Die Sommerhalde heute, in der Planung hatte das Baugebiet den Namen "Parksiedlung". Foto: Strohmeier

Hochemmingen ist der größte Ortsteil von Bad Dürrheim. Sein Wachstum bekam zwei große Schübe, als die Baugebiete Sommerhalde und Riedäcker besiedelt wurden.

Bad Dürrheim-Hochemmingen - Sechs Ortsteile und die Kernstadt hat Bad Dürrheim. Entstanden ist das Verwaltungsgebilde Anfang der 1970er Jahre als sowohl Hochemmingen als auch die damals selbstständigen Ostbaargemeinden Sunthausen, Biesingen, Ober- und Unterbaldingen wie auch Öfingen eingemeindet wurden.

 

In den Eingemeindungsverträgen, die unter der Ära Otto Weißenberger geschlossen wurden, gab es mehrere Punkte, die man niederschrieb und in den Jahren und Jahrzehnten danach umsetzte. Für Hochemmingen stand die Erschließung von Baugelände innerhalb von zehn Jahren in dem Vertrag, dazu sollten 150 000 Mark aufgewandt werden. Der Vertrag dazu schloss die Stadt mit der Deutschen Bauland und Kredit GmbH im Jahr 1972. Es gibt allerdings Hinweise, dass die Planungen bereits 1969 mit den Untersuchungen zu dem Gebiet Sommerhalde begonnen wurden. Die Erschließung verzögerte sich wohl wegen Eigentümer, die ihre Wiesen für das Neubaugebiet nicht zur Verfügung stellen wollten.

Ursprünglich der Name "Parksiedlung"

In den Akten, die in der Hochemminger Ortsverwaltung lagern, ist die Sommerhalde mit dem Namen "Parksiedlung" notiert und der Name kommt nicht von ungefähr. Es sollte ein gelockerte Siedlungsform für "gehobenes Wohnen" entstehen und die Häuser sollten nach dem Entwurf in Gruppen angeordnet sein, damit sie ein einheitliches Erscheinungsbild abgeben würden. Genannt sind "großzügige Grünanlagen", die einen "parkähnlichen Charakter" ergeben sollen. Auch die Erschließung ist in diesem Entwurf "Parksiedlung" notiert, eine Straßenschleife mit Stichstraßen zu beiden Seiten und einem Fußweg durch das Siedlungsgebiet – dieser ist heute vorhanden und dient als Abkürzung für die Fußgänger, damit sie nicht die Straßenschleifen laufen müssen.

Viele Schwenninger bauen

Diese genannte Deutsche Bauland und Kredit GmbH kaufte das Gelände und übernahm die Erschließung. Insgesamt war das Baugebiet relativ schnell voll, auch wenn das letzte Haus erst vor fünf oder sechs Jahren erstellt wurde, so Hochemmingens Ortsvorsteher Helmut Bertsche, bei der Erschließung gab es noch keinen Bauzwang, der innerhalb einer bestimmten Zeit vorgibt mit dem Bauen zu beginnen. Denn die große Nachfrage für Bauplätze auf dem Land gab es Anfang der 1970er Jahre noch nicht, so wie in der heutigen Form. Nach welchen Kriterien die Bauplätze vergeben wurden, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen, aber viele Schwenninger nutzten die Gelegenheit und bauten an der Sommerhalde.

Die Tatsache, dass viele von Auswärts bauten, hatte Folgen, die damals noch keiner bedachte. Denn die meisten Bewohner aus Schwenningen behielten ihre Kontakte zu Vereinen und Freundescliquen bei und so fremdelten sie etwas mit dem beschaulichen Dorf, das Hochemmingen damals war. Das hat sich mittlerweile doch etwas geändert, beobachtete Helmut Bertsche. Heute, gut 50 Jahre später, engagieren sich viel mehr der Sommerhalde-Bewohner im Ort.

Zweiter Wachstumsschub

Einen zweiten Wachstumsschub erhielt Hochemmingen mit der Bebauung des Gebiets Riedäcker. Insgesamt 35 Bauplätze entstanden in diesem Fall. Es war ebenfalls eine private Erschließung der M und W Gesellschaft für Projektentwicklung. 1998 wurde die Urfassung des Bebauungsplans laut Aktenlage erstellt. Vielleicht liegt es an der Lage, vielleicht an anderen Punkten: Die Bewohner der Riedäcker-Häuser waren schneller in das Dorfleben integriert als die der Sommerhalde. Insgesamt sind die Bewohner beider Siedlungsgebiete deutlich besser integriert als zu Beginn, urteilt Bertsche aus der Sicht des Ortsvorstehers.

Die nächste Erweiterung steht auch bereits an, hinter dem so genannten Vogtshof ist das nächste Neubaugebiet in Planung. So wuchs Hochemmingen in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich. Zum Stichtag 27. Mai 1970 zählten die Statistiker 539 Hochemminger, Oberbaldingen war damals mit 655 und Öfingen mit 600 Einwohner größer. Im Jahr 2000 hatte Hochemmingen 1272 Einwohner und wuchs beispielsweise bis zum 30. Juni 2006 auf 1497 Einwohner, zum 31. Dezember 2021 waren es 1394.

Und nicht nur was das Wohnen angeht wuchs Hochemmingen in den vergangenen Jahrzehnten, auch in Sachen Gewerbe, so ist einer der größten Arbeitgeber die Spedition Fischer und vor Corona hatte das Unternehmen Kunststoff-Christel Bedarf für einen Neubau angemeldet, der ebenfalls in Hochemmingen entstehen soll.