Verdacht auf eine Infektion. Zusammengenommen werden in den Häusern des Klinikverbunds Südwest (kvsw) aktuell fünf Covid-19-Patienten versorgt. Zwei werden auf Intensivstationen beatmet. Dazu kommen insgesamt neun Verdachtsfälle. Zum Vergleich: Zu Corona-Hochzeiten wurden zeitgleich mehr als 100 Infizierte versorgt.

"Die Zahlen der stationären Covid-19-Patienten sind seit Wochen stabil und schwanken aktuell meist zwischen ein bis sieben positiv-bestätigten Fällen kvsw-weit, hinzu kommen täglich bis zu 15 Verdachtsfälle", erklärt Pressesprecher Ingo Matheus. "Der aktuelle Anstieg der Fallzahlen innerhalb der Bevölkerung hat somit zum jetzigen Zeitpunkt noch keine signifikanten Auswirkungen auf den stationären Bereich."

Nach wie vor seien die Kliniken im Verbund aber vorbereitet. Sie halten, entsprechend der Vorgaben des Landes, rund zehn Prozent ihrer Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten vor. "Das gilt für alle Standorte im Verbund. Wir können jederzeit innerhalb von rund 72 Stunden wieder in den Krisenmodus aus dem Frühjahr zurückkehren." Beatmungskapazitäten seien ohnehin nicht herunter gefahren worden. Dazu kommt, dass zusätzliche Strukturen wie Isolierstationen noch vorhanden seien.

Die Mitarbeiter in den Krankenhäusern können auf Erfahrungen aus den vergangenen Monaten zurückgreifen. Immerhin seien im Klinikverbund Südwest seit Jahresanfang mehr als 1500 Covid-19-Patienten stationär versorgt worden, "rund 300 davon allein am Kreisklinikum Calw-Nagold". Auch deshalb fühlt sich der kvsw gut vorbereitet.

Fußballverein

Auch im Fußball hat das Corona-Virus für Probleme gesorgt. Vier Spieler des 1. FC Altburg hatten sich vor knapp zwei Wochen infiziert, wie der Vorsitzende Jürgen Bauer berichtet. "Die ursprüngliche Infektion fand aber nicht beim Fußball statt", betont Bauer.

Ein Spieler der zweiten Mannschaft habe sich freitags auf einer privaten Feier angesteckt. Sonntags habe dann ein Spiel stattgefunden. Am darauffolgenden Dienstag habe der besagte Spieler Symptome gezeigt. Nach einem Test lag ein positives Ergebnis vor.

Anschließend habe man die ganze Mannschaft getestet. Drei weitere Spieler, zwei davon momentan nicht aktiv, hätten daraufhin ebenfalls ein positives Testergebnis gehabt. Das Spiel am vergangenen Sonntag sei deshalb vom Gesundheitsamt abgesagt worden.

"Alle kommenden Spiele können nun aber wieder planmäßig stattfinden", so Bauer. Man halte sich im Verein stets an alle Hygienemaßnahmen. Er hoffe deshalb, dass der Fußball von weiteren Infektionen verschont bleibe.

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