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Calw Achtung: illegale Sammlung geplant

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Mit solchen Zetteln versuchen dubiose Sammler an Wertgegenstände zu kommen. Foto: Kugel

Calw - Wer etwas spenden oder sein Haus entrümpeln will, sollte dieser Tage aufpassen, um nicht dubiosen Sammlern auf den Leim zu gehen. Mit kleinen weißen Handzetteln fordert angeblich eine "ungarische Familie" unter anderem im Calwer Stadtgebiet dazu auf, Gegenstände für eine Sammlung vor die Tür zu stellen. Und zwar bereits an diesem Dienstag, 23. Oktober.

Der Text ist minimal anders. Und auch die Auswahl der Bildmotive variiert. Insgesamt dürfte aber kein Zweifel offen bleiben: Hinter der Sammlung, die laut einem Zettel an diesem Dienstag, 23. Oktober, von einer ungarischen Familie "organiziert" wird, stecken vermutlich dieselben Hintermänner wie bei einer ähnlichen Aktion Anfang des Jahres.

Erst im März war ein beinahe identischer Aufruf in etlichen Briefkästen im Calwer Stadtgebiet gelandet. "Wir nehmen alles, was sie nicht brauchen", heißt es auf dem Zettel. Die Liste ist lang – und voller Rechtschreibfehler: Nach "Kleide (Erwaschene, Kind)", "Kettensagen", "Schi latte (snowboard)" oder "Säurefest" – was auch immer letzteres sein möge – wird dabei beispielsweise gefragt.

Die Vorgehensweise klingt simpel: Einfach am 23. Oktober zwischen 12 und 18 Uhr alles vor dem Haus deponieren, die Sammler kommen und nehmen die Gegenstände mit – und sie scheinen an allem interessiert zu sein. Von Türen und Fenstern über Haushaltsgeräte, Möbel und Maschinen aller Art bis hin zu Kabelstücken.

Wer genau die Sammlung organisiert? Gute Frage. Nach Kontaktdaten sucht man auf dem Zettel jedenfalls vergeblich.

Schon diese Tatsachen machen stutzig. Gewissheit über die Natur dieser Aktion bringt jedoch ein Anruf beim Calwer Landratsamt: Die Sammlung ist nicht angemeldet, erklärt Manuel Kübler von der Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz. Und somit illegal. Denn, so erklärt Anja Härtel, Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage unserer Zeitung: "Wer eine Sammlung im Landkreis Calw durchführt, muss sie mindestens drei Monate vorher beim Landratsamt Calw als untere Abfallrechtsbehörde mit zugehörigen Angaben zu Umfang und Verwendung anzeigen."

Und das hat seinen Grund. Bei ähnlichen Sammlungen sei es in der Vergangenheit wiederholt vorgekommen, dass eingesammelte Gegenstände aussortiert und in der freien Landschaft entsorgt worden seien, erzählt Härtel. Ohne Kontaktdaten des Sammlers – die auch in diesem Fall nicht vorliegen, weder dem Landratsamt noch auf den ausgeteilten Zetteln – wird es dann schwierig, die Verantwortlichen ausfindig zu machen, geschweige denn zur Rechenschaft zu ziehen.

Phänomen seit mehreren Jahren bekannt

Im aktuellen Fall seien die Zettel im selben Zeitraum mindestens in Heumaden, in Stammheim und sogar in Haiterbach aufgetaucht, berichtet Kübler. Insgesamt handle es sich bei solchen Sammelaktionen um ein Phänomen, das seit mehreren Jahren die Ämter in so ziemlich jedem Landkreis (mindestens in Baden-Württemberg) beschäftige.

Das Landratsamt Calw rät dringend davon ab, die Sammlung zu unterstützen. "Altgeräte und Gebrauchsgegenstände, die nicht mehr genutzt werden, können über die Abfallwirtschaft Landkreis Calw GmbH entsorgt werden", so Härtel. Auf diesem Weg sei eine umweltgerechte Verwertung sichergestellt.

Die Organisatoren wiederum müssten für eine nicht gemeldete Sammlung mit Bußgeldern rechnen. Die ausländischen Fahrer hätten in der Regel jedoch kein Geld bei sich und keinen Wohnsitz in Deutschland. Der Sitz der Firma sei meist im Ausland, was es oft erheblich erschwere, ein Bußgeld einzutreiben.

Häufig bestehe die einzige Möglichkeit, solchen Aktionen entgegenzuwirken darin, die Sammler vor Ort zu stellen und ihnen die gesammelten Abfälle abzunehmen unter Umständen sachgerecht zu entsorgen. Das Landratsamt gebe daher die Information über die Sammlung weiter; Polizei und Ordnungsamt können mit verstärkten Kontrollen reagieren. "Dies ist jedoch wiederum mit Kostenaufwand verbunden, der dann letztendlich vom Gebührenzahler getragen werden muss", erklärt Härtel.

Am zielführendsten sei es daher, überhaupt nicht an Sammlungen dieser Art teilzunehmen und nichts vor die Tür zu stellen. Auf diese Weise werde der beschriebenen Praxis die Grundlage entzogen.

Übrigens: Auch die Personen, die sich an der Sammlung beteiligen, indem sie Gegenstände vor die Tür stellen, können sich unter Umständen strafbar machen. Falls es sich um Abfall handelt, kann der Tatbestand der illegalen Abfallbeseitigung erfüllt sein. Sind es intakte Gegenstände, ist es wiederum nicht verboten, da es sich um Wirtschaftsgut handelt.

 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

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