Kaum ein Betrieb hat die einstige Textilstadt Burladingen so geprägt, wie Trigema. Luftbilder aus dem Jahr 1968 und von heute machen deutlich, wie sehr auch die Ära Wolfgang Grupp, der das Unternehmen seit 1969 führt, das Firmengelände verändert hat.
Burladingen - Tatsächlich gab es seit Ende der 1960er-Jahre zahlreiche bauliche Erweiterungen zwischen Reuteweg und der B 32 im Bereich Josef-Mayer-Straße.
Unter dem Namen "Mechanische Trikotwarenfabriken Gebr. Mayer KG" wurde der Erfolgsbetrieb 1919 gegründet und ist mittlerweile Deutschlands größter Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung.
Im November 1919 kauften die Brüder Josef und Eugen Mayer eine stillgelegte Burladinger Fabrik. Sie trennten sich aber 1922 und teilten den bestehenden Betrieb auf. Eugen Mayer gründete seine eigene Firma, Josef Mayer führte hingegen als Alleininhaber die Mechanischen Trikotwarenfabriken. Mit 25 Leuten hatten die einst begonnen, schon fünf Jahre später beschäftigten sie 150 Arbeiter und Näherinnen, wie ein Blick in die Firmenchronik verrät.
Die Goldenen 1920er-Jahre
Die Goldenen 1920er-Jahre waren es auch in Burladingen. Die Zeit war geprägt von rascher Aufwärtsentwicklung und kontinuierlichen Vergrößerungen des Burladinger Werks. 1932 wurden große Fabrikationsbauten mit Bleicherei, Färberei und einer Dampfkesselanlage mit Generator aufgebaut. Das machte den Betrieb weitgehend unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung.
1939 trat Josef Mayers Schwiegersohn, der Rechtsanwalt Dr. jur. Franz Grupp in die Firma ein und übernahm bald wichtige Funktionen der Geschäftsleitung. Diplom-Kaufmann Wolfgang Grupp übernahm 1969 von seinem Vater Dr. Franz Grupp die Geschäftsleitung.
Flower-Power schwappt über den großen Teich
Es war die Zeit der Hinwendung zur Siegermacht USA. Flower-Power schwappte über den großen Teich. Das T-Shirt wurde neben der Jeans zum Symbol jugendlicher Mode. Wolfgang Grupp erkannte den Trend. Sein Neustart führte das Unternehmen in eine neue Phase. Grupp etablierte den Geschäftsbereich T-Shirt und Tennisbekleidung unter dem Markennamen Trigema und erinnerte mit der Abkürzung an die Trikotwarenfabriken Gebrüder Mayer.
In den Jahren 1973 bis 1977 wurden die bestehenden Gebäude Modernisierungen unterzogen und es kamen weitere Neubauten hinzu. Das Großraumbüro im Hauptwerk in Burladingen wurde fertiggestellt und die Ausrüstung erweitert. Das Trigema Sport- und Freizeit-Center in Burladingen und das Konfektionswerk in Altshausen wurden neu gebaut.
Hinzu kommt der Helikopter-Landeplatz
Auch in den Jahren 1981 bis 1992 gab es eine Anzahl von Neuerungen und Neubauten, die auf dem jüngeren Luftbild erkennbar sind. So wurde 1987 das Kesselhaus neu gebaut, und es erfolgte eine Umstellung von Öl auf Gas mit einer 100-prozentigen Eigenstromversorgung. Es folgten Erweiterungs- sowie Neubauten der Ausrüstung, Zuschneiderei und Druckerei in Burladingen.
Hinzu kamen auch der Helikopter-Landeplatz und die gläserne Hubschrauber-Garage samt Tankstelle hinter dem Gelände. Das alles ist auch vom Skihang aus deutlich zu sehen. Außerdem gibt es an den Produktionsstandorten Burladingen, Altshausen und Rangendingen jeweils firmeneigene öffentliche Tankstellen an den Testgeschäften.
Mittlerweile beschäftigt Trigema mehr als 1200 Mitarbeiter und hat bundesweit 46 Testgeschäfte sowie einen florierenden Online-Shop.
INFO: BW von oben
Für das Projekt haben wir 20 000 Luftbilder aus dem Jahr 1968 aufbereitet – für das ganze Land, durchsuchbar nach Adressen und jeweils mit der heutigen Ansicht vergleichbar. Dazu erscheinen in den nächsten Wochen zahlreiche Artikel zu Orten, an denen sich besonders viel verändert hat.
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