Das Calmbacher Waldfreibad soll auf Vordermann gebracht werden. Foto: Kugel

Schon vor zwei Jahren war von einer Sanierung des Waldfreibads im Bad Wildbader Stadtteil Calmbach die Rede. Von der Dringlichkeit der Maßnahme wurde auch schon mehrfach im Gemeinderat der Kurstadt gesprochen. Wir sprachen mit Stadtbaumeister Volkhard Leetz.

Das Ende der diesjährigen Sommersaison rückt immer näher. Im Zeitraum vom Saisonstart am 29. April bis jetzt gab es schon viele Wetterlaunen, bei den von starkem Regen bis Sonnenschein alles dabei war. Volkhard Leetz, Stadtbaumeister von Bad Wildbad, sagt zu der Saison, es sei „eher gut wie schlecht gelaufen“. Auch Sandra Barth, zweite Vorsitzende des Waldfreibad Calmbach, erklärt sich zufrieden.

 

Eine starke Woche Leetz berichtet, dass diese Woche wieder eine starke Woche sei. Die dafür nötigen sommerlichen Temperaturen hat es ja auf jeden Fall. Auch der Juni sei gut gewesen. Im Juli, durch das zu wünschen übrig lassende Wetter, war dies eher nicht der Fall. Barth erzählt von Hartgesottenen in dieser Zeit, die sich von den Wetterbeschaffenheiten nicht aufhalten ließen. Natürlich blieben aber einige Badegänger aus.

Laut Leetz liegt die Anzahl an Badegästen in dieser Saison „bei circa 25 000 Personen“. Die Saison endet „klassisch am 15. September“, so Leetz. Dieser Termin sei aber noch nicht festgelegt und wetterabhängig. Bei gutem Ende wird das Freibad auch länger geöffnet haben. Das soll Anfang September abgesprochen werden.

Doch wie sieht es mit der anstehenden Sanierung aus? Momentan kann man noch nicht von einem baldigen Baubeginn sprechen. Die Suche nach einer Förderung ist nämlich noch nicht beendet. Bereits im März wurden drei Anträge für Zuschüsse gestellt. Zu diesem Zeitpunkt sei das Waldfreibad aber noch nicht zum Zug gekommen, da die Förderprogramme überzeichnet seien.

Förderung Leetz spricht am Mittwoch von einem neuen Förderantrag an das Bundesbauministerium, der bis zum 15. September abgegeben werden muss.

Bei der Förderung geht es um das Bundesprogramm die „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Dafür wurden vom Deutschen Bundestag 400 Millionen Euro bereitgestellt.

Wie viel Geld letztendlich für Calmbachs Freibad rausspringen könnte, ist nicht bekannt. Davon abhängig ist auch der Bau des Technikgebäudes. Ursprünglich sollte das Gebäude in der diesjährigen Wintersaison gebaut werden. Wird daraus was? „Eher nicht“, sagt Leetz auf Anfrage unserer Redaktion.

Von der Planung her sei man zwar weit, doch ohne die Förderung wäre ein Bau nicht möglich. Einen Zeitraum, wann die kommen könnte, gibt es auch nicht.

Vier Stufen Nicht unbeachtlich sind auch die Kosten. Allein 1,5 Millionen Euro sollen für die Planung hingeblättert werden. Leetz erklärt aber beschwichtigend, dass es Planung nur „im Volksmund“ heißt. Dahinter stecken beispielsweise auch Vermessungen, Gutachten und Schadstoffuntersuchungen. Bei öffentlichen Bauvorhaben betrage die Planung eben 20 bis 30 Prozent der Kosten. Sicher seien die 1,5 Millionen Euro aber nicht. Es komme auf den Umfang der Umsetzung an.

Die Sanierung generell soll in vier Stufen erfolgen, wie schon im März feststand. Im ersten Abschnitt soll das Technikgebäude gebaut werden, im zweiten könnte es um die Becken gehen. Im März informierte Leetz, dass das große 50-Meter-Becken erhalten bleiben soll, das Kinderbecken jedoch erneuert wird.

Verschiedene Phasen Des Weiteren gibt es verschiedene Leistungsphasen. Davon gibt es insgesamt neun, wie man der Internetseite der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) entnehmen kann. In der ersten Leistungsphase geht es um die Grundlagenermittlung, in der zweiten um die Vorplanung. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der Entwurfsplanung.

Darauf folgt die Genehmigungsplanung. Das geht so weit, bis man bei der Objektbetreuung, der letzten Phase, landet. Laut Leetz sei man in der Genehmigungsplanung. Die Baugenehmigung sei bereits beantragt.

Egal, wie und wann gebaut wird – die Badbesucher müssen sich keine Sorgen machen. Im März wurde berichtet, dass die Sanierung so geplant sei, dass keine Saison verloren geht. Auch längere Pausen zwischen Abschnitten seien möglich, um das Vorhaben an die schwierige Haushaltslage anzupassen.