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Calw Beleidigungen sind fast an der Tagesordnung

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Die Pfeife an den Haken hängen? Immer mehr ausgebildete Schiedsrichter tragen sich mit solchen Gedanken. Foto: Zahner Foto: Schwarzwälder Bote

Viele kennen es: Die beiden Fußballmannschaften stehen auf dem Platz bereit, doch kein Schiedsrichter ist da. Viele kennen auch diese Situation: Der Schiedsrichter pfeift zum Beispiel ein Foul und sofort folgen unschöne Rufe und Beleidigungen an den Schiedsrichter.

Eines ist klar, es gibt immer weniger Schiedsrichter, was ein Problem für den deutschen Fußball ist. Nun fragt man sich, haben Beleidigungen und Gewalt etwas mit dem Schiedsrichtermangel zu tun? Dafür spricht, dass diese Gewalt sehr verletzen kann – sei es körperlich, wenn die Zuschauer handgreiflich gegenüber dem Schiedsrichter werden, oder psychisch durch die Beleidigungen, die man nach jeder Entscheidung als Schiedsrichter zu hören bekommt.

Der ehemalige Schiedsrichter Alexander Schmid (23), als Schiedsrichter tätig zwischen 2010 bis 2012, sagt zur Gewalt: "Körperliche Gewalt kam bei mir nie vor, nur Beleidigungen. Diese Beleidigungen verletzen, und man fühlt sich angegriffen." Dabei ist es egal, ob die Entscheidung richtig oder falsch ist. Jede Entscheidung kann spielentscheidend sein, was das Spiel so spannend macht. Diese Spannung bekommt der Schiedsrichter sehr oft als Gewalt in Form von Beleidigungen zu spüren. Außerdem macht es durch die Gewalt keinen Spaß, was zu Lustlosigkeit führen kann. Man opfert seine Freizeit und fährt oft weit zu einem Spiel. Dort wird man angegangen und man ist nach jeder Entscheidung der Dumme. Dazu muss erwähnt werden, dass die Schiedsrichter in den unteren Spielklassen kaum Geld dafür bekommen. Im Grunde gibt man Geld aus, um angegangen zu werden.

Des Weiteren kann die Gewalt dazu führen, dass der Schiedsrichter vielleicht Angst haben muss, nach dem Spiel von den Zuschauern angegangen zu werden, wenn man falsche Entscheidungen aus Sicht der Zuschauer getroffen hat. Dagegen spricht, dass nicht die Gewalt ein Grund für den Schiedsrichtermangel ist, sondern andere Ursachen.

Eine Ursache ist meiner Meinung nach der Deutsche Fußball Bund (DFB) selbst. Dieser bemüht sich nicht, neue Schiedsrichter zu finden. Die Argumente des DFB, warum man Schiedsrichter werden sollte, wirken ironisch. Der DFB nennt Argumente wie zum Beispiel man sei an der frischen Luft oder man müsse die Ausstattung nicht bezahlen, denn das würde der jeweilige Verein übernehmen. Kein Wunder gibt es immer weniger Schiedsrichter und weniger routinierte.

Außerdem spricht dagegen, dass viele Schiedsrichter abgehärtet sind und gar nicht auf die Rufe der Zuschauer reagieren. Aufhören wegen solcher Rufe kommt für viele nicht in Frage. Da ist die Liebe zum Sport doch noch zu groß.

Eine weitere Ursache ist der zeitliche Aufwand. Die jugendlichen Schiedsrichter haben durch den großen Aufwand in der Schule wenig Zeit für ein Hobby, und sie wollen ihre kostbare Zeit an Wochenenden nicht vergeuden. So kommen immer weniger Schiedsrichter nach. Aber nicht nur die Schule sondern auch ein Hobby kann etwas mit dem zeitlichen Aufwand zu tun haben. Alexander Schmid, der während er Schiedsrichter war, selbst noch aktiv Fußball spielte, sagt zum zeitlichen Aufwand: "Da sich die Fußball- und Schiedsrichterzeiten überschnitten haben, habe ich aufgehört. Ich musste mich zwischen Schiedsrichter und Fußball spielen entscheiden, und meine Entscheidung fiel auf Fußball." Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, nochmal Schiedsrichter zu werden, antwortet er: "Nein aber für einen Freund einspringen und als Schiedsrichter aushelfen würde ich schon."

Eines ist klar: Es gibt immer weniger Schiedsrichter – egal ob Gewalt eine Rolle spielt oder nicht.   Der Autor ist Schüler der Klasse 9d des Maria von Linden-Gymnasiums in Calw

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Ralf Klormann

Fax: 07051 1308-91

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