Oliver Widmann im Café Friedrichs Foto: Monika Schwarz

Oliver Widmann wird seinen Pachtvertrag für das Café Friedrichs auf dem Kienberg nicht verlängern. Wie es dort ab 1. Juni weitergeht, ist deshalb ungewiss.

Das Café Friedrichs auf dem Kienberg ist eine beliebte Anlaufstation für Spaziergänger auf dem Kienberg. Auch für Hochzeiten und andere Familienfeiern oder Firmenfeste dient das Lokal häufig als Veranstaltungsort.

 

Damit könnte es am 1. Juni vorbei sein. Gastronom Oliver Widmann, der das Café seit zehn Jahren betreibt, wird seinen am 31. Mai auslaufenden Pachtvertrag nicht verlängern.

Ob - und wenn ja wie – es weitergeht, ist deshalb ungewiss. „Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich weitermachen soll oder nicht“, sagt Widmann. Während des Urlaubes im vergangenen Oktober sei die Entscheidung nach Rücksprache mit der Familie dann endgültig gefallen. Widmann, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, möchte nach eigenem Bekunden diesen runden Geburtstag zum Anlass nehmen, künftig etwas kürzer zu treten. Zudem hätten ihm in letzter Zeit gesundheitliche Probleme immer wieder zu schaffen gemacht.

Das Café ist ein beliebter Anlaufpunkt für Ausflügler Foto: Monika Schwarz

Durch den jetzt auslaufenden Pachtvertrag mit der Freudenstadt Tourismus habe sich ihm diese Möglichkeit nun geboten. Ganz leicht fällt Widmann die Entscheidung dennoch nicht. „Ich habe vor zehn Jahren sehr viel Herzblut in dieses Café gesteckt“, sagt Widmann. Die gesamte Einrichtung in dem – wie er es selbst nennt – „modernen Schwarzwaldcafé“ trägt seine Handschrift.

Über Monate ausgebucht

„Es war im Grund genau das, was ich auch haben wollte“, sagt Widmann. Aufgrund der Lage auf dem Kienberg und der Nähe zur Loipe und den Mountainbikestrecken ist das Café vor allem an schönen Tagen stark frequentiert. Auf der großen Terrasse und hinter der bodentiefen Fensterfront können die Spaziergänger die Sonnenstrahlen und den schönen Ausblick genießen.

An Wochenenden und auch abends wurde die Lokalität regelmäßig auch für größere Feiern genutzt und war teilweise über Monate im Voraus ausgebucht. „Ich hoffe deshalb schon, dass es weitergeht und dass ich das alles hier in liebevolle Hände übergeben kann“, sagt Widmann.

Als Gastronom „mit Leib und Seele“ – so bezeichnet er sich selbst- – bleibt Widmann der Stadt Freudenstadt aber erhalten. Nach wie vor betreibt er mit seinem Team die Gastronomie im Panoramabad, die er 2010 übernommen hatte. Und auch die 2022 in Betrieb gegangene „Marktwirtschaft“ auf dem unteren Marktplatz wird er weiterführen. Die Diskothek Martinique hingegen, die Widmann von seinem Vater Siegfried übernommen hat, wird inzwischen nur noch für spezielle Veranstaltungen geöffnet. Der Regelbetrieb wurde eingestellt.

Wie und ob es hier weitergeht, ist noch ungewiss. Foto: Monika Schwarz

Im Gegenzug wird sich Widmann in den kommenden Monaten – nach reiflicher Überlegung – von Ende Mai bis Oktober noch einmal gastronomisch auf der Gartenschau engagieren. Er wird die Bewirtung des großen Spiegelzelts auf dem Marktplatz übernehmen.

Die Entscheidung dafür sei schon vor längerer Zeit gefallen und habe sich aufgrund der Nähe des Zeltes zur „Marktwirtschaft“ und den sich daraus ergebenden Synergieeffekten einfach auch angeboten, sagt Widmann. Personelle Kapazitäten dafür seien aufgrund der Schließung dann ja frei.

Keine Entlassungen

Entlassungen hatte Widmann aber sowieso nie in Erwägung gezogen. „Ich lasse da niemanden im Regen stehen“, sagt er. Das Personal werde künftig im Panoramabad und in der Marktwirtschaft eingesetzt. Einer seiner Mitarbeiter plane zudem, das derzeit geschlossene Restaurant Olivero beim Martinique in Eigenregie weiter zu führen.