Cornel Liebelt, Angestellter der "Kugel", wird seinen Gästen weiterhin Sky anbieten. Foto: Zavarko

Mittlerweile zweite Preissteigerung innerhalb eines Jahres: Erhöhte Gebühren will sich nicht jeder Gastronom leisten.

Calw - Dieses Wochenende hat die Fußball-Bundesliga spielfrei. Die deutschen Elite-Kicker treten am Sonntag in der Europameisterschafts-Qualifikation gegen Schottland an. Wenn aber am Samstag, 13. September, Bayern München gegen den VfB Stuttgart spielt, ist das im Sportheim des 1. FC Altburg nicht mehr live zu erleben. Der Verein hat sein Sky-Abonnement gekündigt.

Der Bezahl-Sender hat nämlich die Preise schon wieder erhöht. Das will sich der FCA nicht mehr leisten.

Wie Kneipenwirte in ganz Deutschland, die ebenfalls empört über die wiederholte Preiserhöhung sind. Darunter befinden sich natürlich auch ortsansässige Gaststättenbetreiber.

Fußball wird beispielsweise nicht mehr im Wimberger "GaWi" ausgestrahlt. "Meine Stammgäste wissen, dass es zu teuer geworden ist und haben das Abo auch bei sich selbst Zuhause gekündigt", weiß Wirt Josef Cerno. Er rechnet mit keinen wirtschaftlichen Einbußen und vertraut auf die Treue seiner Gäste.

Sky begründet die Erhöhung der Gebühren mit "veränderten Lizenzkosten für Programminhalte und sonstigen Kosten", die sie nun auf Gaststättenwirte umschlagen wollen. Gleichzeitig weist der Sender auf seiner Webseite auf die Strafen hin, die die illegale Ausstrahlung nach sich ziehen kann: bis zu fünf Jahre Haft und 10 000 Schadenersatz.

Die Entrüstung ist bei einem Anstieg von knapp 50 Prozent durchaus zu verstehen, zumal es mittlerweile die zweite Erhöhung binnen eines Jahres ist. Um wie viel die Gebühren steigen, wird anhand der Quadratmeter, der Bevölkerungsdichte, der Kaufkraft und der Sportaffinität der Region berechnet.

Wer in der Saison 2013/14 monatlich noch etwa 460 Euro zahlen musste, kann nun einen Anstieg auf 669 Euro für die Saison 2014/15 erwarten. Allerdings kann sich das bis auf monatlich 1200 bis 1300 Euro steigern – je nach Größe des Lokals.

Doch nicht jeder lässt sich dadurch aus der Ruhe bringen. Wer weiterhin in Calw während seines Kneipenbesuchs das Fußballgeschehen mitverfolgen möchte, kann dies bei den Gaststätten tun, die sich der Preissteigerung fügen. Hierzu gehören unter anderem das "Bistro Al Capone", das "Rössle" oder die "Kugel" in der Innenstadt. Während bei einigen die Erhöhungen noch nicht angekommen sind, nehmen diese es für ihre Gäste in Kauf, höhere Beiträge zahlen zu müssen.