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Calw Calws nächster Versuch – mit jungem Hauptmann der Reserve

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Florian Kling, hier mit seiner Ehefrau Klara Scheuren, ist der neue OB in Calw. Foto: Klormann

Calw. Florian Kling wird künftig als Oberbürgermeister die Geschicke der Großen Kreisstadt Calw lenken. Im zweiten Wahlgang setzt er sich mit 51,7 Prozent gegen seine Mitbewerber Gerd Kunzmann (30,6), Anabel Hirsch (17,5) und Samuel Speitelsbach (0,2) durch. Es scheint wie ein Sieg des jugendlichen Esprits über die Erfahrung (Kunzmann), das Herz (Hirsch) und über die teils kuriosen Aussagen von Speitelsbach.

Klings Gesicht ist gerötet, er strahlt. In seiner ersten Ansprache nach der Wahl ist "Danke" wohl das Wort, das am häufigsten vorkommt. Der neue OB verspricht, dass das Wohl der Stadt im Fokus stehen soll und äußert den Wunsch, dass "alle an einem Strang ziehen". Für diese Aussage erntet er Applaus. Nicht den letzten an diesem Abend.

Der erst 32-jährige Kling geht als Sieger aus einem Wahlkampf hervor, der zuletzt, so schien es, weniger mit dem Thema "Wahl" zu tun hatte, als vielmehr mit dem "Kampf". Zunächst hatte die Frage der Unparteilichkeit des stellvertretenden Oberbürgermeisters im Raum gestanden, dann entbrannte ein Streit darüber, ob einzelne Kandidaten mehr Plakate aufgehängt hatten, als erlaubt sei.

Die Wahlbeteiligung, die schon beim ersten Wahlgang nur bei 41,5 Prozent lag, ging bei der Neuwahl noch weiter zurück – auf 39,7 Prozent. Schon nach dem ersten Termin am 29. September hatten Gemeinderäte und Bürger ihre Enttäuschung über das offenbar geringe Interesse der Bevölkerung kundgetan und dazu aufgerufen, bei der Neuwahl ein Kreuzchen auf dem Stimmzettel zu setzen. Offenbar ohne Erfolg.

Wie beim ersten Wahlgang, hatten auch am Tag der Entscheidung vier Namen auf dem Stimmzettel gestanden. Kein Kandidat hatte seine oder ihre Bewerbung zurückgezogen, kein neuer Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Und wie beim ersten Wahlgang erhielt Kling, der SPD-Mitglied ist, aber nach eigener Aussage explizit nicht für die Partei antritt, auch dieses Mal die meisten Stimmen. Er konnte seinen Vorsprung auf die anderen Bewerber sogar noch ausbauen.

Im Wahlkampf war der 32-jährige Hauptmann der Reserve als guter Rhetoriker aus dem Bewerberfeld herausgestochen. Mit Aktionen wie "Pizza & Politics" hatte er sich auch die Sympathien von Schülern gesichert. Kling versprach gleichzeitig einen unverstellten Blick von außen – war er doch zwölf Jahre lang in der Welt unterwegs – und gleichzeitig eine Verbindung zu Calw, da er aus dem Nachbartort Althengstett stammt und in Calw-Stammheim zur Schule gegangen war.

Seinen Wahlkampf hatte er unter das Motto "Miteinander gestalten" gestellt. Bürgerbeteiligung nach dem Vorbild seiner aktuellen Heimatstadt Mannheim schwebt ihm vor. "Wenn man die Leute mitnimmt, kann man etwas bewegen", ist Kling überzeugt. Er wolle frischen Wind in die Hesse-Stadt bringen, sei sich aber durchaus darüber bewusst, dass die finanzielle Situation der Stadt nicht allzu viel Spielraum ­lasse.

Kling, der derzeit als Verwaltungsberater für eine Landeshauptstadt tätig ist und sich dort für die Digitalisierung der Verwaltung einsetzt, will nun in seiner ehemaligen Heimat gemeinsam mit seiner Ehefrau, einer Kunsthistorikerin, sesshaft werden und Verantwortung übernehmen.

Der bisherige OB der Stadt Calw, Ralf Eggert (49), strich schon nach einer Amtszeit die Segel. Als Grund hatte er im Februar das Verhalten einiger Gemeinderäte angegeben, die "gegen so gut wie alles" seien. Eggert wurde einen Tag nach dem ersten Wahlgang im Rahmen einer Feier verabschiedet. Er ist der dritte OB in Folge, der nur eine Amtszeit in der Hesse-Stadt verbrachte. Ob es seinem Nachfolger ähnlich ergehen wird, wird sich zeigen.

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