Schömberg hat sich in den vergangenen 25 Jahren rasant entwickelt. Die Bevölkerungszahl stieg von rund 2000 im Jahr 1968 auf nunmehr 3450 – ohne Schörzingen, das 1973 zur Stadt Schömberg kam.
Schömberg - Vergleicht man die beiden Luftbilder aus dem Jahr 1968 und jetzt, wird deutlich, wie einschneidend sich die Entwicklung vollzogen hat. Im Süden der Stadt haben sich mit dem Kochenwinkel und dem Grund zwei neue Wohnquartiere entwickelt, in denen insgesamt rund 1000 Schömberger wohnen. Während der Kochenwinkel bereits ab Beginn der 1980er-Jahre entwickelt wurde, entstanden die ersten Häuser im Gebiet Grund Anfang der 2000er-Jahre.
Seit 2005 ist Karl-Josef Sprenger Bürgermeister in Schömberg. Er und der Gemeinderat sind bestrebt, die Stadt weiter nach vorne zu bringen. Sprenger hofft daher, "dass die Genehmigungsbehörden bei der Flächennutzungsplanung aufgrund unserer Aufwärtsentwicklung berücksichtigen, dass die Stadt neue Wohnbauflächen braucht". Denn sowohl der Kochenwinkel als auch das Gebiet Grund, das in fünf Abschnitten entwickelt worden ist, sind nunmehr bebaut. Dort wird es absehbar, auch aufgrund der Starkstromleitung, keine weitere Entwicklung mehr geben.
Innerortsgebiete im Blick
Daher setzt die Stadt verstärkt auf die Innenentwicklung. Sprenger nennt als Beispiel das Gebiet Gassen II, in dem nun die gesetzliche Umlegung angeordnet worden ist. Dort sollen 32 Bauplätze entstehen. Des Weiteren steht die Erweiterung des Gebiets Brühlen IV an der B 27 an.
"Schömberg ist ein attraktiver Standort zwischen Rottweil und Balingen mit einem, dank des Stausees, hohen Freizeitwert", sagt Sprenger. Dazu komme mit den Kindergärten, den Grundschulen sowie mit der Werkreal- und der Realschule ein gutes Bildungsangebot. Auch die medizinische Versorgung sei gegeben; auf dem Bahnhofsareal, das derzeit für Gewerbe, Wohnen und Freizeit entwickelt wird, ist zudem ein Ärztehaus geplant.
Warten auf Kreisverkehr
Die Grundversorgung ist mit zwei Einkaufsmärkten gut abgedeckt. Nach dem Aus der Seniorenpflege wartet man in der Stadt nun auf den Baubeginn des neuen Pflegeparks. Die Baugenehmigung sei da, der rote Punkt noch nicht. Dies hänge mit dem Kreisverkehr zusammen, über den der Park und das Gebiet Grund erschlossen werden sollen. Sprenger geht von einem Bau des Kreisel im nächsten Jahr aus. Sollten die Arbeiten für den Pflegepark früher starten, müsse eine Behelfszufahrt geschaffen werden.
Hinsichtlich der Gewerbeansiedlung hat Schömberg ebenfalls einiges vorzuweisen, wie auf dem aktuellen Luftbild zu erkennen ist. Im Gebiet Eichbühl haben sich einige neue Firmen angesiedelt. Hinsichtlich des IG Nord, das erweitert wird, hofft man weiter auf den Bau der B 27-Umfahrung, um das Gebiet besser anbinden zu können. Das Land habe den Planungsbeginn im Jahr 2024 versprochen.
Stadt will Rathaus abreißen
Bekannt ist Schömberg schon seit langem für seine Gastronomie. Nun soll auf dem Bahnhofsareal ein Senioren-Restaurant entstehen, und die Stadt hofft noch darauf, im Bahnhofsgebäude, das sie verkaufen will, eine Frühstückspension einrichten zu können. "Wir werden neu ausschreiben", sagt Sprenger: "Es gibt vier Interessenten."
Nach dem Bau des neuen Feuerwehrhauses, in dessen Obergeschoss zwei Praxen eingerichtet sind, steht der Stadt mit dem Neubau beziehungsweise der Sanierung und Erweiterung des Rathauses ein weiteres Großprojekt ins Haus. Die Verwaltung und der Gemeinderat sind für den Abriss des Rathauses und dessen Neubau. Eine Sanierung, das habe jetzt ein Gutachten ergeben, sei unwirtschaftlich. Von unten drücke der Schiefer, was zu erheblichen Versetzungen führe. Daher will die Stadt die Denkmalbehörde ersuchen, dem Abriss zuzustimmen. Besondere Insignien des Gebäudes wie die Uhr und der Dachreiter könnten ins neue Rathaus integriert werden. Der Zeitplan sieht vor, in der zweiten Jahreshälfte in den Architektenwettbewerb einzusteigen. Dass Schömberg Alternativen zur Abrissbirne hat, zeigen laut Sprenger die mustergültigen Sanierungsprojekte Alte Schule und Zehntscheuer.